Tusem zeigt in Leipzig ordentliche Leistung trotz Personalnot

Simon Keller vom Tusem erzielte in Leipzig acht Tore.
Simon Keller vom Tusem erzielte in Leipzig acht Tore.
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Was wir bereits wissen
Das letzte Spiel des Jahres ist gespielt. Der Tusem hat es mit 30:34 (16:15) verloren. Immerhin hieß der Gegner aber DHfK Leipzig, ist Tabellenführer der 2.Handball-Bundesliga und hat nun alle zehn Heimspiele in der laufenden Saison gewonnen.

Das letzte Spiel des Jahres ist gespielt. Der Tusem hat es mit 30:34 (16:15) verloren. Immerhin hieß der Gegner aber DHfK Leipzig, ist Tabellenführer der 2.Handball-Bundesliga und hat nun alle zehn Heimspiele in der laufenden Saison gewonnen. In Leipzig kann man also verlieren, aber das wussten die Essener ja auch vor dem Anpfiff. Nach den 60 Minuten mussten sie allerdings etwas zerknirscht feststellen: „Wir mussten dieses Spiel hier nicht unbedingt verlieren.“

Dieser Gedanke beschäftigte Tusem-Trainer Mark Dragunski auch noch einen Tag später. Wie schon öfters. „Wir haben ganz ordentlich gespielt und gut verteidigt“, fasst der Handball-Lehrer die erste Halbzeit zusammen. Und fügt hinzu: „Ab der 40.Minute hat man uns dann aber auch nicht mehr so richtig gelassen.“ Zu jenem Zeitpunkt sei das Spiel gekippt, weil der Gegner sich steigerte und weil es gleich vier, fünf - zumindest diskussionswürdige - Entscheidungen der Schiedsrichter gegen seine Mannschaft gegeben habe, unter anderem Zeitstrafen gegen Michael Hegemann und Dennis Szczesny. „Die standen irgendwie nicht im Verhältnis zu der vorherigen Linie.“

Doch Dragunski liegt es fern, seine Spieler aus der Verantwortung zu entlassen. „In dieser Phase haben wir auch selbst zu viele Fehler gemacht.“ Mit der Konsequenz, dass innerhalb von sieben Minuten aus einer 24:23-Führung ein 24:30 (50.) Rückstand wurde. In der Endphase beschwerte sich dann Gastgeber Leipzig über die Unparteiischen, die kurz hintereinander Oehlrich und den Ex-Essener Pöter auf die Strafbank schickten. Leipzig Trainer Christian Prokop war außer sich, wurde verwarnt. Und dem Tusem wurde ermöglicht, in Überzahl zurück in die Spur zu finden. „Wir konnten den Spielfluss der Essener unterbrechen. Das hat in der ersten Halbzeit gefehlt“, analysierte der Leipziger Alen Milosevic.

Eine Niederlage mit vier Toren Unterschied gegen den Spitzenreiter und gegen knapp 4000 Zuschauer, das ist respektabel. Zumal der Tusem personell erneut gebeutelt war. Rechtsaußen Peter Hornyak und Carsten Ridder (beide grippaler Infekt) waren gar nicht erst aufgelaufen. Stattdessen rückte Steffen Hahn aus dem Oberliga-Kader auf, Tobias Schetters und Youngster Rene Zobel (19) bekamen ebenfalls ihre Einsatzzeiten und erzielten wie Hahn jeweils ein Tor.

Bis zum 9.Januar haben die Handballer nun erst einmal Urlaub, auf der Margarethenhöhe ruht der Handball. Es ist WM-Pause. Nach einer vierwöchigen Vorbereitung startete der Tusem am 8.Februar mit dem Heimspiel gegen ThSV Eisenach (18 Uhr, am Hallo) in die Zweitliga-Rückrunde.

WM-Pause bis zum 8.Februar

Bis dahin hoffen die Essener vielleicht die Lücke im rechten Rückraum schließen zu können. Da die beiden Linkshänder Marcus Bouali und Pascal Tovornik (beide Kreuzbandriss) in dieser Spielzeit nicht mehr zur Verfügung stehen, hält der Tusem Ausschau nach einer Alternative. Immer in dem Bewusstsein, dass es für den möglichen Neuzugang keine Vorlaufzeit gibt, sondern dass er sofort funktionieren muss. Und fast wie ein Neuzugang ist Dennis Szczesny, der sich früh in der Saison verletzt hatte und längst noch nicht bei 100 Prozent ist.