Tusem vertraut Tobias Schetters und den anderen Talenten

Tobias Schetters vom Tusem war mit acth Toren erfolgreichster Werfer.
Tobias Schetters vom Tusem war mit acth Toren erfolgreichster Werfer.
Foto: WAZ FotoPool

Der Tusem hatte es wieder einmal spannend gemacht. Die Essener Zweitliga-Handballer wehrten sich gegen Empor Rostock mit Macht gegen die drohende Heimniederlage. Der desolate Auftritt gegen SV Henstedt-Ulzburg Ende April (21:29) war schlimm genug gewesen, diesen Eindruck wollte der Gastgeber unbedingt ausmerzen. Sie legten sich also richtig ins Zeug, Rostock hielt richtig dagegen, sodass sich ein Vergleich entwickelte, der den Eindruck vermittelte, als ginge es an diesem Abend tatsächlich noch um den Klassenerhalt.

Die Tusem-Fans hatten ihren Spaß, trommelten und jubelten, als Linksaußen Tobias Schetters zwei Sekunden vor dem Ende zum 31:31-Ausgleich traf. „Der Punkt war wichtig“, atmete Trainer Mark Dragunski durch. Wichtig für seine Spieler, die sich für ihren unermüdlichen Einsatz belohnten. Und natürlich wichtig für die Fans, die der Tusem bei Laune halten muss. Auch in der kommenden Saison wird der Verein auf die Unterstützung von den Rängen angewiesen sein. Und klar ist auch, dass es nicht leichter wird in dieser umkämpften Liga.

Gleichwohl es gibt sie, die Hoffnung auf Besserung. Dass sich eine solche Verletzungsmisere wie in dieser Spielzeit wiederholt, ist eigentlich undenkbar. Auch wenn sich schon jetzt andeutet, dass Dragunski beim Start der Vorbereitung im Juli wohl noch nicht mit Dennis Szczesny rechnen kann, der sich einer Knie-OP unterziehen musste.

Die Zahl der Verstärkungen wird überschaubar bleiben. Der Sportliche Leiter Stephan Krebietke hat es angedeutet: „Große Sprünge können wir nicht machen.“ Ein Linkshänder für den rechten Rückraum suchen sie, Hannes Lindt und Marcus Bouali gehen, ansonsten wird die Mannschaft wohl so zusammen bleiben. Kontinuität kann ja nicht schaden. Und sie werden auf der Margarethenhöhe ihrer Philosophie treu bleiben und auf den eigenen Nachwuchs und auf Talente aus der Region setzen.

Man kann zwar trefflich darüber diskutieren, ob es nicht sinnvoller wäre, aus dem Gesamtetat etwas mehr für die erste Mannschaft abzuzwacken, um das sportliche Aushängeschild des Vereins etwas aufzupolieren, was ja auch nicht unwichtig wäre für die Sponsoren. Die setzten stets den geschäftsmäßigen Marketing-Blick auf, wenn sie um einen Obolus gefragt werden. Und Erfolg bleibt das beste Argument, erst recht auf dem umkämpften Terrain in dieser Stadt.

Tatsache ist aber auch, dass die gute Jugendarbeit des Tusem, die längst nicht mehr ehrenamtlich zu stemmen ist, nicht nur der B-Jugend die Deutsche Vize-Meisterschaft beschert hat, sondern der Zweitliga-Mannschaft auch über die Runden geholfen hat.

Lasse Seidel, Carsten Ridder, Jonas Ellwanger sind Beispiele dafür. In dieser Spielzeit musste man aus der Not die Talente integrieren, war auf sie angewiesen. Auch wenn sie nicht immer dem enormen Druck standhielten, dass sie gespielt haben, könnte sich als gute Investition erweisen. „Diese Saison hat den Jungs ‘ne Menge gebracht“, weiß Dragunski. Man kann es nur hoffen, denn künftig müssen sie es wieder beweisen.

Tobias Schetters hat angedeutet, wie gut es laufen kann. Der junge Mann hatte zuvor in der 2.Liga kaum gespielt, musste aber gegen Rostock den verletzten Lasse Seidel vertreten, der inzwischen zu den Top-Linksaußen zählt. Schetters, meist in der Oberliga am Ball, schenkte Rostock acht Tore ein. Er war der erfolgreichste Werfer seines Teams.