Tusem setzt auf das Kollektiv

Alle Hände voll zu tun: Tusem-Torhüter  Sebastian Bliß.
Alle Hände voll zu tun: Tusem-Torhüter Sebastian Bliß.
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Was wir bereits wissen
Essener haben am Freitag im Abstiegskampfden Tabellenachtzehnten Eintracht Hildesheim zu Gast.

Auswärtsspiele sind in dieser Saison nicht die Sache des Handball-Zweitligisten Tusem. Zwölfmal traten die Essener bisher in fremden Hallen an. Bis auf den Sieg in Eisenach sprang bisher nichts Zählbares heraus. Zuletzt gab es ein 26:19 in Aue. Ganz anders schaut da die Heimbilanz der vergangenen Wochen aus. Seit acht Partien hat das Team von Trainer Mark Dragunski am Hallo kein Spiel verloren. Und das soll sich an diesem Freitag (19.30 Uhr) nicht ändern, wenn es gegen den Tabellenachtzehnten Eintracht Hildesheim geht.

„In Aue kann man verlieren, aber nicht auf diese Art und Weise. Wir haben den Auern den Sieg ja fast auf einem Silbertablett serviert“, sagt Mark Dragunski. Was in Sachsen nicht nach Wunsch des Trainers lief, haben die Tusem-Spieler unter der Woche per Video noch einmal vor Augen geführt bekommen. Überhastete Abschlüsse, unnötige Ballverluste. „Auch wenn wir mal knapp hinten liegen, müssen wir weiter unser Spiel machen. Wir dürfen nicht den Kopf verlieren“, fordert Dragunski.

In Rückstand geraten? Das sollte natürlich gegen den Abstiegskonkurrenten Hildesheim möglichst erst gar nicht passieren. Und zu Hause haben die Essener in den letzten Wochen ja meist in der ersten Halbzeit den Grundstein dafür gelegt, dass sie beim Abpfiff etwas in den Händen hielten. „Man kann aber nicht erwarten, dass wir gegen die Hildesheimer gleich wegziehen werden. Man darf sie trotz ihres Tabellenplatzes nicht unterschätzen“, warnt Dragunski.

Und das nicht ohne Grund. In Goran Gorenac, Andreas Simon – beide wurden erst im Dezember verpflichtet – und Matthias Struck, der dem Tusem schon zu seiner Zeit bei Hamm-Westfalen das Leben oft schwer machte, haben die Niedersachsen starke Individualisten in ihren Reihen. Das zeigten sie zuletzt gegen Nordhorn, als sie einen Sechs-Tore-Rückstand wettmachten und am Ende einen Punkt behielten.

Der Gang gegen den Tabellenachtzehnten, auf den der Tusem nur einen Punkt Vorsprung hat, wird alles andere als ein Spaziergang. Gegen die individuelle Klasse der Gäste setzt Mark Dragunski auf sein Kollektiv. „Unsere Stärke ist die Mannschaft. Wenn wir eine Leistung wie gegen Eisenach zeigen werden, wird es schwer sein, uns zu besiegen.“ Gegen Eisenach jubelten die Essener am Ende über einen 32:31-Erfolg. Ein konkretes Wunschergebnis gegen Hildesheim hat Mark Dragunski nicht. Ein Ziel schon: „Mir reicht es, wenn wir beim Abpfiff ein Tor mehr haben.“

Bei dem engen Abstiegskampf in der 2. Liga wären zwei weitere Punkte auf dem Tusem-Konto ein wichtiges Mosaiksteinchen auf dem Weg zum Klassenerhalt. Die Chancen dafür stehen auch nicht schlecht, denn Heimspiele sind in den vergangenen Wochen wirklich die Sache des Tusem.