Tusem macht Leipzig das Leben schwer – und geht leer aus

Achtfacher Torschütze: Simon Keller (rechts).
Achtfacher Torschütze: Simon Keller (rechts).
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Wer beim Tabellenführer antritt, hat nichts zu verlieren. Das gilt auch für den Tusem, der am Montag aber fast etwas aus Leipzig mitgebracht hätte.

DHfK Leipzig -
Tusem 34:30 (15:16)

Leipzig: Storbeck, Tovas; Oehlrich, Streitenberger, Pöter (1), Boese (6/6), Binder (8), Pechstein (2), Krzikalla (4), Milosevic (6), Greß (1), Semper (6).
Tusem: Bliß, Donderis Vegas; Hegemann (8), Trodler (1), Ellwanger (2), Hahn (1), Seidel (5/1), Keller (8), Szczesny (1), Hansen, Zobel (1), Schetters (1), Mürköster (2).
Schiedsrichter: Heine/Standke (Braunschweig/Friedland); Zuschauer: 3692.
Strafminuten: 6 – 10; Siebenmeter: 9/7 – 2/1.
„Spielfilm“: 0:1 (1.), 1:3 (4.), 3:3 (6.), 3:6 (9.), 6:6 (14.), 8:8 (18.), 9:12 (22.), 12:12 (26.), 13:16 (29.), 15:16 (Halbzeit), 15:17 (31.), 18:20 (34.), 23:24 (43.), 30:24 (50.), 30:26 (52.), 33:28 (55.), 34:30 (60.).

Tusem-Torwart Sebastian Bliß hatte am zweiten Weihnachtsfeiertag, direkt nach dem 25:24-Heimsieg über die HSG Nordhorn/Lingen – einen Ausblick auf die Partie beim Spitzenreiter Leipzig gewagt. „Leipzig ist etwas angeschlagen. Wir geben alles, vielleicht ist ja was möglich.“

Letztlich war etwas möglich, doch blieb wieder unter dem Strich nichts. Ende August hatte die Schlagzeile nach dem Hinspiel gelautet: Tusem kämpft mit viel Moral – unterliegt Leipzig. So hätte auch das Rückspiel am Montagabend überschrieben sein können, zumal selbst die Tordifferenz die gleiche war. Einen kleinen, letztlich nicht ins Gewicht fallenden Unterschied gab es: Am Hallo legte der Aufstiegskandidat aus Sachsen bei seinem 22:18-Sieg von Beginn an immer ein bis drei Tore vor und war der Gejagte. Die Rollen waren in Leipzig vertauscht – zumindest 43 Minuten lang. Mit dem Sieg über Nordhorn im Rücken reiste das Team von Trainer Mark Dragunski mit Selbstvertrauen an und erstarrte keineswegs wie das Kaninchen vor der Schlange vor dem Tabellenführer. Die Essener nutzten – gestützt auf eine starke Leistung von Sebastian Bliß – durch Lasse Seidel und Simon Keller das Gegenstoßspiel, führten im ersten Durchgang mehrfach mit drei Toren und hinterließen bei den Hausherren ratlose Gesichter.

Bis zur 43. Minute schien alles sogar auf ein knappes Finale hinauszulaufen. Doch dann drehten die Leipziger – teils begünstigt durch einfache Essener Fehler, teils durch Überzahl – einen Ein-Tor-Rückstand (23:24) in eine Sechs-Tore-Führung um (30:24). Zehn Minuten vor Abpfiff war das zuviel für die Essener, bei denen in der Schlussphase auch die Kräfte nachließen. Trotzdem bleibt es eine mehr als beachtenswerte Leistung, für die sich aber mal wieder nicht belohnt haben.