Tusem Essen will gegen Rostock in eigener Sache werben

Tusem-Kapitän Paul Trodler (l.) und Michael Hegemann gegen Robert Schulze (SV Henstedt).
Tusem-Kapitän Paul Trodler (l.) und Michael Hegemann gegen Robert Schulze (SV Henstedt).
Foto: WAZ FotoPool

Natürlich hat der Tusem nach dem 20:19-Sieg beim TV Hüttenberg gefeiert. Der Klassenerhalt ist geschafft, zwei Spieltage vor dem Saisonende. Wenn das kein Grund ist. „Aber wir wollen die restlichen beiden Spiele noch einmal seriös angehen“, betont Routinier Michael Hegemann. Vielleicht könne man ja in der Tabelle noch ein bisschen aufrücken. Die Konkurrenten Neuhausen, Henstedt-Ulzburg und der heutige Gegner Rostock (19.30 Uhr, Hallo) sind drei Punkte entfernt. Rein rechnerisch ginge da noch was.

„Und wir wollen ja auch, dass die Leute wiederkommen“, verweist Trainer Mark Dragunski auf einen anderen Aspekt. „Wir wollen etwas für die Optik und unser Selbstvertrauen tun.“ Also heißt es, noch einmal reinknien gegen Rostock und den Aufstiegskandidaten TV Bittenfeld (7.Juni) und ein flottes Spiel aufs Parkett zaubern. Ohne Druck sollte es sicher etwas leichter fallen, allerdings ist das Aufgebot für Freitag arg dezimiert (siehe Kasten). Immerhin gibt es bei Linksaußen Lasse Seidel (Leistenprobleme) noch Hoffnung, dass er mitmachen kann.

An den Auftritten daheim hat’s sowieso nicht gelegen, dass der Tusem bis vor kurzem im Abstiegskampf schwitzen musste. Auswärts holperte es dagegen erheblich, hat das junge Essener Team zwar öfters gute Leistungen abgerufen, aber zu selten über die volle Distanz von 60 Minuten. Mit der Folge, dass man sich in der Endphase der Partien zumeist selbst um den Lohn brachte. Aber zuletzt gegen die direkte Konkurrenz im Tabellenkeller hat es ja funktioniert. Der Tusem punktete in Baunatal, in Saarlouis und Hüttenberg. Drei wichtige Auswärtssiege in Folge. Davor hatte es gerade einmal für drei Pünktchen gereicht.

Der letzte Auftritt am Hallo war allerdings ein Debakel. Ende April wurde der Tusem von Henstedt-Ulzburg demontiert. 21:29 hieß es am Ende, ein heftiger Rückschlag. Und auch in dieser Hinsicht gibt es auch noch etwas gutzumachen.

Unterdessen planen sie auf der Margarethenhöhe die nächste Saison. Nun haben sie die gewünschte Sicherheit. Allerdings wird es nicht leicht, hochkarätige Verstärkungen an Land zu ziehen. Um große Sprünge zu machen, fehlt einfach das Geld. Bedarf gibt es sicherlich im rechten Rückraum. Pasqual Tovornik bleibt, Hannes Lindt, zur Winterpause gekommen, verlässt den Klub wieder. Unterm Strich konnte er als erfahrener Spieler kaum Impulse setzen, dem Team zu selten Halt geben.

Anders Michael Hegemann (38). Der Routinier ist Kopf und Vollstrecker zugleich. Ob er noch ein Jährchen dranhängt? „Das kann ich mir schon vorstellen“, sagt dieser. Man sei derzeit in vernünftigen Gesprächen, aber noch ist nichts in trockenen Tüchern. „Die Rahmenbedingungen müssen stimmen“, betont Hegemann. Der Grundschullehrer will im Beruf vorankommen, aber auch erkennen, wohin sportlich der Weg beim Tusem führt. Für den Ligarivalen Großwallstadt indes führt er direkt in die 3.Liga. Nach dem Lizenzentzug verzichtet der Tabellensechste auf Rechtsmittel und steigt ab.