Tusem Essen hat beim 32:31 über Eisenach einen glücklichen Moment

Harte Abwehrarbeit: Die Essener Paul Trodler (l.) und Michael Hegemann gegen Eisenachs Branimir Koloper.
Harte Abwehrarbeit: Die Essener Paul Trodler (l.) und Michael Hegemann gegen Eisenachs Branimir Koloper.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die Handballer vom Zweitligisten Tusem Essen haben es in dieser Saison schon häufiger spannend gemacht, aber diesmal ging es um eine einzige Sekunde - wenn überhaupt. Hätte die Schlusssirene am Hallo nur einen winzigen Moment später aufgeheult, der Tusem hätte noch einen Punkt an Eisenach abliefern müssen.

Die Handballer vom Tusem haben es in dieser Zweitliga-Saison schon häufiger spannend gemacht, aber diesmal ging es um eine einzige Sekunde - wenn überhaupt. Hätte die Schlusssirene am Hallo nur einen winzigen Moment später aufgeheult, der Tusem hätte einen Punkt an Eisenach abliefern müssen. Mit der letzten Aktion traf Hannes Jon Jonsson zum vermeintlichen Ausgleich für die Gäste. Die Essener jubelten, die Eisenacher ebenfalls über den aus ihrer Sicht doch so glücklichen Verlauf. Die Schiedsrichter schritten zur Zeitnahme, kurze Diskussion und dann rissen die „Roten“ die Arme in die Luft.

Es bildete sich ein Rudel. Außer sich vor Wut und wohl auch aus Frust war Eisenachs Trainer Velimir Petkovic, der regelrecht wütete und nahe der Tätlichkeit war. Und dafür einen Eintrag im Spielbericht erhielt. Aber es gab nichts mehr zu deuteln: Der erste Sieg im neuen Jahr für die Gastgeber war perfekt, der ambitionierte Erstliga-Absteiger hingegen muss nach sieben Siegen in Folge auf den Weg nach oben eine Zwangspause einlegen.

Der Tusem wirkte von Beginn an entschlossen und konsequent. Die Mannschaft von Trainer Mark Dragunski verteidigte gut, eroberte so manchen Ball und nutzte den Vorteil zum erfolgreichen Gegenstoß. Neuverpflichtung Hannes Lindt brachte mehr Ruhe ins Angriffsspiel, und Dennis Szczesny zeigte sich stark verbessert. Wenn das Kraftpaket mal ins Laufen kommt, ist es nur schwer zu stoppen. Auch die Außen Lasse Seidel und Simon Keller sah man selten so entschlossen im Abschluss. „Wir haben gegen die wechselnde Abwehrtaktik der Eisenacher immer eine Antwort gehabt“, lobte Essens Sportlicher Leiter Stephan Krebietke.

Die Gastgeber führten entsprechend bis in die Schlussphase hinein zuweilen mit fünf, sechs Toren Vorsprung. Doch dann verschwendeten sie ihre klaren Möglichkeiten, scheiterten mehrmals frei vor dem guten Gästekeeper Gorobbtschuk. Hinten deckte der Tusem nicht mehr so aufmerksam wie zuvor. Torhüter Bliß bekam keine Hand mehr an den Ball.

Und so holte Eisenach auf und zeigte, dass wesentlich mehr Potenzial in diesem Team steckt, als es zuvor gezeigt hatte. Als Hegemann anderthalb Minuten vor dem Ende zum 32:29 traf, schien alles entschieden. Doch gegen die Manndeckung und in Unterzahl (Keller musste auf die Strafbank) wurde es eng. Es wurde laut in der Halle, es wurde hektisch. Noch eine Minute. 32:30. Trainer Dragunski beantragte eine Auszeit. Die Zeitnehmer benötigten jedoch mehr als zehn Sekunden, um sich beim Schiedsrichtergespann bemerkbar zu machen. Zwischenzeitlich hatte Seidel getroffen. Das Tor zählte natürlich nicht. Eisenach kam auf 32:31. Szczesny vergab im Gegenzug freistehend. Und dann noch einmal Eisenach. Zu spät.

Tusem Essen -
ThSV Eisenach 32:31 (18:13)

Tusem: Bliß, Donderis Vegas - Ellwanger, Keller (6), Hegemann (9/3), Seidel (6), Lindt (3), Szczesny (5), Ridder, Trodler (2), Mürköster, Hornyak (1).

Eisenach: Villadsen, Gorobtschuk, Elisson (9/6), Sklenak (1), Wöhler, Jurdzs (6), Jonsson (4), Luther (2), Jaanimaa (3), Forstbauer (3). Lilienfelds (2), Koloper (1), Heinemann, Hansen.

Schiedsrichter: Kropp/Siebert.

Zuschauer: 1976.

Strafminuten: 8/10. Siebenmeter: 3/5 (Gorobtschuk hält gegen Seidel und Hegemann) - 6/6.

Spielfilm: 4:1 (5.), 9:4 (13.), 12:6 (21.), 15:9 (25.), 18:13 (30./ Hz.) - 23:17 (42.), 26:21 (46.), 29:24 (50.), 30:28 (55.), 32:29 (59.), 32:31 (60.).