Tusem befreit sich von einer Extra-Last
15.11.2009 | 21:20 Uhr 2009-11-15T21:20:00+0100Essener verlassen nach imposantem 32:20-Sieg über Coburg die Abstiegsränge. Starke Torhüter- und Deckungsleistung.
Tusem - Coburg 32:20 (16:10)
Tusem: Kulhanek, Nippes – Tovornik (3), Pöter (4), Gerlich (8), Trodler (3), Schütte (3), Wöss (4/1), Wiencek (3), Ciupinski, Pausch (3), Schulz (1).
Coburg: Selke, Martinsen – Werner, Göhl (1), Rose (5/1), Andersson (4/3), Kelm (3), Karapetjan, Lakisa (2), Kästner (1), Vrany, Kirchner (1), Lender (1), Vieco (2).
Schiedsrichter: Köhler/Wiggershaus. Strafminuten: 12/6.
Zuschauer: 1600.
Spielfilm: 1:1 (2.), 4:2 (5.), 7:4 (12.), 12:6 (17.), 14:7 (24.), 16:10 (Halbzeit), 16:12 (35.), 20:13 (40.), 24:16 (44.), 28:17 (52.), 31:18 (57.), 32:20.
Die Platzierung beflügelt oder aber quält immer ein Stück weit die Sportler-Seele. Weil der Tusem wochenlang auf dem letzten Rang der Zweitliga-Tabelle stand, bedeutete dies eine Extra-Last, die es stets zu schultern galt. Seit gestern ist sie abgelegt: Denn die Essener haben dank eines eindrucksvollen 32:20 gegen den HSC 2000 Coburg die Abstiegsränge verlassen. Es war nicht nur der bislang höchste Saisonsieg der Essener, es war auch Beleg, dass in dieser Mannschaft echte Widerstands-Kämpfer stecken.
Wer verletzt ist, der kann sein Team zumindest mental unterstützen. Deshalb humpelte der am Sprunggelenk operierte Andre Niese kurz vor Spielbeginn auf Krücken zur Bank, um seine Teamkollegen von dort aus anzufeuern. An seiner Seite: Rückraum-Kollege Martin Wozniak, der nach überstandener Knieverletzung ebenfalls noch nicht wieder spielbereit ist. Sie erlebten gemeinsam mit den 1600 Zuschauern am Hallo einen Tusem, der sofort Akzente setzte. Das lag zum einen an der Torgefahr des kompletten Teams (die ersten fünf Treffer verteilten sich auf ebenso viele Schützen), zum anderen an Jan Kulhanek. Der Essener Keeper hielt gleich in den ersten Minuten dreimal prächtig. Das gab Fans und Mitspielern gleichermaßen Mut.
Vor allem Philipp Pöter wagte viel. Erneut auf der Mitte-Position aufgeboten, zog er mit gewohnt großem Kämpferherz nicht nur gekonnt Regie, sondern suchte auch oft im richtigen Moment selbst den Abschluss – mit Erfolg. Auch dank seiner Tore hatte sich der Tusem beim 10:5 (15.) einen komfortablen Vorsprung herausgespielt. Wobei die Betonung eindeutig auf dem letzten Wort lag: Denn die meisten Treffer waren konsequenter Abschluss einer vorherigen Kombination. Diese Spielfreude wärmte die Herzen.
Hinzu kam eine erstaunliche Kompaktheit in der Deckung. Diese gipfelte in einer Szene aus der 18. Minute, als Patrick Wiencek im Innenblock gleich drei HSC-Würfe in Serie abblockte. Und mit seiner Körpersprache signalisierte nicht nur der Junioren-Weltmeister, sondern all seine Teamkollegen, dass sie kampfbereit waren.
Erfreulich aus Essener Sicht war auch, dass sich die Zahl der technischen Fehler diesmal auf ein erträgliches Maß minimierte. Diese hatten im bisherigen Saisonverlauf ja bereits oft für viel Unheil gesorgt. Und weil zudem Matthias Gerlich von Halblinks mit mehreren mutigen Aktionen erfolgreich war, gingen die Gastgeber mit einer erfreulichen, aber keinesfalls vorentscheidenden 16:10-Führung in die Pause.
Mit Beginn der zweiten Halbzeit agierte der HSC mit dem ehemaligen Essener Vaclav Vrany am Kreis. Aber nicht nur wegen dieses Wechsels gingen die Gäste nun beherzter zu Werke. Der Tusem hingegen wirkte erneut kurz nach Wiederanpfiff fahrig und träge. Wo in Hälfte eins noch Tempo und Spielfreude war, fehlten nun Ideen. Was sich sofort aufs Ergebnis auswirkte. Und als Pasqual Tovornik, mit lädiertem Sprunggelenk aufgelaufen, auch noch umknickte, drohte der nächste Rückschlag. Doch es wurde wieder besser. Mit Tovorniks Fuß. Und der Essener Leistung. Der Hausherr fand zum Elan der ersten Hälfte zurück – und Gerlich zu seiner Treffsicherheit. Beim 24:16 (44.) war die Führung wieder eine klare.
In der Endphase zog der Tusem dann davon – und begann zu zaubern. Angefangen bei Torwart Stefan Nippes, der gleich drei Siebenmeter hielt. Und aufgehört bei Ben Schütte, der mit einem frechen Dreher zum 27:17 traf. Am Ende stand Saisonsieg Nummer drei zu Buche.Das Tabellen-Tal, es war verlassen.
17:34
Tolle Leistung eines jungen sympathischen Teams. Die Tusemer machen zuhause einfach Spaß. Sie haben mehr Zuschauer verdient.
06:27
Die angeblich 1.600 Zuschauer sind mir auch ein Rätsel. Nach meinen Schätzungen waren knapp 1,000 Zuschauer am Hallo, wenn überhaupt.
Wer das Spiel nicht gesehen hat, hat definitiv was verpasst.
23:34
Ich weiss nicht, wo die 1.600 Zuschauer gewesen sein sollen, wahrscheinlich haben Sie die Beine gezählt. Trotzdem - diese tolle Mannschaft hätte mehr Zuschauer verdient. Aber leider schauen sich die Essener lieber das Gegurke von RWE an