Tusem am Samstag in der „Hiersemann-Hölle“
19.02.2010 | 21:29 Uhr 2010-02-19T21:29:00+0100
Ein Blick auf die Tabelle der 2. Handball-Bundesliga zeigt rasch, wie die Rollen für das Samstag-Spiel zwischen HC Erlangen und Tusem verteilt sind (19.30 Uhr, Hiersemann-Halle). Hier die heimstarken Erlanger, die auf Platz fünf rangieren. Dort die Essener, die trotz des deutlichen Sieges über EHV Aue auf dem 15. Rang verharrten.
Von der Papierform lässt sich Kristof Szargiej aber nur wenig beeindrucken. „Ich versuche immer, positiv zu denken“, sagte der Tusem-Trainer am Freitag vor der Abfahrt nach Erlangen. Positiv sind ja auch die Erinnerungen an das Hinspiel in Essen, in dem der Tusem nach wechselnden Führungen mit 29:28 das bessere Ende für sich hatte. Es war seinerzeit der erste Saisonsieg.
In der Erlanger Hiersemann-Halle, die von der Konkurrenz auch respektvoll „Hiersemann-Hölle“ genannt wird, zu bestehen, gelang in dieser Saison allerdings erst zwei Mannschaften. HSG FrankfurtRheinMain nahm einen Punkt (25:25) mit, Concordia Delitzsch verließ sogar als Sieger mit 24:21 das Parkett im bayrischen Wald.
Wie gegen die heimstarken Erlanger zu bestehen ist, davon hat Kristof Szargiej klare Vorstellungen. An oberster Stelle steht Disziplin. „Wenn unsere Deckungs- und Torwartleistung stimmen, dann haben wir eine Chance“, erklärt der Tusem-Coach. Im Angriff müsse man außerdem gegen die unangenehme Erlanger 3:2:1-Deckung mit Geduld und strukturierten Angriffen zu Werke gehen. „Wir dürfen auf keinen Fall unsere Angriffe halbherzig abschließen, denn die Erlanger sind bekannt für ein konsequentes und erfolgreiches Gegenstoßspiel.“
Während beim Tusem Martin Wozniak fehlt – er zog sich eine Rückenverletzung zu – muss Erlangen auf seinen verletzten Linkshänder Guillaume Laout (bisher 98 Tore) verzichten, der im Hinspiel zehn Treffer erzielte. „Das ist zwar ein wichtiger und erfahrener Spieler, doch Erlangen ist fast auf jeder Position doppelt gut besetzt“, misst Kristof Szargiej dem Fehlen des 27-jährigen Linkshänders aus Frankreich keine spielentscheidende Bedeutung zu.
Von der Tusem-Geschäftsführung hat Kristof Szargiej nach seiner Ankündigung, zum Saisonende aufzuhören, nach eigenem Bekunden noch nichts wieder gehört. Szargiej konzentriert sich aber ohnehin aufs Sportliche: „Es ist wieder Ruhe eingekehrt, und ich konzentriere mich mit der Mannschaft voll auf das kommende Spiel und die restliche Saison.“ Mit dem Schwung aus der zweiten Halbzeit des Aue-Spiels wolle man in Erlangen für eine kleine Überraschung sorgen.
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