Substanzverlust macht sich bemerkbar

Es dürfte noch ein harter Kampf werden für die Moskitos: Nicht allein, um Beute in der Verzahnungsrunde zu machen – in Form von Punkten. Vielmehr geht es bei den Essenern schon fast nur darum, durchzuhalten. Die personellen Probleme sind von Trainer Frank Gentges oft genug angesprochen und von dieser Zeitung dokumentiert worden. Es dürfte sich eben nur wenig ändern – zu wenig, um noch einmal durchzustarten. Positiv: Im Essener Lager darf man entspannt die Verzahnungsrunde bestreiten, Oberligist bleibt der ESC ja allemal in dieser Saison.

Der Substanzverlust bei den Moskitos macht sich vielleicht gerade auch am Beispiel Herner EV bemerkbar, auch wenn diese Vergleiche im Sport natürlich auch immer hinken müssen. Diese Parallele sei trotzdem gezogen: Die ersten drei Derbys wussten die Essener in der Hauptrunde der Oberliga West allesamt für sich zu entscheiden, der vierte Vergleich am Ende der Serie ging an den Klub vom Gysenberg. Auch das Derby am Sonntag entschied der HEV für sich, und dies – trotz der Tatsache, dass auch den Gastgebern mit den beiden Stürmern Jakub Rumpel und Jiri Svejda zwei absolute Leistungsträger fehlten – völlig verdient.

Das sah auch Frank Gentges so: „Das Ergebnis geht in Ordnung, da muss man gar nicht diskutieren“, sprach der ESC-Coach nach der Partie Klartext. „Herne hatte eine ganz andere Körpersprache, uns fehlte jegliche Aggressivität.“ Auch in Überzahl hatten die Essener kaum etwas getroffen (der ESC durfte gerade im zweiten Drittel von sieben Zeitstrafen gegen den HEV profitieren, nutzte aber die Chancen nicht), das Team verabschiedete sich zudem vor den beiden Drittelpausen ein paar Augenblicke zu früh zum Pausentee: Im ersten Abschnitt klingelte es zwei Sekunden, im zweiten Drittel vier Sekunden vor der Sirene.

Bleibt die Hoffnung, sich in den kommenden Tagen etwas regenerieren zu können: Am kommenden Wochenende steht nur die Partie gegen Halle auf dem Programm (Fr., 20 Uhr, Westbahnhof).

Herne – Moskitos 7:3 (3:0, 2:1, 2:2). Tore: 1:0 Ackers (7.), 2:0 Rasper (11.), 3:0 Maas (20.), 3:1 Hein (31.), 4:1 Ackers (37.), 5:1 Kreuzmann (40.), 5:2 Barta (45.), 6:2 Dreischer (49.), 7:2 Luft (53.), 7:3 Hein (57.). Strafminuten: Herne: 22. Essen: 17 plus Spieldauer Kracht.

Zuschauer: 1306.