Spektakulär und pragmatisch

Sehr engagiert: : Trainer Toni Molina.
Sehr engagiert: : Trainer Toni Molina.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Toni Molina ist der neue Trainer beim ETB. Seine Teams standen in der Vergangenheit für attraktiven Offensivfußball. Das Testspiel gegen FC Kray ist sein erster Härtetest.

Die Premiere als neuer Trainer beim Fußball Oberligisten ETB ging für Toni Molina schon mal schief: Gegen TSV Marl-Hüls verloren die Schwarz-Weißen 0:4. Auch der zweite Gegner in der Vorbereitung hat es in sich. Am heutigen Mittwochabend (19 Uhr) empfängt der ETB am Uhlenkrug den FC Kray. Vielleicht ist es für Molina eine gute Einstimmung auf seinen Job beim ETB: Zuletzt mussten dort die Trainer öfters mit Rückschlägen umge-hen.

„So früh gegen einen Regionalligisten zu spielen, ist nicht optimal“, sagt der 42-Jährige. Für Mannschaft und Trainer bedeutet es ein Kennenlernen unter Extrembedingungen. Allerdings will Molina aus der Partie auch nicht mehr machen, als sie ist: Ein Testspiel zweier Teams, die sich in unterschiedlichen Phasen der Vorbereitung befinden. Kray ist dem ETB eineinhalb Wochen voraus.

Für Molina geht es darum, die Stärken seines Teams herauszufinden, um dann die Spielweise daran anzupassen. Beim ETB scheint sich eine Kombination aus dem in der Vorsaison praktizierten Ballbesitzspiel mit dem Pressing- und Umschaltspiel anzubieten, das Molina zuletzt spielen ließ. „Für solche Entscheidungen muss ich die Mannschaft noch besser kennenlernen. Momentan habe ich das Gefühl, dass wir aus dem Ballbesitz schneller in die Tiefe spielen müssen. Dafür braucht man auch das entsprechende Tempo“, sagt Molina.

Dass sich der Spanier in der Spielweise durchaus pragmatisch zeigt, haben seine vergangenen Trainerstationen gezeigt, etwa, als er fünf Jahre lang die U17 von Fortuna Düsseldorf trainierte. „Dort waren wir super spielstark, dann hatten wir auch ein Jahr, wo wir richtig gemauert haben, um dann schnell umzuschalten“, sagt Molina. Beim VfB Hilden, den Molina danach zwei Jahre mit geringen Mitteln in der Oberliga hielt, war es ähnlich. „In der ersten Saison haben wir uns sehr über das Umschaltspiel definiert. In der zweiten Saison haben wir extremstes Forechecking gespielt, weil wir defensiv doch arge Probleme hatten“, sagt Molina.

Beide Spielstile einte, dass ein spektakulärer Offensivfußball entstand, der Molina auf das Radar des ETB brachte. „Wir haben jemanden gesucht, der mit jungen Leuten arbeitet und für Offensivfußball steht“, sagt der Sportliche Leiter Peter Schreiner.

Aus Molinas Sicht sprachen zwei Gründe für den ETB. Zum einen arbeitet er in Essen in der IT-Kommunikation der Deutschen Bahn. Der Weg zum Training ist dadurch kurz. Zum anderen hat der ETB als Traditionsverein noch immer einen großen Charme, wie Molina erklärt: „Der ETB ist ein super interessanter Verein. Ich glaube, dass es in der Umgebung kaum einen Verein mit diesen Möglichkeiten gibt.“ Molina will dabei helfen, genau diese Möglichkeiten wieder auszuschöpfen. „Dafür müssen wir als Mannschaft in Vorleistung gehen.“ Ein überzeugender Auftritt gegen den FC Kray wäre das richtige Signal.