Sieg für das Selbstbewusstsein

Mund auf und durch: Tusem-Linksaußen Lasse Seidel.
Mund auf und durch: Tusem-Linksaußen Lasse Seidel.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Handball-Zweitligist Tusem Essen spürt nach dem 32:31-Sieg über ThSV Eisenach Aufwind im Abstiegskampf. Der Auftritt gegen dienThüringer zeigte viele positive Ansätze und macht Mut für die nächsten Aufgaben.

Die Kontrahenten auf beiden Seiten benötigten schon etwas Zeit, um wieder herunterzukommen. Das war Stress pur bis zu allerletzten Sekunde, Puls 180. Dieses Handballspiel wirkte nach und zerrte an den Nerven aller Beteiligten. Mit 32:31 (18:13) hatte Handball-Zweitligist Tusem Essen den ambitionierten ThSV Eisenach besiegt. Die Gäste trafen zwar mit der Schlusssirene zum Ausgleich, den die Schiedsrichter aber nach Rücksprache mit den Zeitnehmern nicht anerkannten. Was wiederum Eisenachs Trainer Velimir Petkovic ausrasten ließ. Wenig später zeigten sich die Widersacher allerdings schon wieder versöhnlich.

„Wir hätten das Spiel mit vier, fünf Toren Unterschied gewinnen müssen“, sagt Tusem-Trainer Mark Dragunski einen Tag später. „Aber wir haben einfach die Bälle nicht reingemacht.“ Nahezu fahrlässig verschwendeten die Gastgeber ihre hundertprozentigen Chancen und ermutigten die Thüringer, die plötzlich wieder eine Chancen witterten. Anderthalb Minuten vor Schluss hatten sie noch mit 29:32 hinten gelegen.

Den Stress hätte sich der Tusem mit etwas mehr Konzentration ersparen können. Mark Dragunski wollte aber davon nicht mehr viel wissen. Abwehr okay, Dennis Szczesny okay, Neuzugang Hannes Lindt okay, und spielerisch war’s auch okay. „Die Chancenverwertung am Ende ist das einzige, was nicht okay war“, so Dragunski.

Dieser Sieg gegen eine Mannschaft aus dem oberen Tabellendrittel war nicht selbstverständlich, das wissen sie auf der Margarethenhöhe. Eine Kür wie beim 26:22-Sieg im Hinspiel. Aber solche Spiele muss man gewinnen, wenn man die Klasse halten möchte. „Ich glaube, dass Eisenach etwas überrascht war, wie wir aufgetreten sind. Die haben sich hier sicherlich mehr ausgerechnet“, vermutet Dragunski. Gästetrainer Petkovic jedenfalls sprang in Hälfte eins, als es gar nicht lief für sein Team, an der Linie herum wie ein HB-Männchen. Er zeterte, faltete seine Spieler zusammen, winkte ab. Kein schöner Tag für Eisenach.

Für Essen wiederum war dieser Erfolg wichtig, weil auch Bayer Dormagen, der direkte Konkurrent, gegen Henstedt-Ulzburg gepunktet hat (20:19). Der Tusem kletterte um einen Platz in der Tabelle, überflügelte Henstedt-Ulzburg, gleichwohl sind diese beiden mit Dormagen punktgleich. „Aber der Sieg sollte den Jungs Auftrieb geben“, findet Dragunski. Also mit Selbstvertrauen am Sonntag zum Spiel nach Aue (17 Uhr).