SGS verliert in München

Die Bayern mit Durchsetzungsvermögen: Caroline Abbé (oben) und Linda Dallmann von der SGS Essen kämpfen um den Ball.
Die Bayern mit Durchsetzungsvermögen: Caroline Abbé (oben) und Linda Dallmann von der SGS Essen kämpfen um den Ball.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Frauenfußball-Bundesligist SGS Essen muss sich München mit 0:2 geschlagen geben – die Bayern starten anschließend ihre Meisterfeier.

FC Bayern München -
SGS Essen 2:0 (2:0)

SGS: Weiß – Ioannidou, Martini, Janssen, Klasen – Gier (71. Hochstein), Doorsoun, Lehmann, Schüller (87. Ostermeier) – Dallmann (53. Meissner), Hartmann.
Tore: 1:0 Leupholz (4.), 2:0 Miedema (30.).

Der FC Bayern München ist Deutscher Meister auch im Frauenfußball. Und die SGS Essen war der Partygast, obwohl man eigentlich als Spielverderber ins Grünwalder Stadion gekommen war. Doch schon nach vier Minuten gab es die kalte Dusche. Der FCB ließ den Essenerinnen auch in der Folge keine Chance. Und doch durfte Schönebeck im Konfettiregen auch sich selbst feiern: Platz fünf in der Abschlusstabelle kann sich sehen lassen.

Die Null möglichst lange halten, das hatte sich die SGS in München vorgenommen. Doch davon mussten sie sich schnell verabschieden. Ärgerlich war das Zustandekommen: Denn ausgerechnet Essens Innenverteidigerin Dominique Janssen hatte Leupholz mit einer verunglückten Abwehr den Ball aufgelegt. Ein satter Schuss von der Strafraumgrenze und Lisa Weiß im SGS-Tor hatte das Nachsehen.

Ein starker Reflex von Weiß und die Latte bewahrten die SGS nach Schüssen von Lotzen vor einem deutlichen Rückstand. Bis der FCB wieder von einem Patzer profitierte.

Lisa Weiß verrichtet Akkordarbeit

Bei einem Freistoß gab es in der Mauer zwischen Janssen und Dominique Klasen Auflösungserscheinungen. Der Ball rutschte durch, Miedema versenkte zum 2:0. Auch in der Folge sahen die Zuschauer Einbahnstraßenfußball. Für die SGS, bei der nun auch Sara Doorsoun, Ina Lehmann und Kapitänin Vanessa Martini ihre Verträge verlängerten, gab es keine Entlastung. Glücklich konnte man sich schätzen, dass Torfrau Weiß keine anderen Termine hatte. Die 27-Jährige verrichtete Akkordarbeit.

Erst ab Mitte der zweiten Hälfte ließ es München gemächlicher angehen. Die Gedanken waren mehr und mehr in Frankfurt, wo Wolfsburg zu Beginn der zweiten Hälfte das 1:1 erzielte. Die Meisterschaft für den FC Bayern hing am seidenen Faden, denn bei einem Sieg der „Wölfinnen“ hätten sie den FCB noch abgefangen. Zwei Minuten nach dem Abpfiff in München musste noch gezittert werden – dann war auch in Frankfurt Schluss.

Ähnlich dramatisch ging es im Abstiegskampf zu: Es erwischte den MSV Duisburg trotz eines eigenen 4:0-Sieges über das schon abgestiegene Schlusslicht Herford. Der SC Sand hielt den MSV dank eines 1:0-Erfolgs in Leverkusen auf Abstand. Duisburg stürzt in die Zweitklassigkeit ab, während der ehemals kleine Nachbar aus Schönebeck zum festen Bestandteil der Eliteliga zählt.