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SGS-Trainer Högner peilt frühzeitigen Klassenerhalt an

05.09.2012 | 18:34 Uhr
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SGS-Trainer Högner peilt frühzeitigen Klassenerhalt an
Testspiel, SGS Essen - 1. FFC Frankfurt Ina Mester (Mitte, SGS) Michael Gohl / WAZ FotoPoolFoto: Michael Gohl

Kurze, flache Pässe sind im Spielverständnis von Markus Högner von zentraler Bedeutung. Aber auch verbal ist der Trainer des Frauenfußball-Bundesligisten SG Schönebeck jemand, der den Ball gerne flach hält. Die vergangene Spielzeit war für viele Spielerinnen wie ein Traum, aus dem sie niemand aufweckte. Platz fünf sprang bekanntlich am Ende heraus. Nur die großen Vier Potsdam, Wolfsburg, Frankfurt und Duisburg waren besser. Es war eine, wenn nicht die erfolgreichste Saison in der Schönebecker Vereinsgeschichte. Den DFB-Pokal einmal ausgeklammert. Dort war gegen Potsdam in Runde zwei bereits Endstation.

SGS-Kapitänin Melanie Hoffmann ist bereits voller Tatendrang. 37 Jahre ist sie mittlerweile und könnte damit vom Alter her die Mutter einiger ihrer Mitspielerinnen sein. „Oma“ wird sie von manchen scherzhaft gerufen. „Aber ich fühle mich wie Mitte 20.“ Entsprechend hoch sind ihre Erwartungen an die neue Saison: Der fünfte Platz sei zwar nur schwer zu wiederholen, aber weiter runterrutschen als auf Rang sechs möchte sie eigentlich nicht.

Högner dagegen übt sich in Zurückhaltung. „Wenn die Mannschaft solche Ziele hat, finde ich das super. Aber meine Aufgabe als Trainer ist es, Ruhe zu bewahren. Es kann in dieser ausgeglichenen Liga ganz schnell gehen und man hängt wieder unten drin.“ Somit hat sich am Saisonziel des Fußballlehrers nichts geändert: frühzeitiger Klassenerhalt. „Ab Platz vier sind in diesmal fast alle Mannschaften gleichauf. Da ist schon der Start entscheidend.“ Eine Erfolgsserie gleich zu Beginn, das wünscht er sich. Nur ist der erste Gegner am Sonntag (14 Uhr, Hafenstr.) leider der 1. FFC Frankfurt, der nach einer titellosen Saison mächtig unter Druck steht. „Wenn die mit dieser Truppe diesmal nicht Meister werden, dann kann irgendwas nicht stimmen“, meint Högner.

Unabhängig vom Auftakt sieht er seine Elf für die Saison gut gerüstet. Fast zehn Wochen dauerte die Vorbereitung, inklusive Trainingslager und einer Reihe von Testspielen. Wobei zum Ende der Vorbereitung kaum noch Gegner gefunden werden konnten. So kam es zuletzt zu einem „Rückspiel“ gegen die männliche A-Jugend des VfB Frohnhausen. Und zum Abschluss der Testspielserie zeigte die SGS, dass es losgehen kann. „Das war unser bestes Spiel in der Vorbereitung. Wir haben einen körperlich überlegenen Gegner beherrscht. Das hätten wir vor zwei Jahren niemals geschafft“, meint Högner nach dem 3:1-Erfolg, bei dem Charline Hartmann (2) und Sharon Beck trafen.

Fortschritte seien allein in den vergangenen zehn Wochen klar erkennbar gewesen: „Spielerisch haben wir uns auf jeden Fall weiterentwickelt. Unser Passspiel ist besser geworden.“ Herausstellen wollte der Coach Ina Mester, Irini Ioannidou, Ana Oliveira-Leite und Caroline Hamann. „Sie haben einen großen Schritt nach vorne gemacht. Sie sind nun im besten Fußballalter.“ Namhafte Neuzugänge konnte die SGS nicht verpflichten. Aber auch von Madeline Gier, Geldona Morina (beide FCR Duisburg II) und Christina Dierkes (eigene Jugend) verspricht sich Högner viel. Aber noch nicht sofort.

„Wir sind bei unserer Kaderplanung unserer Linie treu geblieben und stehen auf finanziell gesunden Füßen“, sagt der Chef-Ausbilder der SGS. Ein wenig musste er seine Transferpolitik aber schon rechtfertigen. „Ich bin von vielen gefragt worden, warum ich Danielle Foxhoven nicht geholt habe. Sie war uns nicht zu teuer. Aber ich finde eine Madeline auf lange Sicht besser.“ So möchte er lieber weiter Talenten die Chance einräumen, sich zu beweisen. Linda Dallmann hat das in der Vorsaison getan wie keine andere. 91 Prozent aller Pflichtspielminuten absolvierte die jetzt 18-Jährige. Und mit diesem – wenn auch aus der Not geborenen – Konzept ist die SGS in der Vorsaison ja auch mehr als gut gefahren.

Vom Umzug ins Stadion an der Hafenstraße erhofft sich die SG Schönebeck mehr Zuschauerinteresse. Auf 1500 und 2000 soll der Schnitt steigen. „Wir spielen jetzt im Fußball-Herz von Essen“, sagt Manager Willi Wißing.

Knapp 40 Dauerkarten hat die SGS verkauft. Aber es sollen mehr werden: Am Sonntag gibt es an der Stadionkasse für alle Mitglieder von SGS und RWE ermäßigte Dauerkarten für 50 Euro. Alternativ können diese per E-Mail an info@sgs-frauenfussball.de bestellt werden.

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