SGS betreibt Talentschmiede an der Ardelhütte

Die sechs Nationalspielerinnen der SGS Essen (v.l.) Lea Schüller, Lena Pauels, Jana Feldkamp, Madeline Gier, Nicole Anyomi und Linda Dallmann.
Die sechs Nationalspielerinnen der SGS Essen (v.l.) Lea Schüller, Lena Pauels, Jana Feldkamp, Madeline Gier, Nicole Anyomi und Linda Dallmann.
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Was wir bereits wissen
Mit ihnen hat die SGS Essen einige Eisen im Feuer: Jana Feldkamp, Madeline Gier und Linda Dallmann sind neben Lea Schüller, Lena Pauels und Nicole Anyomi die Nachwuchstalente, die die sportliche Zukunft des Frauenfußball-Bundesligisten gestalten sollen.

Mit ihnen hat die SGS Essen einige Eisen im Feuer: Jana Feldkamp, Madeline Gier und Linda Dallmann sind neben Lea Schüller, Lena Pauels und Nicole Anyomi die Nachwuchstalente, die die sportliche Zukunft des Frauenfußball-Bundesligisten gestalten sollen. An der Schönebecker Ardelhütte werden sie nicht nur zu Leistungsträgern im Fußball-Oberhaus, sondern auch zu Nationalspielerinnen geformt. Zwar reicht es noch nicht für die A-Nationalmannschaft, dafür haben allein Gier, Dallmann und Feldkamp zusammen schon über 80 Spiele für die deutschen Jugend-Nationalteams bestritten.
Der Fußball spielte für die SGS-Hoffnungen schon immer eine große Rolle. „Ich habe vier ältere Brüder, die alle Fußball gespielt haben. Da hatte ich einfach keine andere Wahl“, schmunzelt Linda Dallmann. Die 20-Jährige weiter: „Ich war nie wirklich eine, die typische Mädchensachen gemacht hat. Ich habe immer das gemacht, was auch die Jungs gemacht haben und dabei ist es dann auch geblieben.“ Das sollte sich auch lohnen. Denn Dallmann ist nicht nur zu einer Stammspielerin in der Bundesliga-Mannschaft geworden, sondern auch aus der U20-Nationalmannschaft nicht mehr weg zu denken. Den wohl größten Erfolg ihrer noch jungen Karriere feierte die gebürtige Dinslakerin im vergangenen Jahr: Den Gewinn der U20-Weltmeisterschaft. In Kanada gewann Deutschland im Finale mit 1:0 gegen Nigeria, Dallmann erinnert sich noch genau an den Schlusspfiff: „Das war unglaublich. Wir hatten das alle nicht erwartet. Aber durch den Zusammenhalt haben wir den Titel doch holen können. Das war dann umso schöner und schwer zu fassen.“ Laut Dallmann hat die SGS großen Anteil daran, dass sie Nationalspielerin ist. „Ich glaube die Erfahrung, die ich in der Bundesliga sammeln konnte, ist ganz wichtig. Man kann sich jede Woche auf einem guten Niveau weiterentwickeln und das hilft dann natürlich ins Nationalteam zu kommen und sich da zu beweisen“, sagt die Mittelfeldspielerin.

Ihre Teamkollegin Madeline Gier darf sich ebenfalls Weltmeisterin nennen, auch sie war im letzten Jahr dabei. Als Nationalspielerin hat die erst 18-Jährige schon über 30 Mal für den DFB gespielt. In diesem Alter keine Selbstverständlichkeit. Das viele Reisen macht Gier nichts aus, denn: „Jede Reise ist was Besonderes. Wenn man für ein Land spielen darf, ist das sowieso immer was Besonderes. Es ist zwar auch anstrengend, aber man freut sich trotzdem immer wieder darauf.“ Gier hat ebenfalls schon früh angefangen zu kicken. „Ich habe parallel zum Fußball immer zwei Sportarten gemacht, aber die meistens nur so ein halbes Jahr oder so. Am Ende bin ich dann doch beim Fußball hängen geblieben.“, erinnert sich die Oberhausenerin.

Andere Sportarten probierte auch Jana Feldkamp aus. Sich an früher zu erinnern, fällt der erst 17-Jährigen noch leichter als den anderen Jung-Talenten. „Ich habe früher auch Tennis gespielt, aber irgendwann musste ich mich entscheiden. Fußball hat mir einfach mehr Spaß gemacht“, weiß auch sie. Das “Küken“ sorgt momentan ebenfalls für Furore. In der Bundesliga gelangen Feldkamp schon zwei Treffer, zuletzt beim 5:1-Sieg gegen den SC Freiburg. Eine ziemlich große Bühne für ein doch noch so junges Mädchen. „Am Anfang war ich ziemlich nervös, aber das Team hilft einem dann und wenn man die ersten Ballkontakte hatte, dann geht´s eigentlich.“ Von Nervosität ist keine Spur zu sehen. Eher im Gegenteil. Über ihre Ziele ist sich Jana Feldkamp auch bewusst: „Ich will auf jeden Fall weiter Bundesliga spielen und gucken, was man da erreichen kann. Mit der Nationalmannschaft jetzt erstmal zur EM fahren und da so weit es geht kommen.“

Zielstrebig sind sie alle. Den Talenten der SGS Essen gehört die Zukunft. „Sie sind nicht nur sportlich richtig gut drauf, sondern haben auch was im Köpfchen“, kommentiert SGS-Manager Willi Wißing. Die Jugendarbeit ist für den Verein wichtig: „Für uns ist das ein notwendiges Übel. Wir haben nicht die finanziellen Mittel, uns mit Stammspielern von anderen Vereinen zu verstärken, aber wir können für ein leistungsförderndes Umfeld sorgen. Wenn man sieht, wie die Mädels dann einschlagen, macht uns das schon auch stolz.“