Schonnebeck in der Endlos-Partyschleife

Kommen aus dem Feiern gar nicht mehr raus: Die Spieler der SpVg Schonnebeck.
Kommen aus dem Feiern gar nicht mehr raus: Die Spieler der SpVg Schonnebeck.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Nach dem umjubelten Aufstieg in die Oberliga gewinnt die Mannschaft von Trainer Dirk Tönnies auch die Fairplay-Wertung. Der bislang größte Erfolg der Vereinsgeschichte.

Die Fußballer der Spielvereinigung Schonnebeck haben allen Grund zur Freude: In der Landesliga gelang die Meisterschaft und damit auch der Aufstieg in die Oberliga. Der bislang größte Erfolg der Vereinsgeschichte. Beeindruckend ist aber vor allem, wie dieses Ziel erreicht wurde. Neben den sportlich überzeugenden Leistungen glänzte die Mannschaft auch mit großer Disziplin und Fair-Play.

Nach 26 Ligaspielen haben die „Schwalbenträger“ keinen einzigen Platzverweis kassiert – weder Rot noch Gelb-Rot. Auch die neu eingeführte Ein-Spiel-Sperre nach fünf gelben Karten brachte die Schonnebecker nie in Personalnot. Kein Akteur musste wegen einer Sperre pausieren. „Das ist immer ein Grund, warum man am Ende auch ganz oben steht. Wenn kein Spieler gesperrt ist, dann muss man nicht viel in der Aufstellung ändern. Man kann als Trainer immer auf alle Leistungsträger zurückgreifen“, sagt Coach Dirk Tönnies. Dass eine Mannschaft eine ganze Saison lang ohne gesperrte Spieler auskommt, ist schon längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Dazu gehört eine große Disziplin. Dirk Tönnies geht sogar noch ein Stück weiter: „Das zeugt auch von der Intelligenz der Spieler. Wir legen viel Wert auf das Spielerische, die Disziplin ist im Fußball sehr wichtig.“

Ein Geheimnis liegt auch in der taktischen Ausrichtung der Mannschaft. Tönnies lässt einen Fußball mit viel Ballbesitz spielen, so muss der Gegner oft hinterher laufen. „Wir spielen ziemlich dominant. Da haben wir oft gar nicht die Möglichkeit zu foulen“, sagt der Trainer und ergänzt: „Hinzu kommt auch, dass die Spieler sich auf die Partie fokussieren und die Randgeschichten ausblenden.“ Ein Problem mit den Schiedsrichtern habe es in der Saison überhaupt nicht gegeben. Tönnies: „Wir sagen den Jungs vor dem Spiel, dass Emotionen dazu gehören. Man muss sie aber in die richtigen Bahnen lenken und die positiven Emotionen herausfiltern. Das hat die Mannschaft sehr sehr gut gemacht und deshalb muss ich ein Riesen-Lob aussprechen“. Gerade in Zeiten, in denen Gewalt im Fußball fast schon ein wöchentliches, trauriges Phänomen geworden und wo Fair-Play teils zu einem wertlosen Begriff verkommen ist, setzt die Spielvereinigung Schonnebeck ein klares positives Zeichen gegen diesen Trend. Denn auch mit Fair-Play kann man Erfolg haben. Zur Belohnung gibt es nicht nur den Aufstieg in die fünfte Liga, sondern auch einen Fair-Play-Pokal. Mit diesem ist auch eine Prämie im mittleren dreistelligen Bereich verbunden. Geld, das der Verein aus dem Essener Nord-Osten immer gut gebrauchen kann. „Ich hoffe die Mannschaft wird dafür vom Verein belohnt“, so Tönnies. Eine rundum gelungene Saison.