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Sascha Kesselring: „ETB ist eine moderne Topmannschaft“

10.02.2012 | 19:09 Uhr
Sascha Kesselring: „ETB ist eine moderne Topmannschaft“
Basketball - Giants Düsseldorf (blau) gegen Nürnberger Basketball Club (rot) am Montag den 03.10.2011 in Düsseldorf. Nr.21 Sascha Kesselring. Foto: Lars Heidrich / WAZ FotoPool

Nein, dieser Schuhe hätte es eigentlich nicht mehr bedurft. Seine 2,09 Meter an Körpergröße, gepaart mit grimmigem Gesichtsausdruck, hatten allein schon einen hohen Wiedererkennungswert. Aber wenn er sie schön findet: Denn zusätzlich „verwöhnte“ Sascha Kesselring sein Team und vor allem die Fans mit Schuhen, die eigentlich eher ein „Weg-“ denn ein „Hingucker“ waren: Vielleicht waren sie neongrün, vielleicht giftgrün. In jedem Fall knatschgrün. Schaurigschön: Man will nicht hinschauen, aber irgendwie muss man. Hoffentlich auch der Gegner.

Die Schuhe und ihr Träger – sie fielen auf beim ersten Auftritt des Ex-Düsseldorfers für die ETB Wohnbau Baskets gegen Heidelberg. Es war eine sehr erfolgreiche Premiere, der Basketball-Zweitligist (Pro A) siegte knapp und auch Dank Kesselring. Der weniger Einsatzzeit bekam als zum Beispiel Diego Kapelan, der ebenfalls zum ersten Mal für Schwarz-Weiß aufgelaufen war. Aber Sascha Kesselring durfte trotzdem zufrieden sein – er räumte ab, vor allem defensiv.

Gekommen ist er, um zu spielen. In Düsseldorf bei den Giants durfte er das zuletzt gar nicht mehr, „und für mich gab es keinen Grund, dass ich das nicht tun durfte“, wunderte sich Kesselring. Dass der 26-Jährige dies auch beim ETB nicht sofort in dem Umfang tun darf, wie gewünscht, weiß er einzuschätzen. „Ich komme hier als Ergänzung in eine intakte Mannschaft. Und diese Mannschaft ist nun enorm tief besetzt. Da verteilen sich Einsatzzeiten und das ist gut. Der ETB ist mit dieser Tiefe jetzt eine moderne Topmannschaft.“

Eine moderne Topmannschaft – da darf man mal innehalten. Ja, wohl noch nie hatte ein schwarz-weißer Kader eine solche Breite. Auch weil sich der kleine ETB sich das nie leisten konnte. Und Mittel und Wege müssen noch immer clever angewendet werden, um Voraussetzungen zu schaffen, die manche – wie Sascha Kesselring – zu solchen Aussagen bewegen („Schaut man sich die deutschen Spieler an, ist der ETB besser aufgestellt als Düsseldorf“). Aber Mittel und Wege – und Ideen, sie anzuwenden – scheinen immer einfacher zu finden zu sein. Schließlich schielt der Klub – vom zurückhaltenden Coach Igor Krizanovic vielleicht abgesehen – so stark in Richtung Playoffs, dass die Augen weh tun müssten.

Auch Sascha Kesselring dürfte das für durchaus realistisch halten. Schließlich hält Sascha Kesselring auch einen Sieg am Sonntag beim Mitteldeutschen BC für alles andere als ausgeschlossen (16.30 Uhr). Nur gut einen Monat ist es her, da war der Center noch mit Düsseldorf zu Gast in Weißenfels. 68:70 hieß es am Ende, mit zwei Punkten unterlag auch der ETB im Hinspiel. „Ein ganz enges Spiel“, so Kesselring aus der Düsseldorfer Perspektive. Der MBC ist zu Hause noch ungeschlagen, „aber der MBC ist nicht unschlagbar“. Kesselring macht zurecht auf solch feine Bedeutungsunterschiede aufmerksam.

Er selbst sei froh, einfach wieder Basketball zu spielen. „In einem Team, das zusammenhält. Stimmung und Harmonie sind außergewöhnlich, das sollte uns helfen.“ Gegen den MBC („Wir wollen gewinnen und so werden wir auch auftreten“) und für den Rest der Saison. Und vielleicht blenden ja auch die knatschgrünen Schuhe in den richtigen Momenten die richtigen Spieler.

Achim Faust

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