Saisonausklang für die Etuf-Damen ohne Druck

Richel Hogenkamp, die Nummer eins vom Etuf, kämpfte sich in Wimbledon in die zweite Hauptrunde.
Richel Hogenkamp, die Nummer eins vom Etuf, kämpfte sich in Wimbledon in die zweite Hauptrunde.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Die heiße Phase in der 1. Tennis-Bundesliga haben die Etuf-Damen überstanden, da kann die Sonne am Sonntag am Baldeneysee noch so brennen. Die Essenerinnen empfangen den Tabellennachbarn Rüppur Karlsruhe (11 Uhr, Hügel), doch sie brauchen nicht mehr um den Klassenerhalt zu zittern.

Die heiße Phase in der 1. Tennis-Bundesliga haben die Etuf-Damen überstanden, da kann die Sonne am kommenden Sonntag am Baldeneysee noch so brennen. Die Essenerinnen empfangen den Tabellennachbarn Rüppur Karlsruhe (11 Uhr, Hügel), doch sie brauchen nicht mehr um den Klassenerhalt zu zittern, den haben sie bereits sicher. Und es wird der letzte Auftritt für den Etuf in dieser Saison sein, denn beim Saisonausklang in einer Woche sind die Essenerinnen spielfrei. „Deshalb wollen wir unseren Zuschauern natürlich auch trotz der Hitze noch einmal guten Sport bieten“, sagt Teammanagerin Sabine Schmitz.

Druck hat der Gastgeber jedenfalls nicht mehr. Muss ja auch nicht sein, der Saisonverlauf war schon turbulent genug für den Aufsteiger, der so famos mit zwei Auswärtssiegen gegen Moers (8:1) und Aachen (7:2) in die Saison gestartet ist und damit das Fundament goss für eine erfolgreiche Spielzeit. Das war so nicht zu erwarten, zumal Sabine Schmitz immer wieder Personalprobleme lösen musste. Mal fielen Spielerinnen verletzt oder krank aus, mal mussten die Profis ihren Pflichten bei Turnieren nachkommen.

Der Etuf meisterte diese Widrigkeiten, zuweilen mit etwas Glück, aber vor allem auch, weil die Neuzugänge Richel Hogenkamp (Niederlande) und Tereza Martincova (Tschechien) super einschlugen. Stammkraft Ysaline Bonaventure (Belgien) steigerte sich ebenfalls, so dass der Etuf auch an den Spitzenpositionen fleißig punktete und sich selbst gegen den übermächtigen Titelfavoriten Ratingen besser aus der Affäre zog, als man angesichts der 0:9-Niederlage vermuten könnte.

Am Sonntag hat der Etuf - natürlich wieder unerwartet - ein Luxusproblem, denn Richel Hogenkamp hatte sich in Wimbledon über die Qualifikation bis in die 2.Hauptunde gekämpft, wo sie aber gegen die Russin Marija Scharapowa verlor. Und nun würde Hogenkamp am Sonntag gerne für den Etuf spielen, was auch ein bisschen für den Teamgeist spricht, denn bei der sengenden Hitze auf Asche zu spielen, ist ein eher zweifelhaftes Vergnügen. Nun überlegt Schmitz, ob sie auf Hogenkamp setzen soll oder nicht. Rein sportlich gesehen wäre das gar keine Frage. Aber die Niederländerin müsste ja auch für ihren Auftritt in Essen bezahlt werden. Das vorläufige Aufgebot: Ysaline Bonaventure, Anne Schäfer, Lisa Ponomar, Katharina Holert, Angelique v.d. Meet, Roos v. d. Zwaan, Lea Luboldt.

Wenn’s ums Geld geht, haben die Etuf-Damen auf jeden Fall ein Problem. Der Etuf hat ohnehin den niedrigsten Etat der Liga, muss in jedem Jahr mühsam die Geldgeber akquirieren. Nun ist ein größerer Sponsor weggebrochen, sodass sich eine Lücke von knapp 20 000 Euro auftut. Es steht noch in den Sternen, ob es 2016 Erstliga-Tennis am Baldeneysee zu sehen gibt.