Fußball-Regionalliga : Vorbei! Das war viel zu wenig, RWE!

Essen. Aus und vorbei! RWE ist mit seinem Vorhaben, direkt in die Dritte Liga zurückzukehren, frühzeitig gescheitert. Mit einer 1:2 (1:0)-Niederlage bei FC Schalke 04 II wurden alle Hoffnungen, mit einer grandiosen Rückrunde zum Sturm auf die Tabellenspitze zu blasen, im Keim erstickt.
Vor 13 800 Fans in der Gelsenkirchener Arena - das bedeutete Zuschauerrekord in der Regionalliga West - boten die Essener eine enttäuschende Vorstellung und wurden zu keiner Phase ihren hohen Ansprüchen gerecht.
"Ich bin maßlos enttäuscht. Ich habe nie den unbedingten Willen gesehen, die Chance zu nutzen. Und man darf sich jetzt keinen Sand in die Augen streuen. Nur Fantasten können jetzt noch von Platz eins sprechen", zeigte sich Geschäftsfüher Sport Thomas Strunz sichtlich konsterniert.
Ins gleiche Horn stieß Trainer Michael Kulm: "Es macht überhaupt keinen Sinn, jetzt noch irgendwelche Luftschlösser zu bauen. Das war ein ganz herber Rückschlag, die Enttäuschung ist natürlich riesengroß."
Sascha Mölders vergab die Riesenchance zum 2:1
Im Blickpunkt der niveauarmen Partie in der Arena standen vor allem zwei Szenen. Beim Stand von 1:1 steuerte Sascha Mölders in der 73. Minute nach einem schweren Patzer von Schalkes Schlussmann Ralf Fährmann aus spitzem Winkel aufs leere Tor. Das musste der 21. Saisontreffer von Mölders und die 2:1-Führung sein - doch überhastet setzte der Torjäger das Leder an den Außenpfosten.
Neun Minuten später Aufregung im anderen Strafraum. Die Wege von Björn Traufetter und RWE-Linksverteidiger Dennis Bührer kreuzen sich. Der Schalker Mittelfeldspieler kommt zu Fall, Schiedsrichter-Assistent Nikolaus Athanassiadis signalisiert sofort Foul von Bührer, der Unparteiische Thomas Metzen pfeift und zeigt auf den Elfmeterpunkt. Was folgt, sind minutenlange Proteste der Essener. Schließlich entschließt sich der Schiedsrichter, Björn Traufetter zu fragen, ob er tatsächlich gefoult worden sei. Als der Schalker die Frage bejaht, bleibt´s bei der Entscheidung, Marc Lorenz verwandelt sicher und besiegelt damit die Niederlage der Essener.
Wüste Beschimpfungen
"Einfach lächerlich. Was soll der betroffene Spieler denn sagen", schüttelte Robert Mainka den Kopf. Er hatte die Essener in der 29. Minute nach einem Einwurf von Bührer und der Vorarbeit von Mölders in Führung gebracht.
"Wir sind beschissen worden", regte sich Abwehrspieler Sebastian Zinke auf und gab damit den allgemeinen Tenor seiner Mannschaftskameraden wider, die mit wüsten Beschimpfungen ihrem Frust und Unmut lautstark Luft machten.
Erfreulich, dass die sportliche Leitung der Rot-Weißen den umstrittenen Strafstoß nicht in den Mittelpunkt ihrer Analysen rückten. "Es wäre doch fatal, sich an dieser Szene hoch zu ziehen und darüber die eigene enttäuschende Leistung zu vergessen. Das war nicht Pech, das war kein Zufall. Wir haben viel zu ängstlich angefangen, zu viele Fehler gemacht, den Gegner dadurch aufgebaut und viel zu viel zugelassen", kritisierte Thomas Strunz schonungslos.
"Wir haben es trotz unserer Pausenführung nicht geschafft, das Spiel zu kontrollieren, haben nicht zu unserem Ryhthmus gefunden. Das ist uns nicht gelungen, daher darf man sich nicht wundern, wenn man als Verlierer vom Platz geht", so Michael Kulm.
Mit dem Vorsprung zur Pause war es schon nach zehn Minuten im zweiten Durchgang vorbei. Sebastian Zinke lag nach einem Zweikampf verletzt am Boden, Trauftetter nutzte die Unordnung in der Essener Abwehr blitzschnell zum 1:1 aus.
Eine Möglichkeit für Mölders (61.) nach Pass von Neumayr und die erwähnte Riesenchance für Mölders (73.) - viel mehr brachten die Essener im zweiten Durchgang nicht zustande. Viel zu wenig, um die abstiegsbedrohten Schalker ernsthaft in Verlegenheit zu bringen; viel zu wenig, um die zahlreichen RWE-Anhänger für ihre Treue und ihre Unterstützung zu belohnen.
Der Blick nach vorn fiel angesichts der schwachen Vorstellung nicht leicht. Michael Kulm: "Es macht keinen Sinn, die Arbeit einzustellen. Jeder Spieler ist nach wie vor gefragt, alles zu geben. Wir können jetzt nur von Spiel zu Spiel schauen. Wir müssen zusehen, dass wir unsere eigene Leistung dringend verbessern und schellstmöglich spielerische Dominanz zu bekommen."





