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Fußball-Regionalliga : RWE bekommt das Stadion

RWE, 27.02.2009, Marcus Schymiczek

Essen. Für die Ratssitzung am kommenden Mittwoch zeichnet sich eine breite politische Mehrheit ab. Stadtdirektor präsentiert in der VHS die aktuellen Pläne. Baustart schon im Herbst.

Selbst hartgesottene Fans von Rot-Weiss Essen haben wohl kaum noch daran geglaubt. Aber der Traditionsverein von der Hafenstraße bekommt ein neues Stadion. Stadtdirektor Christian Hülsmann und die sportpolitischen Sprecher der Ratsfraktionen von CDU und SPD, Siegfried Brandenburg und Rudolf Jelinek, ließen am Mittwochabend bei "Essen kontrovers", der gemeinsamen Diskussionsrunde von NRZ und Volkshochschule, nicht den Hauch eines Zweifels aufkommen: Der Rat der Stadt wird am kommenden Mittwoch den Baubeschluss fassen. Da auch Grüne und FDP sich im Vorfeld für ein neues Stadion ausgesprochen hatten, gilt eine breite politische Mehrheit als sicher. Hülsmann wörtlich: "Wir brauchen dieses Stadion." Der Stadtdirektor geht nach eigenen Worten davon aus, dass die Bauarbeiten bereits im Herbst beginnen könnten, Anfang 2011 soll die neue Arena fertig sein. Das Gebot der Stunde laute "investieren, investieren, investieren", so Hülsmann in Anspielung an die aktuelle Wirtschaftskrise.

Stadtdirektor Hülsmann präsentierte Stadion-Entwurf

Der Entwurf für das RWE-Stadion an der Hafenstraße von der GVE Essen. Foto: NRZ

Dann präsentierte der Stadtdirektor den rund 80 staunenden Zuschauern nicht nur Details zum Stand der Planungen und der Finanzierung, sondern gleich den aktuellen Stadion-Entwurf. Die neue Arena soll unmittelbar neben dem Georg-Melches-Stadion errichtet werden - zum heutigen Standort etwas nach Nord-Westen versetzt. Trainingsplätze fielen dafür weg, der Willi-Lippens-Platz bliebe aber erhalten. Dort, wo heute das Stadion steht, sind Parkplätze vorgesehen.

Von der ursprünglichen Idee, das Spielfeld um 90 Grad zu drehen, sind die Planer inzwischen abgerückt, das Fassungsvermögen der ersten Ausbaustufe wurde hingegen erhöht von 15 000 auf 20 000 Zuschauer auf vier Tribünen. Zunächst sollen die Haupttribüne, die West- und die Tribüne an der Gegengeraden gebaut werden, erst dann würde das Georg-Melches-Stadion abgerissen, die Osttribüne gebaut, die bis auf das heutige Spielfeld reicht. Im Osten sollen künftig übrigens die eingefleischten unter den RWE-Fans ihre neue Heimstätte finden - für traditionsbewusste Fans, die sich noch an seelige Westkurven-Zeiten erinnern, mag das ein Wermutstropfen sein, den sie aber wohl gerne schlucken. Sollte RWE gar die selbstgesteckten sportlichen Ziele erreichen, wäre ein Ausbau in zwei weiteren Schritten möglich. Nach dem Vorbild des Bochumer Ruhrstadions würden zunächst die Stadion-Ecken geschlossen, so dass 30 000 Besucher Platz fänden. Die Statik der Tribünen soll aber von Beginn an so angelegt sein, dass diese aufgestockt werden können. Das Fassungsvermögen erhöhte sich damit auf 40 000 Zuschauer.

Stadion soll 31 Mio Euro kosten

Keine Frage, das Stadionprojekt ist langfristig angelegt. Hülsmann zeigt sich optimistisch, dass die letzten offenen Fragen zur Finanzierung kurzfristig geklärt werden. 31 Millionen Euro soll das Stadion kosten. 7,5 Millionen Euro hatte der Rat bereits 2004 bewilligt. 20 Millionen sollen aus dem Verkauf des Handelshofes in das Projekt fließen. Eigentümer des Hotels und Bauherr des Stadions ist die städtische Tochtergesellschaft GVE. Wie berichtet, will die Bezirksregierung den Kreditrahmen der Stadt allerdings um eben jene 20 Millionen Euro kürzen, die die GVE aus dem Handelshof ziehen will.

Laut Hülsmann geschehe dies nicht auf einen Schlag, sondern über einen Zeitraum von drei Jahren, die Finanzierung sei nicht gefährdet. Postiv verliefen Gespräche mit Sponsoren. Dabei dürfte es auch um jene vier Millionen Euro gehen, mit denen Ex-Sponsor Michael Kölmel aus seinen Verträgen mit RWE "herausgekauft" werden soll. 15 Prozent an den Fernsehrechten will der Chef der MK Medien behalten. "Damit", so RWE-Sportgeschäftsführer Thomas Strunz, "müssen und können wir leben".

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