Kein Luxustempel, aber grünes Licht
FUSSBALL. Nach hitziger Debatte wurde gestern vor vollbesetzter Zuschauertribüne im Ratssaal der Stadionbau beschlossen.
Vollbesetzte Zuschauerränge im Rathaus bei einer Ratssitzung sind nicht gerade alltäglich, da muss ein Tagesordnungspunkt schon von besonderer Brisanz oder publikumswirksamem Interesse sein. In der Tat: Als Tagesordnungspunkt 11 stand gestern der Bau eines neuen Stadions an, und deshalb verfolgten viele Fußballfreunde das Geschehen. Da sich die Ratssitzung bereits bei den Punkten zuvor in die Länge zog, kam Oberbürgermeister Wolfgang Reiniger den Anhängern des runden Leders entgegen und zog nach Absprache mit den Fraktionen die Diskussion über den Stadionneubau vor. Nach hitziger Debatte konnten sich die RWE-Fans mit einer für sie erfreulichen Nachricht auf den Heimweg machen: Mit großer Mehrheit stimmte der Rat dem Vorschlag der Verwaltung zu, ein neues Stadion an der Hafenstraße zu bauen.
Spatenstich soll im
Herbst erfolgen
Der Spatenstich soll noch im Herbst dieses Jahres erfolgen, die erste Stufe sieht eine Kapazität von 20 000 Zuschauern vor, die Kosten bezifferte Stadtdirektor Christian Hülsmann mit 31 Millionen Euro.
„RWE ist kein normaler Viertligist und sicherlich anders zu bewerten, als beispielsweise Lotte oder Cloppenburg. Auch in der Vierten Liga lockt Rot-Weiss pro Heimspiel 8000 Zuschauer an. Der Verein bewegt viele Menschen in dieser Stadt. Diese treuen Fans haben eine solche Investition, wie sie jetzt ansteht, verdient”, warb Hülsmann.
In der Finanzierung klafft allerdings noch eine Lücke von 7 Millionen Euro, die von Sponsoren aufgebracht werden sollen. Von daher erfolgte der Ratsbeschluss auch nur unter dem Vorbehalt, dass diese Summe von potenziellen Investoren und Gönnern hereingeholt wird.
„Bei dem Stadion handelt es sich nicht um einen Luxustempel mit Luxuslogen für Amateur-Kicker, wie in einem Magazin beschrieben wurde. Sondern um ein zweckmäßiges modernes Stadion”, so Hülsmann. Das könne, je nach sportlicher und wirtschaftlicher Hinsicht, in Stufe zwei auf 30 000 Zuschauer und in Stufe drei auf 40 000 Zuschauer ausgebaut werden.






