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Stadtpolitik : Der neue Stadion-Plan

RWE, 26.02.2009, Tobias Blasius und Michael Köster

Essen. Die seit Monaten diskutierten und immer wieder verworfenen Pläne zum Bau eines neuen RWE-Stadions an der Hafenstraße scheinen nun endgültig entscheidungsreif zu sein.

Die Stadtverwaltung wird den Ratsfraktionen am kommenden Montag ein Konzept vorlegen, das bereits zwei Tage später verabschiedet werden soll. Es sieht die Errichtung einer Arena vor, die in der ersten Ausbaustufe knapp 18 000 Zuschauer fassen und etwa 31 Millionen Euro kosten soll.

Vom Tisch sind Überlegungen, ein Stadion in mehreren Jahren Tribüne für Tribüne zu bauen. Auch die zwischenzeitlich ins Auge gefasste „große Lösung” für mehr als 45 Millionedn Euro wird nicht weiter verfolgt. Vielmehr soll ein Komplettstadion mit dem erhofften sportlichen Erfolg des derzeitigen Fußball-Viertligisten über die Jahre in mehreren Ausbaustufen wachsen.

„Es müssen noch einige Details geklärt werden, aber es sieht gut aus”, bestätigte Stadtdirektor Christian Hülsmann. Die Stadt wird die schon vor Jahren zugesagten 7,5 Millionen Euro beisteuern, zudem den Erlös des Hotels „Handelshofs” von rund 15 bis 20 Millionen Euro einbringen. Verkaufsgespräche der städtischen Grundstückstochter GVE laufen seit Wochen. Für die Restsumme gibt es offenbar Zusagen von Sponsoren. Die Stadt will nach dieser Infrastrukturmaßnahme für Rot-Weiß möglichst lange operativ „im Verein bleiben” und die wirtschaftliche Gesundung des Traditionsklubs überwachen, wie Hülsmann sagte.

Die Stadtverwaltung kann auf eine breite politische Mehrheit im Stadtrat zählen. Oppositionsführer und SPD-Oberbürgermeisterkandidat Reinhard Paß erklärte, das Konzept nehme viele Forderungen seiner Partei auf. „Wir brauchen ein Investitionssignal für den Essener Norden. Der Bau der Philharmonie war auch eine Vorleistung an die lokale Kulturszene”, so Paß.

Die Drohung der Bezirksregierung, den Kreditrahmen der klammen Stadt um jenen Betrag zu kürzen, der über den Handelshof-Verkauf ins Stadion gesteckt werde, ist durch das Konjunkturpaket offenbar gemildert. Die Millionen des Bundes dürfen zwar nicht direkt in die Arena fließen, kommen aber anderen Projekten zugute, die bei einem gekürzten Kreditrahmen unter Umständen hätten leiden müssen.

Arena mit Ausbau-Reserve

Nach dem Zweitliga-Aufstieg im Sommer 2004 standen die Zeichen auf Stadion-Neubau. Geplant war eine 30 000-Zuschauer-Arena, 36,7 Millionen Euro wurden veranschlagt. Bedingt durch den sportlichen Misserfolg der Rot-Weißen verschwanden die Pläne jedoch schnell in der Schublade.

Die „kleine Lösung” für 31 Millionen Euro, die am 4. März im Rat präsentiert (und wohl auch einvernehmlich beschlossen) wird, sieht wie folgt aus:

Fassungsvermögen: Das neue RWE-Stadion soll knapp 18 000 Zuschauer fassen. Neben 8000 Stehplätzen und etwa ebenso vielen Sitzplätzen soll es einen VIP-Bereich inklusive Business-Lounge geben. Die Flutlichtanlage soll an den vier Tribünendächern installiert werden. Im Fall eines sportlichen Aufstiegs könnte die Arena durch den Ausbau der vier Eckbereiche auf eine Kapazität von 25 000 Zuschauern erweitert werden, eine zweite Ausbaustufe sieht die Errichtung eines Oberrangs vor. End-Fassungsvermögen: knapp 30 000 Zuschauer.

Standort: Die ursprünglich angedachte Variante, das Stadion an seinem bisherigen Platz zu belassen und lediglich um 90 Grad zu drehen, ist baurechtlich nicht durchsetzbar. Der Neubau soll nun (leicht nach Norden gedreht) im Bereich der Trainingsplätze hinter der ehemaligen Westkurve entstehen. Am aktuellen Standort nahe der Hafenstraße sind Parkplätze geplant, hinter der Haupttribüne sollen VIP-Parkplätze entstehen.

Trainingsplätze: Der Trainingsplatz für die erste Mannschaft würde im Bereich des sogenannten Waldstadions nahe dem Autokino entstehen, die „Zweite” sowie die Jugendmannschaften müssten auf die Bezirkssportanlage an der Seumannstraße umziehen.

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