RWE-Pachtvertrag ist endlich in trockenen Tüchern

Geregelte Verhältnisse: Der Pachtvertrag über das Stadion Essen ist von den betreffenden Parteien nach langen Verhandlungen endlich unterschrieben.
Geregelte Verhältnisse: Der Pachtvertrag über das Stadion Essen ist von den betreffenden Parteien nach langen Verhandlungen endlich unterschrieben.
Foto: WAZ FotoPool
Kurz vor Weihnachten einigten sich die Parteien auf ein Werk, das drei DIN-A-4-Ordner füllt.

Nachdem sich kurz vor dem Fest der positive Dopingbefund von Spieler Cebio Soukou wie Mehltau auf den Weinachtsbaum der RWE-Familie legte und manch einer sich wie mit der Lichterkette ausgepeitscht fühlte, gab es an den besinnlichen Tagen auch Positives zu vermelden: Der Stadion-Pachtvertrag – ein Prachtwerk von immerhin drei gefüllten DIN-A-4-Aktenordnern – ist kurz vor Weihnachten von den beteiligten Parteien, Stadioneigentümer GVE, Stadt Essen, der Sportstätten Betriebsgesellschaft Essen sowie RWE nach zähem zweijährigen Ringen endlich unterschrieben worden.

Er besitzt eine Laufzeit von zehn Jahren und gilt neben der Regionalliga auch für Liga drei und Zweite Bundesliga. „Wir freuen uns, dass wir nach langen, intensiven aber stets guten und partnerschaftlichen Gesprächen nun die Unterschrift unter den ausgehandelten Vertrag setzen konnten. Wir werden uns dabei als würdiger Ankermieter des Stadions erweisen“, freute sich RWE-Vorstandsvorsitzender Michael Welling.

Konkret sieht die Vereinbarung in ihrem Hauptpunkt folgendes vor: Schon in der Regionalliga verpflichtet sich der Verein dazu, aus allen stadionbezogenen Einnahmen, die eine Höhe von 3,8 Millionen Euro im Jahr übersteigen, eine Pacht in Höhe von 25 Prozent auf den Umsatz entrichtet. Die Summe orientiert sich dabei an der Umsatzhöhe, die im alten Georg-Melches-Stadion erzielt werden konnte. Das ist im übrigen auch die „Kröte“, die der Verein schlucken musste, war man bislang davon ausgegangen, dass man zu Regionalliga-Zeiten die Gegenseite nicht am Umsatz beteiligen muss, wie es im alten Melches-Stadion eben üblich war. Aber die gute finanzielle Lage mit erfreulichen Einnahmen aus dem Hospitality- und Business-Bereich erleichterten wohl auch dem Klub das Zugeständnis.

Ab der dritten Liga zahlt Rot-Weiss dann eine Pacht in Höhe von zehn Prozent auf alle dem Umsatz zugerechneten Erlöse, wobei die Pacht nicht nur die Benutzung, sondern auch den Betrieb des Stadions jenseits der Spieltage abdeckt. Eine Summe, die der Verein liebend gerne bezahlen würde, setzte dies nun mal den ersehnten Aufstieg voraus.

Wichtig für den Verein war die Klärung der Namensrechte, die wie folgt lautet: Außer den Werberechten des Namensgebers des Stadions, der RWE Deutschland AG, sowie des Namensgebers der Haupttribüne, der Sparkasse Essen, die zur Finanzierung des Stadions beitrugen, erhält Rot-Weiss alle weiteren Medien- und Marketingrechte bei Freundschafts- und Pflichtspielen des Vereins zur eigenen kommerziellen Verwertung.

Auch die Gegenseite ist mit dem Ergebnis zufrieden. Andreas Hillebrand, Geschäftsführer der GVE: „Als Ankermieter garantiert Rot-Weiss Essen mit seinen leidenschaftlichen und leidensfähigen Fans dabei eine zweiwöchige Auslastung des Stadions, die im Ligavergleich deutschlandweit unübertroffen ist und uns alle positiv in die Zukunft blicken lässt.“