RWE gerät wieder ins Schlingern

Rot-Weiss -
SV Rödinghausen 0:3 (0:0)

RWE: Heimann, Neunaber, Binder, Zeiger, Huckle, Treude, Baier, Studtrucker (79. Arenz), Hermes (67. Freiberger), Platzek, Kreyer.
Tore: 0:1 Siek (57.), 0:2 Bülter (70.), 0:3 Rüter (90.).
Zuschauer: 6107.

Die vorzeitige Vertragsverlängerung für RWE-­Coach Marc Fascher macht allmählich Sinn. Denn nach der peinlichen 0:3­Niederlage gegen biedere Gäste vom SV Rödinghausen gerät für den einstigen Aufstiegs­Aspiranten nun sogar Rang fünf in Gefahr. Die „kleine Erfolgsspur” aus den vergangenen beiden Spielen sollte verfolgt werden, stattdessen gerät RWE wieder mächtig ins Schlingern.

Bevor es losgehen konnte, wurde erst einmal geschwiegen. Für die Flugzeugopfer gab es eine Schweigeminute, und bis auf eine unrühmliche Ausnahme wurde es auch wirklich mucksmäuschenstill im Stadion. Die Kulisse kam auch entgegen: Nur selten waren die Ränge auf der Gegentribüne wohl so leer wie in diesem Heimspiel.

Gespenstische Stimmung

Den Daheimgebliebenen kann man nach 45 Minuten nicht sagen, sie hätten viel verpasst. Die Gastgeber fanden bei allen zu erkennenden Bemühungen schwer in die Partie. Fußball gespielt wurde zwar vornehmlich in der Gästehälfte, wobei die Rot-Weißen bis zum Strafraumpassabel durchkombinierten, ehe der finale Pass in die Spitze letztendlich doch missriet. Dass vor allem Tim Hermes fast an jeder gefährlichen Aktion in Halbzeit eins beteiligt war, sprach indes nicht für die Stürmer. Sein 16-Meter-Schuss strich nur knapp am Pfosten vorbei (21.), sein Freistoß von halbrechts (30.) geriet zum Torschuss. Auf der Gegenseite verbrachte das Innenverteidiger-Paar Zeiger/Binder einen entspannten Abend. Die erste Hälfte geriet so ruhig wie die Stimmung auf den Rängen.

Auch nach dem Wechsel ging das Privatduell Hermes Rödinghausen weiter. Diesmal zielte er aus 20 Metern knapp links vorbei (48.). Aber auch in der zweiten Halbzeit blieb die Stimmung im Stadion eher gespenstisch. Die Ultras versuchten sich in zaghafter Anfeuerung, der Rest verfolgte die Partie eher lethargisch. Der Aufsteiger, der in der Rückrunde wahrlich keinen Schrecken verbreitet, begnügte sich mit dem Vermeiden von größeren Flurschäden. Bis zur 58. Minute: Als die Flanke auf Sören Siek (57.) kam, erzielte der mit herrlichem Seitfallschuss die Führung aus dem Nichts! Jetzt wurde es doch lauter: Da waren sie wieder, die „Fascher­-Raus”-Rufe.

Mit dem Rückstand war die alte Unsicherheit wieder zu spüren. „Wir woll’n euch kämpfen sehn”, kam es stereotyp von den Rängen, dabei würde man sie gerne mal wieder spielen sehen, die Rot­-Weißen. Und als Marcel Platzek im Fünfmeter­Raum doch einmal zum Kopfball kam (65.), landete die Kugel genau in den Armen von Torhüter Jan Schönwälder. Trainer Fascher hoffte auf Schwung von außen, brachte nach 67 Minuren Kevin Freiberger für den bis dahin besten Mann, Tim Hermes. Doch die erhoffte Offensivwirkung ging nach hinten los: Drei Minuten später spazierte Marius Bülter durch die Essener Abwehr und konnte ganz in Ruhe auch noch Torhüter Heimann auswackeln: 0:2.

David Rüter besorgte den 0:3-Endstand: Die Fans hatten endgültig genug, einige Unverbesserliche enterten mal wieder das Fluchttor, die Lage war bis zum Ende angespannt. Nächstes Wochenende ist spielfrei, doch zur Ruhe kommt Rot-Weiss Essen sicher nicht.