Rot-Weiß Essen hat schon wieder gepatzt
09.10.2011 | 21:22 Uhr 2011-10-09T21:22:00+0200
Wuppertal. Die Niederlage von Rot-Weiß Essen war besonders bitter. Die Mannschaft von Waldemar Wrobel verlor mit drei Toren Unterschied gegen einen keinesfalls gänzlich überlegenen Gegner.
Mit versteinerte Miene stand Waldemar Wrobel nach dem Schlusspfiff im Spielertunnel. Es brodelte in ihm und dann brach der Frust aus ihm heraus: „Die waren doch nicht besser, oder?!“ Nicht nur einmal sagte er das. Doch Trost konnte er damit nicht vermitteln. Ganz im Gegenteil. In dem Bewusstsein, spielerisch über weite Phasen vielleicht sogar besser gewesen zu sein. wird es möglicherweise nicht ganz so leicht, die Enttäuschung über diese deftige Derby-Pleite zu vergessen.
Gut gelaunt stolzierten die Wuppertaler in die Kabine, Brust raus, den Kopf ganz oben. Die Essener Spieler indes schlichen wortlos davon wie geprügelte Hunde. Die Körpersprache war unmissverständlich. „Die sind einfach zu lieb“, war die erste Reaktion von WSV-Kapitän Stefan Lorenz. „Nicht abgezockt genug. Aber sie sind ja noch jung, da ist das wahrscheinlich völlig normal.“ Der ehemalige Rot-Weiße jedenfalls räumte hinten kräftig und rustikal ab.
Natürlich sei der Sieg etwas zu hoch ausgefallen, gab Lorenz zu. Aber wen interessiert das noch? Trainer Wrobel sagte zurecht: „Wenn du 2:5 verlierst, stellt sich die Frage nicht, ob zu hoch oder unverdient.“ Gleichwohl vermittelt das pure Resultat nur die halbe Wahrheit. Denn der WSV zeigte keineswegs die ihm von allen Seiten attestierte Qualität. Wie ein Titelanwärter trumpften die Gastgeber nicht auf. Aber sie haben Routine, und die reichte gegen einen Gegner, der momentan in der Defensive weit unter Niveau spielt und sich etliche spielentscheidende Fehler leistet. Und vorn die Chancen nicht kaltschnäuzig nutzt.
Wuppertal startet optimal. Nach einem Pressschlag landete der Ball bei Christian Knappmann. Der „Fuchs“ nahm aus 20 Metern Maß und hob den Ball gefühlvoll über RWE-Keeper Dennis Lamczyk, der weit vor dem Kasten stand, ins Netz. 1:0 nach zwei Minuten! Das 2:0 fiel nach einem Eckball. WSV-Stürmer Jerome Assauer stand erschreckend frei im Essener Fünfmeterraum. Unmittelbar zuvor hatte Suat Tokat per Kopf die große Chance zum Ausgleich (28.) verpasst, und kurz nach dem 0:2 scheiterte Adrian Schneider kläglich (34.). Das Eckenverhältnis von 8:1 für Essen widersprach zu diesem Zeitpunkt dem Zwischenstand aber vehement.
Wie schon vor einer Woche gegen Lautern, als Essen zur Pause mit 0:3 hinten lag, verkürzte RWE direkt nach Wiederanpfiff. Nun traf Tokat aus dem Nichts zum 1:2. Die Hoffnung währte aber nur kurz. Fünf Minuten später führte ein grober Schnitzer von Lamczyk zum 1:3 durch Schlieter. Und ein Stellungsfehler der Defensive ermöglichte dem abgezockten Knappmann das 4:1. Kaya traf, Kastrati ebenfalls – 2:5. Drei Gegentreffer fielen allein nach Standardsituationen und individuellen Fehlern. Es gibt viel zu tun für Waldemar Wrobel.
WSV: Sube – Schlieter, Lorenz, El Hammouchi – Landers (54. van den Bergh) Meier, Flottmann, Abelski, Moosmayer (84. Asaeda) – Assauer (67. Kastrati), Knappmann. RWE: Lamczyk – Kuta, Heppke, Jasmund, Grund (28. Schneider) – Avci (73. Grummel), Brauer – Lemke (66. Kaya), Tokat, Enzmann – Koep.Schiedsrichter: Siewer (Drolshagen).Zuschauer: 5.685Tore: 1:0 Knappmann (2.), 2:0 Assauer (30.), 2:1 Tokat (48.), 3:1 Schlieter (53.), 4:1 Knappmann (63.), 4:2 Kaya (74.), 5:2 Kastrati (83.).
06:11
@Redaktion:
Fällt Euch nichts auf? Nach der ersten Zeile hätte RWE zur Halbzeit 2:0 geführt. Nach dem Spielbericht und der Torreihenfolge in der letzten Zeile hat aber der WSV mit 2:0 zur Halbzeit geführt. Hier stimmt also die erste Zeile nicht. Also korriegieren, bitte!