Ratingen zeigt Respekt vor Etuf-Damen

Ysaline Bonaventure
Ysaline Bonaventure
Foto: WAZ

So kann das manchmal gehen im Sport. Die Tennis-Damen des Etuf haben sich in aller Bescheidenheit, so wie es sich für einen Neuling in der 1.Bundesliga geziemt, den Klassenerhalt als Ziel gesetzt. Was ja auch realistisch ist allein schon angesichts des Budgets. Und nun? Ein 8:1-Sieg beim TC Moers, ein 7:2-Erfolg bei BW Aachen - nach dem ersten Doppel-Spieltag ist die Mannschaft von Teammanagerin Sabine Schmitz plötzlich Tabellenführer. Und die Heimpremiere an diesem Donnerstag (ab 11 Uhr) am Baldeneysee gegen Ratingen geht nun als Spitzenspiel durch. Die Nummer eins der Liga gegen die Nummer zwei, beide ungeschlagen. Das könnte spannend werden.

Daran glaubt Sabine Schmitz wiederum ganz und gar nicht. Gute Laune ja, aber der erfolgreiche Saisonstart ihrer Mannschaft hat den Blick für die Realität nicht getrübt. Es geht weiterhin gegen den Abstieg, auch wenn sich die Chancen erheblich verbessert haben. „Wir wollen zunächst einmal die Höchststrafe vermeiden“, sagt Schmitz, schließlich zählt der Gast zum Kreis der Titelkandidaten. Und mit dem 7:2 in Moers und einem 6:3-Heimsieg über Regensburg liegt der Klub auch auf Kurs.

Kader ordentlich aufgepeppt

Und davon will er sich nicht abbringen lassen. Wobei sich der Etuf mit seinen ersten Auftritten zumindest Respekt verschafft hat. Die Konkurrenz ist vorsichtig geworden. Aus gesicherten Quellen haben sie am Baldeneysee erfahren, dass der Gast noch eben mal das Aufgebot aufgepeppt hat im Vergleich zum vergangenen Wochenende. Mona Barthel, im Kader an Nummer drei geführt, wird heute beim Etuf aufschlagen. Die Spielerin gehört zum erweiterten Aufgebot des deutschen FedCup-Teams und steht in der WTA-Weltrangliste an Position 38. Außerdem erwartet Schmitz, dass auch Ratingens Nummer zwei Irina Begu (Rumänien) dabei sein wird. Und die steht in der WTA-Hierarchie an Position 30. „Ratingen wird wohl drei Spielerinnen dabei haben, die unter den Top-50 der Welt stehen“, sagt Schmitz. Der Etuf nicht eine. „Das ist schon krass.“ Und verdeutlich gleichzeitig die Übermacht, auf die sich der Etuf einstellen muss.

Dass Neuzugang Tereza Martincova fehlt, macht es nicht einfacher für Essen. Die Tschechin, die in Moers und Aachen herausragend spielte, nutzt ihre gute Form gerade bei einem hoch dotierten Turnier in Nürnberg, wo sie noch im Rennen ist. Victoriya Tomova ist weiterhin verletzt und die Argentinierin Maria Irigoyen nach wie vor auf Turnier-Tour in Tunesien.

Die Spitzeneinzel spielen Richel Hogenkamp und Ysaline Bonaventure. An den weiteren Positionen folgen Anne Schäfer, Lisa Ponomar, Angelique van der Meet sowie Bernice van de Velde, sodass der Etuf ein niederländisches Trio aufbieten wird.

Am Samstag (11 Uhr) ist BW Berlin zu Gast. Und da zeigt sich der Gastgeber schon wieder richtig selbstbewusst: „Da können wir uns dann wieder etwas ausrechnen.“