„Raketen“ schießen in Europas Spitze

Die Wohnbau Rockets gewinnen den Europapokal. Im Endspiel besiegten die Essener das Team des SHC Biel/ Bienne SeelanderS mit 7:4.
Die Wohnbau Rockets gewinnen den Europapokal. Im Endspiel besiegten die Essener das Team des SHC Biel/ Bienne SeelanderS mit 7:4.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die SHC Rockets Essen feiern den Gewinn enthusiastisch in eigener Halle. Vierter großer Erfolg in den vergangenen vier Jahren.

Die Hockeyskater der SHC Wohnbau Rockets haben den Europapokal der Pokalsieger gewonnen. Mit einer perfekt organisierten Veranstaltung sorgten die Essener bei den anderen Teilnehmern für Begeisterung, und den eigenen Anhang verzückten sie mit einer sensationellen Leistung, die ihnen den vierten großen Titel in den vergangenen vier Jahren einbrachte.

Mit lediglich zwei Worten brachte Thomas Böttcher die Stimmung und Emotionen nach der finalen Sirene auf den Punkt: „Einfach geil“, meinte der Rockets-Vorsitzende, nachdem seine Mannschaft im Endspiel (7:4) den Titelverteidiger SHC Bienne Seelanders aus der Schweiz entthront und damit für einen wahren Jubelsturm beim Publikum gesorgt hatte. Einfach nass war Böttcher aber schon kurze Zeit später, da er die hinterrücks drohende Bierdursche durch seine Spieler nicht hatte kommen sehen.

Im Endspiel etwas glücklich, doch insgesamt mehr als verdient schnappten sich die Essener den gut 80 Zentimeter großen Pokal, um den die neun teilnehmenden Teams aus vier Nationen an den zwei Turniertagen intensiv gestritten hatten. Und schon die Bilanz von sechs Siegen aus sechs Begegnungen sowie das Torverhältnis von 42:16 deuten die starken Auftritte der Rockets an.

Nachdem die Raketen ihre Vor- und Zwischenrunden-Gruppe ohne jegliches Problem dominiert hatten, trafen sie in der Vorschlussrunde auf den dänischen Vertreter Gentofte Ravens II. Und das Team um den ehemaligen Essener Torjäger Christian Sohlmann verlangte dem Gastgeber dann alles ab. Zwar sah der SHC bei einer 6:2-Führung in der zweiten Halbzeit zunächst schon wie der sichere Sieger aus, doch nachdem die Ravens aus 5:6 verkürzt hatten, begann eine nervenaufreibende Schlussphase, in der sich die Rockets schadlos hielten.

So kam es im Finale zum Duell mit dem SHC Bienne Seelanders, der den Europapokal der Pokalsieger in den vergangenen drei Jahren stets gewonnen hatte. Und die Partie hielt vom Niveau und in Sachen Spannung genau das, was sich die Skaterhockey-Fans von ihr versprochen hatten – es wurde ein sportlicher Leckerbissen.

Nach einer frühen Führung lagen die Rockets gegen die Seelanders zur Pause noch mit 2:3 hinten, ehe sie die abschließenden 15 Minuten dazu nutzten, die Partie noch zu drehen. So glich Tim Wegener fast direkt nach dem Wiederbeginn zum 3:3 (16.) aus, und Danny Albrecht (22., 25.) sowie der im Endspiel mit vier Treffern überragende Dominik Luft (28., 30.) brachten den SHC sogar mit 7:3 in Führung. Daher ging das 4:7 für Bienne kurz vor Schluss schon im Jubelsturm der Zuschauer unter.

Party bis 5 Uhr

„Wahnsinn. Ich möchte mich an dieser Stelle direkt bei allen Beteiligten bedanken. Egal, ob Spieler, Trainer, ehrenamtlicher Helfer oder oder oder. Jeder Einzelne hat einen tollen Job abgeliefert und seinen Teil zum sensationellen Gelingen der Veranstaltung beigetragen“, befand Thomas Böttcher, der anschließend mit dem Team noch zünftig den Europapokal-Sieg feierte.

Und als sich die Party um fünf Uhr in der Früh dann auflöste, hatten die Raketen bewiesen, dass sie auch im Feiern außergewöhnliche Qualitäten besitzen.