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Petrus ist kein Tusem-Fan

03.06.2012 | 20:46 Uhr
Petrus ist kein Tusem-Fan
2. Bundesliga, TUSEM Essen Aufstiegsfeier im Hotel Margarethenhöhe hinten v.l.: Timm Schroeder, Julius Kuehn, Paul Trodler, Pavel Prokopec, Hannes Lindt, Ole Rahmel, Niclas Pieczkowski, Co-Trainer Mark Dragunski, Trainer Maik Handschke, Sebastian Bliss, Jan Kulhanek, vorn v.l. Sabine Sörries (Mannschaftsärztin), Stephan Krebietke, Felix Handschke, Rudi Weller, Simon Ciupinski, Phillip Pöter, André Kropp, Christian Wegner, Lasse Seidel, Daniel Krueger und Simon Keller. Foto: Michael Gohl / WAZ FotoPool

So viel ist ‘mal sicher: Petrus ist kein Tusem-Fan. Ausgerechnet am gestrigen Sonntag, als die Handballer von der Margarethenhöhe auf der Margarethenhöhe mit ihren Fans zünftig den Aufstieg in die 1. Liga feiern wollte, spielte das Wetter nicht mit. Auf dem schmucken Marktplatz, der bei früheren Feiern komplett in ein rot-weißes Fahnenmeer getaucht und mit Fans bis zum Bersten gefüllt war, kamen gestern die Handball-Freunde tröpfchenweise.

So viel ist ‘mal sicher: Petrus ist kein Tusem-Fan. Ausgerechnet am gestrigen Sonntag, als die Handballer von der Margarethenhöhe auf der Margarethenhöhe mit ihren Fans zünftig den Aufstieg in die 1. Liga feiern wollten, spielte das Wetter nicht mit. Auf dem schmucken Marktplatz, der zur Hochzeit des Klubs komplett in ein rot-weißes Fahnenmeer getaucht und mit Fans bis zum Bersten gefüllt war, kamen gestern die Handball-Freunde nur tröpfchenweise.

Der offizielle Akt fand allerdings noch im Trockenen statt. Der Hauptverein hatte Mannschaft, Trainer, Aufsichtsrat, Sponsoren und Gönner ins Hotel Margarethenhöhe geladen, wo bei Sekt und Schnittchen das Aufstiegsteam mit einer Urkunde und Medaille ausgezeichnet wurde.

Tusem-Geschäftsführer Niels Ellwanger erinnerte daran, dass exakt vor drei Jahren, am 3. Juni 2009, das letzte Erstligaspiel des Tusem stattfand. Gegen Kiel. 28:43. „Man muss nicht mehr sagen, wie stolz wir auf Mannschaft und Trainer sind, dass wir jetzt wieder erstklassig sind“, betonte Ellwanger.

Bürgermeister Rudi Jelinek, der als Fan natürlich am Samstagabend beim Sieg über Schwerin dabei war, ist sich sicher, dass der Tusem einen sicheren Tabellenplatz finden wird, wenn auch „sicherlich nicht direkt hinter Kiel“.

Tusem-Präsident Ulrich Gaißmayer begann seinen Dank mit den Worten: „Unverhofft kommt oft“. Vor einem Jahr habe man davon gar nicht zu träumen gewagt. „Das war sensationell“, sagte Gaißmayer, der auch Grüße vom Handball-Ehrenvorsitzenden Klaus Schorn übermittelte. Der Aufstieg, der eigentlich für später ins Auge gefasst worden sei, sei die schönste Abweichung vom Plan. Der Tusem-Präsident bedankte sich bei der Mannschaft, beim Trainer, bei allen, die im Umfeld diesen Erfolg ermöglicht haben. Dazu gehören selbstverständlich auch die Sponsoren. „Wir stehen tief in der Schuld der Sponsoren“, so Ulrich Gaißmayer.

Mittlerweile hatten sich gut 300 Tusem-Fans auf dem Marktplatz eingefunden. Statt rot-weißem Fahnenmeer war es allerdings ein Meer an Regenschirmen. Die Mannschaft mischte sich nach dem Empfang unter ihr Handball-Volk. Die jungen Damen der Cheerleadergruppe „Silver Stars“ sorgten mit ihrem Auftritt dafür, dass die kalte Nässe durch rhythmisches Mitklatschen erträglicher wurde. Doch die Fans wollten natürlich die Mannschaft sehen. Die meisten betraten sichtlich übernächtigt die kleine Bühne, auf der Hallensprecher Daniel Lichtenstein jeden einzeln vorstellte und einige kurz interviewte. Natürlich durfte Trainer Maik Handschke, der am Vorabend die offizielle Auszeichnung „Trainer des Jahres“ erhielt, nicht von der Bühne, ohne Rede und Antwort zu stehen. „Auf die Auszeichnung bin ich stolz. Und bewegt bin ich zusätzlich, weil sie mir von HBL-Vize-Präsident Peter Rauch, der wie ich aus Schwerin kommt, überreicht wurde. Zur kommenden Saison sagte er: „Die Mannschaft wird viel dazulernen. Wir werden diese Saison genießen.“ Dass es ein Platz hinter Kiel werden wird, das weiß auch der 45-Jährige. Welcher, da ließ er sich von Daniel Lichtenstein nicht festlegen.

Als Spaßmacher entpuppte sich André Kropp. Auf die Frage, ob der Zusammenhalt das Erfolgsrezept gewesen sein, antwortete der Kapitän: „Wir mögen uns nicht. Gestern Abend hat jeder eine Verzehrkarte gekriegt und ist alleine losgegangen.“ Die Lacher der Tusem-Fans waren ihm gewiss. Dass der Tusem 2012 eine verschworene Gemeinschaft ist, musste er gar nicht erst betonen. Die Fan-Gemeinde wusste auch so, dass „Kroppi“ nur Spaß gemacht hatte.

Die ersten Gegner in der 1. Liga kennen die Essener bereits. Zum Auftakt geht’s nach Flensburg, dann kommt Magdeburg, dann geht’s nach Berlin. Schafft der Tusem den Klassenerhalt, könnte wieder gefeiert werden. Hoffentlich ist Petrus bis dahin Tusem-Fan.

Dietmar Mauer



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