Ouro-Akpo erst ab Mai für den ETB spielberechtigt

Ouro Akpo, hier noch im Schermbecker Trikot.
Ouro Akpo, hier noch im Schermbecker Trikot.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Für die im Winter verpflichtete Sturmhoffnung wurde anscheinend keine Freigabe eingeholt.

Der ETB Schwarz-Weiß rüstet sich für den Abstiegskampf. In gut zwei Wochen, am 22. Februar, startet die Rückserie. Drei Punkte Rückstand ans rettende Ufer müssen aufgeholt werden. Große Hoffnungen setzten die ETB-Verantwortlichen dabei auf Nassirou Ouro-Akpo. Der Angreifer sollte die Ladehemmung im Angriff beheben. Doch wie diese Zeitung erfuhr, ist der Togolese erst ab dem 1. Mai in Pflichtspielen spielberechtigt. Ein weiterer Nackenschlag für den gebeutelten Traditionsverein.

Trainer Mircea Onisemiuc war zunächst skeptisch gewesen. Ouro-Akpo war nicht sein Wunschspieler. Letztendlich sorgten die Trainingsleistungen des Stürmers dafür, dass der ETB-Trainer seine Meinung revidierte: „Wenn er fit ist – und bei mir wird er fit werden – ist er einer der besten Stürmer in der Oberliga.“ Jetzt hat Ouro-Akpo drei Monate Zeit, um sich in den entsprechenden körperlichen Zustand zu bringen.

Zwar wurde Ouro-Akpos Vertrag bei seinem Ex-Verein DSC Wanne-Eickel ordnungsgemäß aufgelöst und ein neuer Vertrag mit dem ETB geschlossen. Allerdings erteilte Wanne-Eickel Ouro-Akpo offensichtlich keine Freigabe, die unabhängig von der Vertragsauflösung ist. Ein Umstand, den der ETB scheinbar übersah, so dass Ouro-Akpo von Seiten des Verbandes bis zum Mai gesperrt wurde. Eine nachträgliche Freigabe ist nicht möglich.

Beim ETB sorgte der Fall Ouro-Akpo für Verwirrung. Der Vorstandsvorsitzende Heinz Hofer zeigte sich überrascht: „Das haut mich jetzt vom Stuhl.“ Aber unabhängig davon, wer für den Fauxpas verantwortlich ist: Für den ETB ist der Ausfall des neuen Stürmers eine mittlere Katastrophe. Onisemiuc sprach von einer „riesigen Enttäuschung“.

Denn der Verein hat genügend andere Baustellen. Finanziell ist die Situation nach wie vor angespannt. Theoretisch wären Gelder abrufbar. Im Zuge der ständigen Führungswechsel blieb aber vieles unvollendet. So wurde das Einzugsverfahren für die Mitgliedsbeiträge noch nicht auf das neue Sepa-Verfahren umgestellt. Zudem fehlen die Zahlen eines ehemaligen Steuerberaters, um die Abschlussbilanzen für die zurückliegende Spielzeiten zu erstellen. An die alte Bilanz ist allerdings die Erstellung einer offiziellen Bilanzplanung für die laufende Spielzeit gekoppelt. Diese wollen wiederum die Sponsoren einsehen, bevor sie ihre für den ETB reservierten Gelder tatsächlich freigeben.

Dabei scheint sich ein Teufelskreis zu entwickeln. Im Zuge der Sparmaßnahmen trennte sich der Verein von seinem hauptamtlichen Jugendleiter sowie der Aushilfskraft auf der Geschäftsstelle und verteilte die Aufgaben auf ehrenamtliche Helfer. Diese scheinen jedoch noch eine gewisse Einarbeitungszeit zu brauchen. Zeit die der ETB eigentlich nicht hat – wie das Beispiel Ouro-Akpo zeigt. Zumindest die weiteren Neuzugänge sind allerdings spielberechtigt.