Ostwestfalen ist kein gutes Pflaster

Philipp Gödde und Co. fehlten nach vorne die Zielstrebigkeit.
Philipp Gödde und Co. fehlten nach vorne die Zielstrebigkeit.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Der FC Kray kassiert beim SC Wiedenbrück eine deftige 0:4-Niederlage. Trainer Michael Lorenz: „Wir haben einiges vermissen lassen“.

SC Wiedenbrück -
FC Kray 4:0 (2:0)

Kray: Kunz – Ketsatis (46. Yesilova), Alic, Aubameyang, Zimmermann – Waldoch (77. Limbasan), Akman, Yahkem, Grumann, Kehrmann – Gödde (67. Kadiu).
Tore: 1:0 Bednarski (20.), 2:0 Wassey (36.), 3:0 Wilschrey (58.), 4:0 Wilschrey (77.).
Schiedsrichter: Alexander Ernst.
Zuschauer: 556.

Das ging daneben: Der FC Kray musste sich nach fünf ungeschlagenen Spielen in Folge mal wieder geschlagen geben, die Pleite beim SC Wiedenbrück fiel mit dem 0:4 allerdings gleich sehr deftig aus. Trainer Michael Lorenz war entsprechend unzufrieden: „Wir haben so einiges vermissen lassen.“

Die Region Ostwestfalen scheint einfach kein gutes Pflaster für die Krayer zu sein: Am ersten Spieltag waren die Essener in Rödinghausen unterlegen gewesen (0:1), beim SC Verl gab es eine 0:5-Klatsche zu verdauen. Und nun, in Wiedenbrück, gab es schon wieder vier Stück.

Das Team hatte ohne Abwehrchef Vincent Wagner auskommen müssen, der mit muskulären Problemen zu kämpfen hat. Ein schwerwiegender Ausfall, der das ansonsten so stabile Defensiv-Konstrukt ein Stück weit fragiler erscheinen lässt. Wenn dann auch noch Spieler wie Christian Mengert, Ilias Elouriachi oder Philipp Meißner nicht mitwirken können, „ist das ein Qualitätsverlust“, so Lorenz.

Und der war an diesem Tage für den FC Kray nicht aufzufangen. „Wir waren nicht so kompakt, unser Zweikampfverhalten war schlecht“, monierte der Coach. Nach dem 0:2-Pausenrückstand wechselte Lorenz offensiv, aber: „Nach vorne fehlte die Durchschlagskraft, da haben wir falsche Entscheidungen getroffen.“

Kritische Aufarbeitung

Wiedenbrück nutzte die Räume eiskalt, legte die Treffer Nummer drei und vier nach. Es war also eine völlig missratene Auswärtsfahrt. „Die Tagesform war nicht da, wir konnten fehlende Qualität nicht über unsere Kompaktheit ausgleichen“, bilanzierte Michael Lorenz, der ankündigte, diese Leistung kritisch aufarbeiten zu wollen. „Es war vieles nicht in Ordnung.“

Doch bei allem Groll über eine bittere Pleite im Abstiegskampf weit davon entfernt war, sein Team an den Pranger zu stellen. Es ist eben immer auch die Frage, wie man mit solchen Niederlagen umgeht: Lorenz weiß sehr wohl, dass ein Team, das im Kampf um den Klassenerhalt in jedem Spiel an die Grenzen und darüber hinaus gehen muss, auch mal einen „gebrauchten Tag“ erwischen kann. „Die vergangenen Wochen, in denen wir ungeschlagen geblieben sind, waren einfach auch richtig gut. Man kann den Jungs ja auf keinen Fall den Willen absprechen“, betonte Michael Lorenz denn auch am Sonntag noch einmal. „Jeder gibt alles, wir müssen die Jungs wieder aufbauen, aus diesem Spiel lernen. Niederlagen setzen oftmals wieder ein paar Prozent frei für die nächsten Aufgaben, auf die wir uns nun vorbereiten werden.“

Und die haben es in sich: Nach dem Osterwochenende mit dem Test am Karsamstag beim FC Remscheid kommt am 11. April Alemannia Aachen zum Uhlenkrug, am darauffolgenden Dienstag trifft die Mannschaft im Niederrheinpokal-Halbfinale auf RWE.