Nur Ergebnis – statt Erlebnis?

Arbeitssieg. Darunter passt dann schon einmal vieles. Teppich hoch, alles Störende unterkehren – und weitermachen? Kann man machen, muss man aber nicht. Wer nach der bescheidenen Freitagnummer von RWE sein Ohr in die Westkurve hielt, dem wird das zunehmende Murren der Fans nicht entgangen sein.

An der Hafenstraße regiert auch nach dem 21. Spieltag noch immer Ergebnisfußball. Trotz für diese Liga konkurrenzlos bestückter Stürmervielfalt schafft man es nicht, den „Sportflitzer RWE“ auf die Piste zu schieben. Aber die Ausbeute stimmt, und sollte man auf Schlagdistanz zu Aachen bleiben, wird das Grummeln wohl nicht lauter. Gelingt das in den kommenden schweren Spielen nicht, kann das Eis trotz Frühlingsgefühlen gefährlich dünn werden.

Beim Nachbarn in Kray stimmen weder Ergebnis noch Erlebnis. Wo ist er hin, der Mut des FC Kray aus der Hinrunde? Das forsche Auftreten, das schnelle Umschaltspiel mit so manch überraschendem Punktgewinn, mit der Krönung im Lokalderby?

Stattdessen der FC Kray 2015: Ängstlich, mutlos, Breitbandfußball ohne jegliche Torgefahr. Es ehrt Trainer Michael Lorenz, dass er nach der 0:3-Niederlage in Wattenscheid nicht die Schuld beim „Unparteiischen“ sucht. Denn die Probleme sind in erster Linie hausgemacht: Die Disziplinlosigkeit, die die Krayer die Partien immer wieder in Unterzahl beenden lässt, ist auf Dauer nicht aufzufangen.

Krays größte Stärke ist momentan, dass die Konkurrenz unter dem Strich allesamt auch nicht gepunktet hat. Aber darauf sollte man sich besser nicht verlassen.