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Schwimm-EM

Nicht alles richtig gemacht

29.05.2012 | 19:21 Uhr
Nicht alles richtig gemacht
Caroline Ruhnau. Foto: Bernadett Szabo/Reuters.

Die Top-Athleten der SG Essen erlebten bei der Schwimm-Europameisterschaft im ungarischen Drebrecen so einige Enttäuschungen. Dabei hatten sie auf diese zweite Chancen gesetzt. Die EM bot ihnen nach den Deutschen Meisterschaften die zweite Möglichkeit, sich für die Olympischen Spiele in London zu qualifizieren, es war sozusagen ein Hort der Hoffnung. Doch weder Sina Sutter, noch Isabelle Härle oder Jan-David Schepers schafften die Norm. Somit bleibt es dabei, dass zunächst nur Caroline Ruhnau (100-m Brust) und Lisa Vitting (4x100-m Freistil) für die Spiele qualifiziert sind.

Die Top-Athleten der SG Essen erlebten bei der Schwimm-Europameisterschaft im ungarischen Drebrecen so einige Enttäuschungen. Dabei hatten sie auf diese zweite Chancen gesetzt. Die EM bot ihnen nach den Deutschen Meisterschaften die zweite Möglichkeit, sich für die Olympischen Spiele in London zu qualifizieren, es war sozusagen ein Hort der Hoffnung. Doch weder Sina Sutter, noch Isabelle Härle oder Jan-David Schepers schafften die Norm. Somit bleibt es dabei, dass zunächst nur Caroline Ruhnau (100-m Brust) und Lisa Vitting (4x100-m Freistil) für die Spiele qualifiziert sind.

Immerhin endeten die EM-Titelkämpfe aus Essener Sicht halbwegs versöhnlich. Ruhnau gewann über 50-m Brust überraschend die Bronzemedaille (31,35 Sek.) und war auf dieser nicht-olympischen Strecke sogar schneller als bei der DM vor zwei Wochen in Berlin. Und damit hat die 27-jährige Brustschwimmerin doch noch ihre erste internationale Einzel-Medaille auf der Langbahn gewonnen, die sie sich schon über die 100 Meter ausgerechnet hatte. Dort wurde Ruhnau allerdings nur Vierte, und das in einer für sie schwachen Zeit.

Sina Sutter verfehlte über die 100-m Schmetterling klar die olympische Norm. Als zweitschnellste deutsche Schmetterling-Schwimmerin durfte sie aber den Vorlauf mit 4x100-m Lagen-Staffel bestreiten. Wie Caroline Ruhnau. Das Finale lief dann ohne sie. Deutschland holte den Titel und die beiden Essenerinnen bekamen ebenfalls eine Goldmedaille umgehängt. Zählt man das Staffel-Gold von Lisa Vitting am ersten Wettkampftag hinzu (4x100-m Freistil), dann sieht die Bilanz der fünf SGE-Asse schon nicht mehr ganz so übel aus

Es fehlte die Substanz

Doch der Blick auf die jeweiligen Leistungen fördert die Schwächen gnadenlos zu Tage. „Bei der DM hat die Form noch einigermaßen gestimmt, da gab es auch Bestzeiten“, sagte Stützpunkttrainer Henning Lambertz. „Aber diesmal hatten wir einfach nicht mehr genug Körner, um die Leistungen zu wiederholen. Da war die Luft raus.“ Und Lambertz will dieses Verantwortlichkeit keineswegs nur auf den Schultern seiner Athleten abladen. „Aus trainingsmethodischer Sicht haben wir in der Vorbereitung offenbar nicht alles richtig gemacht“, sagt der Trainer selbstkritisch. Vielleicht hätte man noch mehr Substanz aufbauen müssen, um das Stehvermögen zu steigern. „Aber dieses Problem hatten auch noch andere in der Nationalmannschaft“, so Lambertz.

Die wichtigen Termine in diesem Jahr lagen auch nicht optimal. Schon im März musste Lambertz die Trainingsintensität drosseln, weil sich seine Schützlinge bereits zu diesem Zeitpunkt für die EM qualifizieren sollten. Praktisch als Absicherung, wenn es mit der Olympia-Quali bei der DM nicht so klappen sollte. Und sich dann direkt anderthalb Woche nach dem nationalen Entscheid zum nächsten sportlichen Höhepunkt aufzuschwingen, sei auch vom Kopf her nicht immer leicht. Abhaken, daraus lernen und besser machen.

Ganz so schlecht steht die SGE und der Bundesstützpunkt in Rüttenscheid ja auch nicht da. „Wenn neben Lisa Vitting und Caroline Ruhnau auch noch Hendrik Feldwehr nach London fahren sollte, ist es für uns ein gutes Jahr“, findet Lambertz. Für Deutschland schnellsten Brustschwimmer im Jahr 2012, der sich Ende April verletzt und damit keine Chance hatte, sich für Olympia zu qualifizieren, liegt bereits ein Sonderantrag beim Deutschen Schwimmverband. Der DSV befindet in diesem Tagen darüber, ob er dem Antrag statt gibt und wird danach eine Vorschlagsliste mit den Athleten-Namen dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) vorlegen, der schließlich entscheidet.

Feldwehr und Sutter hoffen

Übrigens gibt es auch noch einen Sonderantrag für Sina Sutter, die als Ersatzfrau für die Lagen-Staffel mitreisen könnte. Sollte Alexandra Wenk (München), die deutsche Nummer eins über 100-m Schmetterling, aus irgendeinem Grund in London nicht fit oder außer Form sein, gäbe es keine Alternative. „Die Lagen-Staffel hat bei den Olympischen Spielen Medaillenchancen“, erklärt Henning Lambertz. „Da wäre es gut, wenn wir eine Absicherung hätten.“

Rolf Hantel

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