Nächster Coup gefragt

Wer Michael Lorenz am Sonntag nach dem 1:0-Sieg über die Schalker U23 und dem damit verbundenen Krayer Klassenerhalt auf seiner stillen Runde über den Rasen beobachtete, der konnte sehen, welche Last vom 36-Jährigen in diesem Moment abfiel. Was keiner ahnte: Er setzte gleichzeitig einen triumphalen Schlusspunkt unter ein bemerkenswertes Regionalliga-Debüt als Trainer.

Man hatte sich insgeheim gefragt: Wie schaffte er das, diesen Spagat zwischen vielköpfiger Familie, Hauptbeschäftigung bei der Stadt Oberhausen und Traineramt bei einem ambitionierten Amateurklub unter lauter semiprofessionellen Klubs? Nun siegte offensichtlich die Vernunft – oder der Familienrat.

Erleichterung hier, eine Sorge mehr dort in Kray. Als Manager Fabian Decker den Trainer einst aus dem Hut zauberte, erwies er sich im Nachhinein als Perlentaucher. Ob ihm noch so ein Coup gelingt? An Kandidaten soll es nicht mangeln, aber den einen Geeigneten zu finden, wird nicht einfach.

Er muss nicht nur zur Mannschaft passen, sondern auch zum stets emotionsgeladenen Präsidenten. Auch hier erwies sich Michael Lorenz, offensichtlich mit dem Ruhepuls eines Krokodils gesegnet, als wohltuendes Regulativ.