Moskitos bescheren tolle Momente
21.02.2010 | 23:20 Uhr 2010-02-21T23:20:00+0100
Moskitos
– Duisburg
5:4 n.P
Essen. Sie sind selten geworden – diese tollen Momente am Westbahnhof. Was war das für ein packendes Eishockeyspiel: Mit 5:4 nach Penaltyschießen (1:3, 2:0, 1:1, 1:0) bezwang Eishockey-Regionalligist ESC Moskitos den großen Revierrivalen EV Duisburg im vorentscheidenden Spiel um die Tabellenführung der Meisterrunde.
2628 begeisterte Fans sorgten für eine prächtige Stimmung in Essens Eishalle.
„Für die Zuschauer war es ein großes Spektakel“, meinte auch ESC-Coach Uli Egen, er als Trainer müsse aber auch die anderen „Dinge“ sehen. „Und da hatten wir gerade in der Anfangsphase große Probleme.“ Zum großen Außenseiter hatte er seine Mannschaft gegen die Füchse im Vorfeld abgestempelt. Kein Spiel hatten die Essener in dieser Saison gegen den EVD gewinnen können, zudem sollte auch Verteidiger und Leistungsträger David Inman (Knie) nach wie vor nicht zur Verfügung stehen können. Ein guter Bluff – der US-Boy stand nicht nur auf dem Spielberichtsbogen, sondern auch auf dem Eis.
Was sich jedoch in den ersten gut 15 Minuten auf selbigem abspielte, kam den von Egen offiziell prognostizierten Kräfteverhältnissen sehr nahe. Zu forsch nach vorne spielte sein Team, zu wenig aggressiv war es aber in den Zweikämpfen. Die Konsequenz: In der Rückwärtsbewegung taten sich riesige Lücken auf, die die Gäste eiskalt nutzten. Beim 0:1 durch Franz Fritzmeier (4.) griff zudem auch noch ESC-Torhüter Torsten Schmitt daneben. 0:3 hieß es nach nicht einmal zwölf Minuten. „Ich glaube die Jungs waren sehr nervös, vor dieser Kulisse zu spielen“, mutmaßte Egen.
Torsten Schmitt stand stellvertretend für diesen Abend, der noch ein umjubeltes Ende neben sollte. Schwach im ersten Drittel, wurde er mit zunehmender Spieldauer immer sicherer und hielt sein Team gegen gefährlich bleibende Duisburger im Spiel. Aber die Moskitos waren nun ebenfalls drin in der Partie. Kampfbetonter, spielsicherer – einfach hellwach. Uli Egen schmunzelte nach dem Spiel. „Larry hat in der ersten Drittelpause die Ansprache gehalten. Ich habe ihn selten so sauer und so laut erlebt.“
Die Kabinenpredigt von Trainerkollege Suarez fruchtete, die Mannschaft glich aus, auch der erneute Rückstand (3:4) brachte den ESC nicht aus dem Konzept. Die Moskitos hatten sogar noch die Chance auf alle drei Punkte, in den letzten 45 Sekunden aber auch Glück in Unterzahl. Den entscheidenden Penalty versenkte Frank Petrozza. „Wir brauchten diese zwei Punkte für Platz eins, die haben wir geholt“, freute sich Egen, der r seiner Mannschaft eine ausgiebige Siegesfeier aber untersagte. „Wir haben noch schwere Spiele vor uns. Dieser Sieg war eine ganz tolle Sache. Aber wir müssen die Anspannung hochhalten, was nach so einem emotionalen Abend schwer genug fällt.“ Der Abend rief bei vielen Fans wehmütige Klänge hervor. „Das war fast so wie früher“, hörte man hier und da.
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