Mit dem Rennrad durch die Republik

Zieldurchfarhrt nach 24 Stunden
Zieldurchfarhrt nach 24 Stunden
Foto: Fremdbild zur freien Verwendung
Was wir bereits wissen
Michael Westerhaus aus Überruhr will innerhalb von 48 Stunden 1100 Kilometer von Flensburg nach Garmisch mit dem Rad fahren. Sein Traum ist ein Rennen in Amerika.

Einmal quer durch Deutschland. Das ist schon mit dem Auto nicht wirklich bequem, mit dem Flugzeug geht es da schon eher. Aber mit dem Fahrrad? Zumal Michael Westerhaus aus Überruhr dieses Vorhaben binnen 48 Stunden schaffen will. Eigentlich unvorstellbar. Aber genau das hat der 34-Jährige nun vor. Beim „Race across Germany“ will sich Westerhaus für das „Race across America“ qualifizieren. Die Bedingung: Mit dem Rennrad binnen 48 Stunden von Flensburg nach Garmisch fahren, das sind gut 1100 Kilometer. Hinzu kommt, dass diese Zeitvorgabe der Brutto-Zeit entspricht. So dreht der Uhrzeiger auch während der Pausen, sogar während des Schlafes weiter seine Runden. Aber Westerhaus ist das egal: „Ich werde wohl kaum schlafen, das lässt die Zeit einfach nicht zu. Wenn es nicht anders geht, leg ich mich mal für ein Stündchen hin, ansonsten mache ich nur kleine Pausen.“ Das kann wohl nicht jeder. Aber für den Fitnesstrainer gehört das zu seiner großen Leidenschaft dazu.

Gemeinsam mit seinem Vater und zwei Freunden macht sich Westerhaus auf die weite Reise von Nord- nach Süddeutschland. Sie begleiten ihn und versorgen ihn mit Snacks und Getränken, allerdings vom Auto aus. „Wichtig ist auch, dass sie den Verkehr für mich abschirmen, denn die Strecke ist natürlich nicht gesperrt.“ Apropos Strecke. Nach dem Start in Flensburg geht es auf dem schnellsten Weg in Richtung Süden. Zwar nicht über die Autobahn, dafür über Landes- und Bundesstraßen, immer an den großen Städten vorbei. Kiel, Wolfsburg, Göttingen, Würzburg, Augsburg und schließlich Garmisch sollte Westerhaus auf seinem Navigationssystem grob vermerken. „Dabei kommt es immer auch auf das Wetter an, das kann man nie so richtig planen. Zumal der Temperaturunterschied zwischen Flensburg und Garmisch momentan ziemlich hoch ist“, weiß Westerhaus, aber „es ist schön immer der Sonne entgegen zu fahren. In Garmisch ist es im Moment schön warm, hab ich gelesen.“

So ein Rennen ist keine Fahrradtour. Der gebürtige Herdecker trainiert schon seit mehreren Monaten und fühlt sich gut vorbereitet. „Ich fahre so viel es geht, auch im Winter. Von Monat zu Monat wurde es dann immer mehr und in den letzten zwei Monaten kamen dann auch Intervalle noch dazu“, berichtet Westerhaus. Zudem war er auch das ein oder andere Mal im Sauerland unterwegs und bei Rennen in Belgien holte sich der Überruhrer die nötige Wettkampfpraxis. „Ich arbeite in Oberhausen und fahre da auch jeden Tag mit dem Rad hin“, ergänzt der Fitnesstrainer.

Der Traum von Amerika

Aber warum macht man bei so einer Tortur mit? Westerhaus will sich zum einen für das „Race across America“ qualifizieren. „Das ist schon ein Traum für mich. Dieses Rennen ist ein Mythos und zählt zu den größten Sportveranstaltungen der Welt. Auf 4800 Kilometern hat man die Chance Land und Leute kennen zu lernen“, sagt der Essener. Zum anderen ist es aber auch eine große Leidenschaft, die bei Westerhaus die Motivation auslöst. „Sie ist über die Jahre gewachsen. Ich habe mal beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring mitgemacht. Da hatte ich Spaß rund um die Uhr und irgendwann habe ich gemerkt, dass ich für die kurzen Strecken zu langsam bin“, lacht er. Beim „Race across Germany“ ist Michael Westerhaus zum ersten Mal dabei. Im vergangenen Jahr nahm er bereits am „Race across Italy“ teil, „aber das waren nur 300 Kilometer. Auch wenn es dort bergiger und die Strecke schwieriger war, möchte ich diesmal mehr Kilometer machen.“ Alles muss gut organisiert sein, wenn es an diesem Wochenende auf die Piste geht. Koffer packen, das Fahrrad überprüfen, das Auto abholen und das Team koordinieren. Viel Stress im Voraus, deswegen freut sich der 34-Jährige, „wenn ich endlich auf dem Fahrrad sitze.“ Am Sonntag um 8.06 Uhr muss der Radfahrer am Ortsschild von Garmisch ankommen, wenn er die Quali für seinen Traum schaffen will. Bis dahin wird er gut 1100 Kilometer in den Beinen und vier Breitengrade passiert haben. Trotz all dieser Strapazen freut sich Michael Westerhaus einfach nur darauf „den Kampf gegen sich selbst anzunehmen und wieder viele Ecken zu entdecken, die ich vorher noch nicht kannte.“