Matthias Graute verteidigt seinen DM-Titel

Titel verteidigt: Matthias Graute
Titel verteidigt: Matthias Graute
Foto: OH

Er hat es wieder getan. Der Essener Matthias Graute hat seinen Titel als Deutscher Duathlon-Meister verteidigt. Sozusagen auf den letzten Metern.

Die nationale Elite traf sich diesmal in Kalkar am Niederrhein, um ihre Besten über 10 km Laufen, 40 km Radfahren und noch einmal fünf Kilometer Laufen zu ermitteln. Das Athletenfeld war diesmal klein, aber fein. „Jeder Athlet aus dem Feld konnte zum Beispiel die 10 Kilometer in mindestens 32 Minuten laufen“, sagt Matthias Graute.

Bei Dauerregen, starken Wind und neun Grad ging es auf die Strecke. Die ersten fünf Kilometer liefen alle Athleten gegen den Wind zusammen. Es wurde gebummelt. „Eine große Gruppe kam mir gelegen, denn das Radfahren ist dann durch den großen Windschatten entspannter und Attacken sind schwieriger.“ Um Angriffe auf dem Rad vorzubeugen, mussten aber starken Radfahrer beim ersten Lauf aus der Reserve geholt werden. „Ich entschloss mich also, unrhythmisch zu laufen. Dabei war mir natürlich auch klar, dass jeder das Tempo mitgehen musste“, erklärt Graute seine Taktik. Nach sechs Kilometern übernahmen Simon Schwarz (München) und Theodor Popp (Gera) die Führung. Es folgten drei schnelle Kilometer. Die Gruppe fiel auseinander. In der ersten Gruppe waren fünf Athleten, die nach 32:02 Minuten die ersten 10km absolvierten – dazu gehörte Matthias Graute. 46 Sekunden später wechselten die sechs Athleten der zweiten Gruppe aufs Rad.

In der ersten Gruppe wurde auf dem Rad gleichmäßig rotiert, aber mehr halbherzig, da man auch Kräfte für den letzten Lauf sparen wollte. So kam es schon nach acht Kilometern zum Zusammenschluss beider Gruppen. Kurze Zeit später fuhr sogar ein einzelner Athlet von hinten auf. Es folgte eine erste Attacke von Fabian Rahn, der wie Graute für den Kölner Klub EBL Consulting KTT 01 startete, doch auch diese wurde sofort unterbunden. Ausreißversuche wurden immer schwieriger. „Perfekt! Alles spielte in meine Karten“, freute sich Matthias Graute. Es wurde taktiert, gebummelt, man unterhielt sich und sorgte für eine ausreichende Energiezufuhr. Auf den letzten vier Kilometern versuchte Fabian Rahn nochmal sein Glück, fuhr die nächste Attacke und einen Vorsprung von 30 Sekunden heraus.

Trotzdem war das Verfolgerfeld guter Dinge, denn man hatte schließlich Kräfte gespart. Matthias Graute stellte sich auf einen schnellen Abschlusslauf ein. Doch schon beim Wechsel gab es die ersten Probleme. Vor Kälte bekamen die meisten Athleten ihren Helm nicht ab. Auch Matthias Graute zahlte der Kälte Tribut („ Es fühlte sich an, als würde ich mit Klötzen an den Füßen laufen“).

Doch die anderen Athleten hatten ähnliche Probleme. Kurze Zweifel, ob er auf dem Rad vielleicht hätte mehr machen müssen, wischte der 31-jährige Essener schnell weg. Immerhin hatte er weiterhin die Chance Deutscher Meister zu werden – trotz der 30 Sekunden Rückstand auf den Führenden. Angefeuert von den Zuschauern machte er sich auf die Verfolgung. „Nach gut zwei Kilometern waren auch meine Füße wieder aufgetaut“, erinnert er sich. Jetzt machte der Essener richtig Druck. Fabian Rahn rückte immer näher. Matthias Graute setzte die letzte Attacke, überholte und riss gleich eine Lücke von 15 Metern. Das war der Titel.