Linkshänder gesucht

Ersatz muss her:  Pasqual Tovornik (am Ball) fällt mit Kreuzbandriss lange aus.
Ersatz muss her: Pasqual Tovornik (am Ball) fällt mit Kreuzbandriss lange aus.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Nach dem Ausfall von Bouali und Tovornik will sich der Tusem zur Rückrunde noch einmal im rechten Rückraum verstärken.

Das wird noch ein heißer Tanz für den Tusem im Tabellenkeller der 2.Handball-Bundesliga. Aber für die Rückrunde kann Trainer Mark Dragunski zumindest noch auf eine Verstärkung hoffen. Nachdem ihm durch die langfristigen Verletzungen der Linkshänder Marcus Bouali und Pascal Tovornik (beide Kreuzbandriss) der gesamte rechte Rückraum weggebrochen ist, sucht der Klub nun doch noch nach einem Rückraumspieler, der mithilft, die Klasse zu halten.

Am 8.Februar kommt Eisenach

Theoretisch hätten die Verantwortlichen zwar noch Zeit bis zum 15.Februar, an dem das Transferfenster für diese Saison schließt, aber natürlich wollen sie die Personalie so schnell wie möglich vom Tisch haben. Schließlich soll sich der Neue eingelebt haben, wenn es am 8.Februar gegen Eisenach erstmals wieder um Liga-Punkte geht,

„Wir schauen gerade, was möglich ist“, sagt der Sportliche Leiter Stephan Krebietke. Das Netzwerk ist aktiviert, das Prozedere fast immer gleich: Hier mal telefonieren mit einem vertrauten Fachmann, dort mal fragen nach einem Tipp. Den Spielermarkt in beiden Bundesligen hat der Tusem sondiert, auch einen flüchtigen Blick in die 3.Liga geworfen, ob sich dort vielleicht nicht doch eine „Perle“ verbirgt. „Wir wollen den Kader aber nicht ergänzen, sondern wir suchen jemanden, der uns sofort weiterhilft“, betont Krebietke. Das heißt, der Handballer sollte Qualität, Führungsstärke und Erfahrung mitbringen, charakterlich muss es ebenfalls passen. Ja - und ganz entscheidend - er muss natürlich mit dem schmalen Essener Geldbeutel finanzierbar sein. Ein anspruchsvolles Profil. „Da ist in Deutschland so gut wie nichts zu haben“, stellt Krebietke fest.

Also wurde auch reichlich Videomaterial von ausländischen Kandidaten gesichtet. „Oft ist es nur eine 1000-Tore-Schau, die wir bekommen“, stöhnt der Sportliche Leiter. Einzelne Szenen des Kandidaten sind dort zusammengeschnitten zu einem Werbeclip, dabei würde ein ganzes Spiel am Stück wahrscheinlich einen weitaus besseren Eindruck vermitteln.

Immerhin, zwei Kandidaten sind dem Tusem aufgefallen, einer aus dem skandinavischen Raum, möglicherweise aus Island, einer aus Osteuropa. Der nächste Schritt wäre nun ein Probetraining, doch noch ist nichts entschieden. „Eine deutsche Option haben wir auch noch“, verrät Krebietke. Und von dem Spieler ist er auch ohne Prüfung überzeugt. „Bei ihm könnten wir uns das Probetraining sparen.“ Nur die Chance, ihn zu bekommen, scheint wohl gering zu sein.

An diesem Freitag treffen sich die Spieler erstmals im diesem Jahr, doch die Kugel bleibt im Netz. Gemeinsam mit Ehefrau, Freundin und den Verantwortlichen verbringt der Tusem einen Abend im GOP-Varieté. Am Montag wird dann wieder in der Halle der Schweiß fließen. Der Urlaub dauerte somit keine zwei Wochen. Mit einer guten Leistung, aber einer 30:34-Niederlage beim Spitzenreiter Leipzig hatten sich die Essener kurz vor dem Jahreswechsel aus dem Liga-Alltag verabschiedet..