Krays Baustelle ist der Sturm

Könnte im Angriff gut Verstärkung gebrauchen: Krays Angreifer  Philipp Gödde (weiß).
Könnte im Angriff gut Verstärkung gebrauchen: Krays Angreifer Philipp Gödde (weiß).
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Aufsteiger würde in der Winterpause im Angriff gerne noch nachbessern und befindet sich in losen Gesprächen. Teammanager Fabian Decker: „Es müsste zu 100 Prozent passen“

„Ein Dreier in den vergangenen Wochen vor der Winterpause hätte uns sicher gut getan, und es war möglich.“ Sagt Fabian Decker, Teammanager des Fußball-Regionalligisten FC Kray. Des kleinen Essener Vorortklubs, des Aufsteigers und Außenseiters in der Vierten Liga. Ärgerlich ist das, so dürfte man es sicher auch an der Buderusstraße sehen. Vor allen Dingen auch im Heimspiel gegen Rödinghausen (0:0) war mehr drin gewesen. Aber wenn solche Aussagen getroffen werden müssen, darf im Umkehrschluss auch festgehalten werden: Der FC Kray kann mithalten in der Regionalliga.

Drei Punkte über dem Abgrund

Was man im Vorfeld der Saison durchaus hoffen, aber nicht unbedingt erwarten konnte. Nun überwintert die Mannschaft von Trainer Michael Lorenz mit 19 Punkten auf Rang 13 – einem Nichtabstiegsplatz. „Wenn uns das vor der Spielzeit jemand angeboten hätte, hätten wir sicher eingeschlagen“, ist denn auch Fabian Decker auf jeden Fall zufrieden mit der Momentaufnahme. Doch dass mehr kommen muss, weiß auch er. Nach einer furiosen ersten Hälfte in der Hinrunde – mit dem Derbysieg über RWE – trennen die Krayer nun nur noch ganze drei Pünktchen von einem Platz, der am Ende den Absturz in die Oberliga bedeuten würde. Und: Nach einem Durchhänger mit vier Niederlagen in Folge gegen RWO (2:3), Uerdingen (1:2), Mönchengladbachs U23 (0:4) und auch Schalke II (0:2) folgten zwar mit dem Einzug ins Niederrheinpokal-Halbfinale und dem starken 1:1 gegen Viktoria Köln in der Meisterschaft Achtungserfolge, aber auch das 0:0 gegen Rödinghausen ließ das Team nicht wirklich vom Fleck kommen. Die 0:5-Klatsche in Verl zum Jahresabschluss – zum Vergessen.

Zwei Dinge waren in den vergangenen Wochen auffällig. Erstens: Keines der drei vergangenen Meisterschaftsspiele beendeten die Essener mit elf Spielern, nicht gegen Viktoria Köln, nicht gegen Rödinghausen und auch nicht in Verl. Nun muss an dieser Stelle konstatiert werden, dass der FCK mit (mindestens) sehr unglücklichen Schiedsrichterentscheidungen umzugehen hatte, nicht nur die Platzverweise betreffend. Die Begegnung gegen Wiedenbrück mit zwei Roten Karten gegen die Lorenz-Truppe hatte die Emotionen einst überkochen lassen und den Klub viel Geld gekostet. Zu Entscheidungen der Unparteiischen will sich Fabian Decker nicht oder nicht mehr äußern. Er nimmt das Team in die Pflicht: „Es liegt an uns, Spiele zu Elft zu beenden. Wäre uns das zuletzt gelungen, hätten wir sicher ein paar Punkte mehr.“

Zweitens: Der FC Kray hat so seine Probleme mit dem Torschießen. Was auch, aber nicht allein mit den Stürmern zu tun hat (Philipp Gödde traf beispielsweise Mitte September zum bislang letzten Mal ins Schwarze beim 1:1 in Düsseldorf). Das Offensivspiel insgesamt kreiert zu selten genug Möglichkeiten, um ein Spiel zu gewinnen. Das hat man an der Buderusstraße offensichtlich erkannt: „Es hat doch ein wenig gehakt in den vergangenen Wochen“, so jedenfalls Fabian Decker. Und so dürften mögliche Neuverpflichtungen genau für diese Baustelle geholt werden, wenn es denn möglich ist. „Wir sind in losen Gesprächen“, bestätigt der Teammanager, nicht ohne zu betonen: „Wenn wir jemanden dazu holen, dann nur, wenn er uns sofort helfen kann und zu 100 Prozent zum FC Kray passt.“