Kray will die Partie bei Viktoria Köln nur noch genießen

Vor dem erneuten Comeback: Dominik Immanuel.
Vor dem erneuten Comeback: Dominik Immanuel.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Bei einem Sieg winkt Rang zehn in der Endabrechnung. Emotionaler Moment bei Immanuels Rückkehr.

Geplant war der letzte Saisonauftritt des FC Kray am Samstag beim bis zuletzt Meisterschaftsaspiranten Viktoria Köln (14 Uhr, Sportpark Höhenberg) eigentlich als wahre Lustreise: Zurücklehnen und genießen. Doch nun mischen sich natürlich ein paar salzige Tropfen in den Kelch der Klassenerhalts-Freude. „Ich kann mir schon denken, dass es die eine oder andere Träne geben wird“, mutmaßt FCK-Präsident Günther Oberholz und denkt dabei natürlich an den unerwarteten Abschied von Trainer Michael Lorenz.

Der lässt vor seiner letzten Partie an der Seitenauslinie erst gar keine Sentimentalitäten zu, sondern will ganz im Genuss-Modus bleiben: „Wir haben eine überragende Saison gespielt, wir haben eine schöne Zeit miteinander verbracht, jetzt sollte auch nur Freude pur herrschen. Und natürlich wäre es toll, wenn wir zum Ende noch die 40-Punkte-Marke knacken sollten“, denkt Michael Lorenz gleich wieder an den sportlichen Ehrgeiz. In der Tat: Mit einem Sieg in Köln könnte sich der Aufsteiger in der Endabrechnung sogar noch auf Rang zehn vorschieben. Das hieße: Acht Mannschaften mit einem wesentlich höheren Etat würden die Krayer hinter sich lassen. Ausdruck einer überragenden Leistung des ganzen Teams.

Die Kölner, die erst am letzten Spieltag mit der schmerzlichen 2:3-Niederlage bei RW Oberhausen ihre Meisterschaftsträume für diese Saison beenden mussten, haben eine furiose Aufholjagd in der Rückrunde hinter sich, da bleibt abzuwarten, wie groß der Frust zum Ende hin sein wird. Aber das Team von Trainer Thomas Kaczmarek, der in der kommenden Saison einen neuerlichen Anlauf nehmen wird, will sich sicherlich achtbar vor den eigenen Fans verabschieden.

Dennoch, der Respekt vor der Arbeit der Essener ist groß: „Ich habe größten Respekt vor dem Auftreten der Mannschaft von Michael Lorenz. Vor allem gegen ambitionierte Mannschaften sahen die Krayer häufig gut aus. Es ist definitiv eine Handschrift des Trainers sowie eine klare Ordnung zu erkennen“, ist der Viktoria-Coach voll des Lobes.

Bei allem sportlichen Ehrgeiz, den die Gäste noch mitbringen werden, bleiben sicherlich auch noch „Zeit für Gefühle“. Und wenn schon nicht der Trainer dafür stehen wird, dann doch sicherlich die Mannschaft: So hat sich Dominik Immanuel nach seiner zweiten schweren Krebserkrankung im Mannschaftstraining wieder an das Team herangekämpft und wird sicherlich am Höhenberg zum Einsatz kommen. Was ein besonderer Moment für den ganzen Verein darstellen wird. „Ich freue mich, dass Kiki wieder zur Verfügung steht. Das rückt aber auch die Werte wieder zurecht und zeigt uns, dass es wirklich Wichtigeres als Fußball gibt“, so Lorenz.

Sprach’s und wird sich ab Samstag abend wieder mehr seiner Familie widmen: „Drei Jahre habe ich Vollgas gegeben, jetzt ist der Akku leer.“