Kray enttäuscht in Wattenscheid

Kevin Kehrmann wurde in der zweiten Halbzeit eingewechselt, er konnte die Pleite im Lohrheide-Stadion aber auch nicht verhindern.
Kevin Kehrmann wurde in der zweiten Halbzeit eingewechselt, er konnte die Pleite im Lohrheide-Stadion aber auch nicht verhindern.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Das war nichts: Der abstiegsbedrohte FC Kray legte mit dem 0:3 bei der SG Wattenscheid 09 einen Fehlstart in die Restrunde der Fußball-Regionalliga hin. Wieder eínmal beendeten die Essener das Spiel in Unterzahl.

Wattenscheid 09 -
FC Kray 3:0 (1:0)

Kray: Kunz, Zimmermann (46. Kehrmann), Wagner (72. Aubameyang), Alic, Waldoch – Mengert, Wingerter, Yahkem, Grumann, Meißner – Kadiu (46. Limbasan).
Tore: 1:0 Kaplan (29.), Kaplan (63., Strafstoß), 3:0 Kaya (90.).
Bes. Vorkommnis: Rote Karte gegen Alic (51., Kray) wegen einer Tätlichkeit.
Schiedsrichter: Cetin Sevinc.
Zuschauer: 909.

Das war nichts: Der abstiegsbedrohte FC Kray legte mit dem 0:3 bei der SG Wattenscheid 09 einen Fehlstart in die Restrunde der Fußball-Regionalliga hin. Der erst mut- und dann planlose Auftritt in der Lohrheide gegen den Mitabstiegskonkurrenten, der wahrlich nicht die Sterne vom Himmel gespielt hatte, lassen die Sorgenfalten in Essen tiefer werden. Michael Lorenz sprach Klartext, suchte die Schuld bei sich und seinem Team: „Wir sind immer selbst verantwortlich für unser Spiel. Und da haben wir in der ersten Halbzeit deutlich zu wenig Leidenschaft gezeigt“, bemängelte der Coach. Erstens.

Viele Schuhe zur Anprobe

Aber da waren weitere Schuhe, die sich die Krayer an diesem Nachmittag hatten anziehen dürfen: Den ersten Gegentreffer kassierte die Mannschaft durch eine direkt verwandelte Ecke. Ein Treffer wie aus dem Nichts, bis dahin hatte Kray zumindest alles im Griff gehabt. Viel schlimmer noch: Statt mit Schwung in der zweiten Halbzeit die Aufholjagd zu starten, schwächten sich die Essener erneut selbst. Schon zum vierten Mal in Folge beendete das Team eine Partie nicht mit elf Spielern, diesmal hatte Emir Alic in der 51. Minute nach einer Tätlichkeit die Rote Karte gesehen. Was ohnehin in der schwierigen Situation, wie sie die Krayer zu meistern haben, nicht passieren darf, ist bei den Vorgeschichten aus den Spielen gegen Viktoria Köln, Rödinghausen und Verl einfach ein Unding. Gegentor Nummer zwei – und damit die Entscheidung in einem schwachen Spiel – war ein verwandelter Foulelfmeter (63.). „Ich denke, ich habe alles irgendwie getroffen, Ball und Beine“, so Vincent Wagner.

Immerhin: Die Krayer reagierten, zeigten in Unterzahl Willen, waren aber schnell zu hektisch. Und das darf tatsächlich Sorgen machen: Keine echte Torchance erspielte sich das Team. Philipp Meißner und Marvin Grumann hatten sich in den ersten Minuten der Partie zumindest in die Nähe des Strafraums gespielt, das sollte bis zum Ende gar nicht mehr vorkommen. Einzig Grumanns Lattenkracher per Freistoß kurz vor dem Pausenpfiff sollte noch einmal aufrütteln. Limbasans Abschluss im zweiten Durchgang – naja. Insgesamt: Viel zu wenig. Der dritte Gegentreffer mit der allerletzten Aktion des Spiels war da nur noch das i-Tüpfelchen.

Für Coach Lorenz führt der Weg zurück zu den so erfolgreichen ersten Wochen der Regionalliga-Saison trotz der Harmlosigkeit im Spiel nach vorne, vor allem über die Defensive: „Wir haben gepunktet, weil wir die Gegentore nicht bekommen haben, die wir zuletzt immer kassiert haben. Wir müssen kompakt sein, um dann schnell umzuschalten.“

Vincent Wagner, der mit Oberschenkelproblemen ausgewechselt werden musste, verwies fast trotzig auf den Umstand, am kommenden Wochenende werde wieder um drei Punkte gespielt. Aber auch gegen Hennef bedarf es mehr Mut, mehr Konzentration und mehr Spielwitz. „Wir müssen jetzt den Kopf oben, den Glauben hoch halten“, forderte Michael Lorenz.

Vielleicht reicht es ja auch schon, ein Spiel mal wieder mit elf Krayern beenden zu können.