Kettwigs Rückzug sorgte für Verärgerung

Der Zweikampf zwischen VfB Frohnausen (blaue Trikots) und  TUS Essen-West 81 in der Rückrunde wird spannend.
Der Zweikampf zwischen VfB Frohnausen (blaue Trikots) und TUS Essen-West 81 in der Rückrunde wird spannend.
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Was wir bereits wissen
An der Spitze deutet alles auf einen Zweikampf zwischen dem VfB Frohnhausen und dem favorisierten TuS West 81 hin. Werden-Heidhausen büßt seine Heimstärke ein.

VfB Frohnhausen

(1. Platz/36 Punkte/38:12 Tore). Der VfB hatte mit der Verpflichtung eines neuen Sturmduos von sich reden gemacht. Doch der Platz an der Spitze ist das Resultat enormer mannschaftlicher Geschlossenheit – egal, wen Trainer Issam Said auf den Platz schickte. „Darauf haben wir bei der Kaderplanung Wert gelegt“, erklärt Said. Über einen großen Willen und extreme Fitness wurden etliche Spiele in der Schlussphase entschieden. Raum für Verbesserung sieht Said deshalb keinen: „Dann würde ich das Haar in der Suppe suchen.“

TuS West 81

(2./33/42:19). „81“ vollzog im Sommer den zweiten Umbruch in Folge. Dieser schien zunächst zu fruchten, doch durch die unglückliche Niederlage gegen Schonnebeck schlitterte der Favorit erst in eine Ergebnis- und dann in eine spielerische Krise. Nach der Trennung von Trainer Oliver Vössing stimmte zumindest wieder die Punktausbeute. Das Resümee des Sportlichen Leiters Christian Leben fällt dementsprechend nüchtern aus. „ Mitunter hab ich die Galligkeit vermisst. Auch spielerisch müssen wir uns steigern. Aber die Formkurve zeigt nach oben.“

FC Kray II

(3./29/47:24). Kray spielte zeitweise begeisternden Offensivfußball, tat sich gegen destruktive Gegner jedoch schwer. Ein Phänomen, das sich in der Liga rumsprach und den Aufstieg vorerst außer Reichweite rücken ließ. Ein Ziel, das der Verein übrigens erst im Saisonverlauf ausrief. „Wir waren fast immer die fußballerisch bessere Mannschaft. Was uns fehlte, war ein Plan B“, analysiert Trainer Mario Salogga. Positiv war, dass sich immer wieder junge Spieler aus der zweiten Reihe in den Vordergrund spielten.

SuS Haarzopf

(4./27/31:23). Es war wie immer in Haarzopf. Zu Saisonbeginn mangelte es urlaubsbedingt an Personal und Fitness. Spieler aus der zweiten Mannschaft wurden so zu Stammkräften. Erst in der Endphase kam das Team in Schwung – auch dank seiner Stärke bei Standards. Zum Abschluss gab’s fünf Siege in Serie. „Der Zusammenhalt und die Qualität der einzelnen Spieler zeichnet Haarzopf aus“, freut sich Trainer David Zundler, der das Team im Winter an die Interimslösung Heiko Tüting übergeben hat.

SC Phönix

(6./22/28:32). „Sieben Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz sind eine Hausnummer“, stellt Trainer Arndt Krosch zufrieden fest. Der Aufsteiger überzeugte mit viel Kampf und Einsatz. Dadurch konnten auch das stetige Verletzungspech kompensiert werden. So konnte der als Spielmacher eingeplante Neuzugang Michael Kalusche erst in der Endphase auflaufen. „Gerade die jungen Spieler haben sich gut entwickelt. Einzig die Torausbeute war nicht adäquat“, resümiert Krosch.

SC Werden-Heidhausen

(8./19/30:33). Nach einem guten Start schlug das Verletzungspech zu. Vor allem der Ausfall der Innenverteidigung setzte Werden zu, der Leistungsabfall in der Defensive war auffällig. „Dadurch haben wir viele unnötige Tore kassiert“, erklärt Trainer Danny Konietzko.

Auffällig ist zudem die Werdener Heimschwäche. Gerade zu Hause war der Vorjahresfünfte in der vergangenen Spielzeit eine Macht, in dieser Saison punktet daheim niemand schlechter.

Katernberg 19

(9./17/18:23). Der Aufsteiger fand sich nach einem schwierigen Auftaktprogramm schnell in der Liga zurecht. Auch in der Bezirksliga war die gute Organisation und taktische Disziplin die größte Stärke der „19er“. Einzig die mangelnde Torausbeute verhinderte eine bessere Platzierung – niemand schoss weniger Tore. „Das war schon in der Aufstiegssaison unser Problem.

In der Bezirksliga bekommt man aber weniger Chancen“, erklärt Trainer Predrag Crnogaj. Kein Wunder, dass „19“ zur Rückrunde gerade in der Offensive nachbessern will.

SC Frintrop

(10./17/24:29). Der Abgang von Torjäger Markus Lihs (23 Tore) und Kapitän Pascal Hendricks nach Frohnhausen machte dem Vorjahresdritten bis weit in die Hinrunde zu schaffen. Einzig der spielende Co-Trainer Sebastian Vietz traf konstant. So suchte das Team nach seiner neuen spielerischen Identität. Erst als Abwehrspieler Dominik Baruffolo nach einer Verletzung zurückkehrte, wurde die Elf von Trainer Sascha Fischer stabiler. „Wir haben einige Spiele hergeschenkt. Wenn wir das abstellen, werden wir die Klasse auch halten“, glaubt Fischer.

SV Schonnebeck II

(12./15/31:34). „Wir haben ganz klar zu wenig Punkte geholt“, erklärt Trainer Andre Rilinger. In elf Spielen ging die SVS in Führung, gewonnen wurden nur drei. „Sobald wir ein Gegentor kassieren, verlieren wir den Faden“, so Rilinger. Die im Training eingeübten Automatismen greifen in dem jungen und offensivstarken Team dann nicht mehr. Eventuell ein Kopfproblem: Denn ein Drittel ihrer Punkte holte die SVS gegen das Top-Trio, gegen schlechter platzierte Teams gelang hingegen kein Sieg.

Adler-Union Frintrop

(14./14/22:49). Adler-Union tut sich nach der Fusion schwer. Der Abgang etlicher Adler-Leistungsträger konnte nicht kompensiert werden, Unions-Torjäger Mahmoud Ibrahim (50 Tore in der Vorsaison) fiel die gesamte Runde verletzt aus. Auffällig waren zudem die schwachen Auftritte auswärts, wo es etliche deftige Klatschen gab. „Wir sind noch nicht gefestigt genug. Uns fehlt die defensive Stabilität. Es war aber schon immer klar, dass für uns allein der Klassenerhalt zählt“, so Trainer Jo Nühlen.

SG Altenessen

(15./10/23:36). Der Jugendstil, auf den Trainer Jörg Dohmann gezwungenermaßen setzte, ging nicht auf. Gerade in der Schlussphase flatterten regelmäßig die Nerven. „Sobald wir in Führung gegangen sind, sind wir unerklärlicherweise ins Hintertreffen geraten“, sagt Trainer Jörg Dohmann, der aber auch das Positive sieht. „Es waren immer enge Spiele, und wir haben acht Spiele nicht verloren.“ Neben Erfahrung fehlt es dem Team auch an offensiver Durchschlagskraft. Einzig auf Torjäger Philip Hollweg (11 Tore) war Verlass.

FC Kettwig

Der Kettwiger Vorstand zog die Mannschaft zur Winterpause aus finanziellen Gründen vom Spielbetrieb zurück. Sportlich lief es für das Team nach einem schlechten Start passabel – dank einer kompromisslosen Defensive und Trainer Markus Dymala, der sich mal wieder selbst reaktivierte und acht Tore erzielte. 21 Punkte sammelte der FCK gegen Teams aus allen Tabellenregionen. Für entsprechende Verschiebungen innerhalb der Tabellenkonstellation und damit verbunden für Verärgerung bei der Konkurrenz sorgte der Rückzug.