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Ergometer-Rudern

Kettwig steht für Indoor-Cup

06.02.2012 | 20:25 Uhr
Kettwig steht für Indoor-Cup
Boris Orlowski verfolgt den Vorlauf der Kettwiger Ruderinnen Imke Fütterer (l.) und Lisa Quattelbaum. Foto: Reiner Worm/WAZ FotoPool.

Zum 14. Mal fand am vergangenen Sonntag der Indoor-Cup in der Sporthalle des Theodor-Heuss-Gymnasiums statt. Mit Boris Orlowski (42) von der Kettwiger Rudergesellschaft – Macher, Moderator und Motivator in einer Person – sprach Redakteur Dietmar Mauer.

Am Sonntagabend um 18 Uhr waren die Wettbewerbe beendet. Wie lange waren Sie noch in der Halle?

Orlowski: Mit unseren 100 Helferinnen und Helfern haben wir bis 21 Uhr wieder alles abgebaut. Da war wieder alles besenrein. Das musste auch so sein, denn am Montagmorgen stand in der ersten Stunde schon wieder Schulsport auf dem Belegungsplan der Halle.

100 Helferinnen und Helfer – woher nehmen Sie die?

Darum beneidet man uns: Es sind alles Mitglieder der Kettwiger Rudergesellschaft. Die KRG, die 350 Mitglieder hat, ist bekannt dafür, dass ihre Mitglieder sich ehrenamtlich sehr engagieren. Wenn 100 Mitglieder ihr Wochenende von Freitag bis Sonntag opfern, ist das schon eine tolle Sache. Wenn wir ihre Arbeit bezahlen müssten, wäre der Indoor-Cup nicht durchführbar.

Es war der 17. Indoor-Cup insgesamt, der 14. in Kettwig. Knapp 900 Teilnehmer nahmen auf den Rollsitzen Platz. Wie organisiert man so eine Veranstaltung?

Das ist richtig, für uns war es das 14. Mal, die ersten drei Mal fand er in Wanne-Eickel statt. Kettwig steht in der Szene für Indoor-Cup. Man muss alles auf die Minute genau durchplanen. So betrug die Pause zwischen den Rennen nur zehn Minuten. Sonst wären wir nicht rechtzeitig fertig geworden.

STICHWORT
Essener Frauen-Finale

Zum Finale der Deutschen Indoor-Meisterschaften beim 17. Indoor-Cups wurden besonders die heimischen Athleten frenetisch gefeiert. Den Auftakt machten die Jungen und Mädchen von 13-14 Jahren. Jonas Kohlmann vom TVK siegte, der TVK konnte sich außerdem über einen zweiten und dritten Platz von Katja Hertel und Paula Kostrzewa freuen. Carolin Sahlmann vom Ruderclub am Baldeneysee (RaB) wurde Dritte.

Leonie Sahlmann (RaB) wurde im Indoor-Cup-Finale Dritte, sicherte sich aber durch einen fulminant gefahrenen Vorlauf über die Zeit den Deutschen Meistertitel der B-Juniorinnen. In der offenen Klasse der Frauen gelang Mareike Adams (ETuf/2.) und Cathrin Crämer (Essen-Werdener Ruderclub/3.) der Sprung aufs Treppchen. Im Frauen-Leichtgewicht gab es den Doppelschlag in der Deutschen Meisterschaft: Gold für Katja Rügner (Etuf) und Silber für die Kettwigerin Fabienne Knoke.

Niclas Orlowski, ebenfalls aus Kettwig, wurde Zweiter der Indoor-Cup-Wertung. Und ein Ehepaar der KRG sorgte in zwei Rennen für weitere Ehren: Sabine Chavez Torres wurde Zweite und damit Bronzemedaillistin der Deutschlandwertung, ihr Mann Renato siegte bei den 40-49jährigen Männern. Kettwig kam in der heimischen Halle noch im Fun-Fitness-Vierer auf Platz drei (Michael und Anja Brockschmidt, Reiner Reichelt und Achim Manz-Bothe).

Den Schlusspunkt setzte der TV Kupferdreh, der sich nach dem Sieg im Jungen-und-Mädchen-Vierer (Felix Michalik, Paula Kotrzewa, Jonas Kohlmann, Katja Hertel) auch den zweiten Platz der Vereinswertung sicherte. Ein neues Paar Ruder für den Verein als Siegprämie war der verdiente Lohn.

Der Kettwiger Indoor-Cup hat nicht nur national, sondern auch international einen guten Ruf. 2013 findet die Europameisterschaft im Ergometer-Rudern in Kettwig statt. Wann beginnen dafür die Vorbereitungen?

Dass wir zum zweiten Mal nach 2010 den Zuschlag für die EM – übrigens der ersten, die vom Weltverband unterstützt wird – bekommen haben, spricht für unseren guten Ruf, zu dem aber auch unsere Partner maßgeblichen beitragen. Die Planungen für 2013 laufen eigentlich schon, seitdem wir vor einem halben Jahr die Ausrichtung bekamen. Die EM wird in den 18. Indoor-Cup eingebettet, der eine zweitägige Veranstaltung sein wird. Vieles will geplant sein. Wir benötigen schätzungsweise 400 Hotelbetten, das eine oder andere an der Halle muss auch verändert werden.

Mit wie vielen Teilnehmern rechnen Sie für 2013?

Knapp 1200 Ruderer und Ruderinnen werden wohl in Kettwig antreten.


Sie sind nicht nur Organisator und Moderator, sondern auch Trainer. Wie ordnen Sie den Indoor-Cup 2012 sportlich ein?

Die Juniorenklassen, also bis 18 Jahre, waren hochklassig besetzt. Bei der Elite fehlte die absolute Topklasse wegen der Olympiavorbereitung. Bei der EM werden alle in Kettwig sein, denn der Deutsche Ruderverband hat sie für die Spitzenathleten zur Pflichtveranstaltung gemacht.


Auch ohne Olympiakandidaten gab es in Kettwig sehr gute Leistungen bei einer tollen Atmosphäre zu sehen. Welche waren dies aus Essener Sicht?

Da sind sicherlich Mareike Adams vom Etuf, die Zweite beiden Frauen wurde, ihre Vereinskollegin Katja Rügner, die sich bei den Leichtgewichten knapp gegen die Kettwigerin Fabienne Knoke durchsetzte, oder Niclas Orlowski, der ebenfalls Zweiter wurde, zu nennen. Wen man auf keinen Fall vergessen darf, ist Leonie Sahlmann vom Ruderclub am Baldeneysee. Das war schon toll, wie sie sich als Noch-14-Jährige in der Klasse der 15-/16-Jährigen durchsetzte und mit 1,8 Sekunden Vorsprung gewann.

Der Indoor-Cup ist die Abschlussveranstaltung einer Serie. Wie groß ist nun die Vorfreude aufs Freiwasser?

Was Indoor betrifft sind die Ruderer jetzt satt. Sie würden alle super gerne wieder regelmäßig aufs Wasser, was zurzeit wegen der Witterung natürlich nicht so möglich ist. Daher ist die Vorfreude auf den Frühling riesig. Und auch auf den Juni, denn dann finden auf dem Baldeneysee wieder die Deutschen Jugendmeisterschaften statt.

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