Kesselring kommt zu ETB Baskets
01.02.2012 | 19:24 Uhr 2012-02-01T19:24:00+0100
Der nächste bitte: Basketball-Zweitligist (Pro A) ETB hat sich nur wenige Stunden nach dem Transfer von Diego Kapelan (wir berichteten) auch die Dienste von Sascha Kesselring von Ligakonkurrent Düsseldorf Giants gesichert. Kurz vor Ende der Transferfrist konnten die Wohnbau Baskets Vollzug melden. Der 2,09 m große Center spielt – mindestens – bis Saisonende für die Schwarz-Weißen.
Sascha Kesselring schaffte in der vergangenen Saison zusammen mit Kevin Wysocki in Würzburg den Aufstieg in die BBL, war zuvor in Cuxhaven und Schalke aktiv. Er soll Dario Fiorentino ersetzen, der seine Karriere beendet hat. „Sascha ist ein erfahrener Spieler und ein deutscher Spieler, der nach der Verpflichtung von Kapelan wieder für mehr Variationsmöglichkeiten auf dem Parkett sorgt“, freut sich ETB-Geschäftsführer Niklas Cox. Der Hintergrund: Mindestens zwei deutsche Spieler müssen während der 40 Minuten Spielzeit auf dem Feld stehen. Sascha Kesselring wollte weg von den Giants, die ihn zuletzt mit immer weniger Einsatzzeiten bedacht hatten. „Er will unbedingt spielen, die verbleibende Zeit nutzen, um sich zu präsentieren“, erläutert Cox. Entsprechend sei der Wechsel für die Baskets überhaupt zu stemmen gewesen. „Wir sind ja nicht gerade solvent, aber wir haben ein sehr gutes Verhandlungsergebnis erzielt.“
Solvenz – das ist das Stichwort. Denn auch wenn der ETB noch immer nicht auf Rosen gebettet sein mag, so verändert sich doch offensichtlich die Wahrnehmung des Vereins vor allem bei Sponsoren. Die Verpflichtung von Diego Kapelan sei ein Glücksfall gewesen, findet Cox. Vergleichbar mit dem Transfer von BBL-Akteur Steven Esterkamp in der vergangenen Saison. Der war seinerzeit lange verletzt, wollte Anschluss finden. Kapelan gehörte mit Mostar einem bosnischen „Pleiteverein“ an, wollte – musste – wechseln. Trotzdem ist speziell die Verpflichtung Kapelans nur durch zusätzliche Sponsorengelder ermöglicht worden. „Viele Leute kümmern sich intensiv um den Verein. Nun professionalisieren wir unsere Strukturen Stück für Stück. Das geht alles langsam voran, aber es wird gewürdigt“, bemüht sich Niklas Cox um eine Erklärung für die – trotz der glücklichen Begleitumstände und dem Zusammentreffen günstiger Umstände – „neuen Möglichkeiten“ des ETB.
Dies soll weiter verfolgt werden, die Wohnbau Baskets wollen weiter klettern. Wirtschaftlich und natürlich sportlich. Abwarten muss man, wie die beiden jüngsten Kadermitglieder einschlagen. Abwarten, wann und in welcher Verfassung Shooting Guard Marco Buljevic nach seiner Knieverletzung auf’s Parkett zurückkehrt. Abwarten auch, ob im Laufe der nächsten Monate alle gesund bleiben. Aber die Transfers sagen doch eine deutliche Angriffslust aus. „Wir schielen auf die Playoffs, keine Frage“, gibt Geschäftsführer Niklas Cox zu. „Wir wollen weiter nach oben und so auch neue Zuschauer in die Halle holen und zum Bleiben bewegen.“
Präsentieren will man sich auch abseits der Spieltage, das wurde speziell im vergangenen Jahr vernachlässigt, als es dem Verein dreckig ging. „Nun bauen wir Schulden ab, machen keine neuen.“ Und verpflichten trotzdem Spieler, denen man zutraut, der Mannschaft entscheidend weiterhelfen zu können. Der ETB macht neue Erfahrungen.
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