Kai Spenners Crew liegt vorn

Jubel im Ziel des 1.000m-Vierers beim Weltcup in Kopenhagen bei (v.li.) Martin Schubert (Friedrichshafen), Kostja Stroinski (Berlin), Lukas Reuschenbach (Oberhausen) und Kai Spenner (Essen)
Jubel im Ziel des 1.000m-Vierers beim Weltcup in Kopenhagen bei (v.li.) Martin Schubert (Friedrichshafen), Kostja Stroinski (Berlin), Lukas Reuschenbach (Oberhausen) und Kai Spenner (Essen)
Foto: Ute Freise
Im Kampf um WM-Start ist der Vierer mit dem Essener nach dem Weltcupsieg in Kopenhagen im Vorteil gegenüber der internen Konkurrenz.

Spannender hätte es beim Kanu-Weltcup in Kopenhagen für die beiden deutschen 1000-Meter Viererkajaks der Herren nicht zugehen können. Mit hauchdünnem Vorsprung gewann der deutsche Vierer mit dem Essener Kai Spenner (KGE), Martin Schubert (Friedrichshafen), Kostja Stroinski (Berlin) und Lukas Reuschenbach (Oberhausen) das Finale und hat damit einen weiteren Schritt in Richtung WM-Teilnahme gemacht.

Wie schon eine Woche zuvor beim Heim-Weltcup auf der Duisburger Wedau standen sich auf dem Bagsvardsee erneute zwei DKV-Flaggschiffe gegenüber. Das Ziel war, sich gegen die internationale Konkurrenz zu behaupten und natürlich auch im internen, nationalen Vergleich. Das Quartett um Kai Spenner lag auf Rang vier vor dem Vierer mit David Schmude und Fabian Kux (beide KGE) sowie Felix Landes (Neckarslulm) und Gordon Harbrecht (Neubrandenburg), die auf Rang acht einkamen.

In Kopenhagen führte zunächst das Boot mit Schmude und Kux knapp vor Australien. Die Crew von Spenner fuhr bis zur Hälfte der Strecke etwas hinterher, kämpfte sich aber Meter um Meter heran. Nebeneinander und scheinbar gleichauf glitten die beiden deutschen Vierer über die Ziellinie. Immer wieder ließ man später diesen Zieleinlauf auf der Leinwand vor der Tribüne Revue passieren. Der Vorsprung von 8/100 Sekunden vor Australien und 16/100 Sekunden vor „Deutschland II“ war hauchdünn, aber Schubert/Stroinski/Reuschenbach/Spenner hatten ihn erkannt und jubelten.

Verständlich, denn diese vier Kanuten werden nun auch Mitte Juni bei den „Europäischen Spielen“ in Baku/Aserbeidschan starten und sind damit eine entscheidende Runde weiter im Kampf um die WM-Teilnahme. Denn sollte dieses Boot in Baku erneut überzeugen, könnte dies die Fahrkarte für die WM nach Mailand bedeuten.

Gerade was den Viererkajak anbelangt, steht für die Verbände viel auf dem Spiel bei der WM. Dort werden die sogenannten Quotenplätze für die Olympischen Spiele 2016 in Rio ausgefahren. Und im Herrenvierer heißt dies, man muss unter den ersten sechs europäischen Nationen sein. Eine Nachqualifikation gibt es im Vierer und in den Kleinbooten nicht. Würde Platz sechs nicht erreicht, fehlten vier Startplätze in Rio.

„Die Erleichterung ist natürlich riesengroß. Und jetzt hoffen wir, auch die nächste Hürde nehmen zu können“, sagte Kai Spenner. Auch dessen Klubkollegen David Schmude und Fabian Kux könnten mit ihren Viererpartnern noch weiter international mit dabei sein. In der anstehenden Vorbereitung auf die WM wird sich zeigen, ob sich ein WM-Einsatz in einer nicht-olympischen Disziplin ergeben kann.