Jetzt nur noch Ein-Chef-Lösung

Überraschung! Überraschung? Schon wieder ändert sich was bei Rot Weiss Essen auf der Trainerbank. Jürgen Lucas hat fertig. Nach nur knapp drei Wochen. Was für die Öffentlichkeit ein „Hammer” ist, war aber in der Chefetage so abgesprochen und kalkuliert. Man wollte es nur nicht jedem auf die Nase binden. Kann man verstehen, denn eine Übergangslösung innerhalb der Übergangslösung hätte ja auch nur verunsichert. Und Verunsicherung herrschte ja in der letzten Zeit zu Genüge.


Jürgen Lucas muss Prioritäten setzen. Und das ist richtig so. Anders als Markus Reiter sieht er seine Zukunft nicht als Profitrainer. Dass er sein Privatleben für kurze Zeit beschnitten und seinen Jahresurlaub geopfert hat, zeigt aber, dass er (auch) für diesen Verein lebt. Und natürlich hat es ihm auch Riesenspaß gemacht. Zum Glück verlief sein Intermezzo erfolgreich, denn so ist ihm bittere Häme erspart geblieben, die nach einem Pokal-K.o. gegen Kray sicherlich auch ihn nicht verschont hätte.


Jetzt weiß man, warum RWE als Übergangslösung die Zwei-Chef-Reglung gewählt hat. War im Nachhinein clever, denn einen gravierenden Schnitt wird es nicht geben. Reiter setzt die gemeinsame Arbeit jetzt nur allein fort.


Unaufgeregt wie dieser kleine Trainerwechsel wirkt auch die Suche nach dem neuen Chefcoach. Natürlich haben schon Bewerber angeklopft. RWE aber will abwarten, erst eine Spielphilosophie formulieren, obgleich sie in Grundzügen eigentlich schon im Jugendleistungszentrum hinterlegt ist. Egal. Künftig soll bei RWE Fußball gespielt werden, wie es dem Verein gefällt. Und auch den Fans. Der Trainer soll diese Linie umsetzen und bekommt vom Volk dann hoffentlich mehr Rückhalt als Vorgänger Marc Fascher. Ob und wie erfolgreich man die Philosophie auf dem Rasen bringt, das steht wiederum auf einem anderen Blatt.