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47. RWE-Marathon "Rund um...

„Jetzt bin ich gerade mal glücklich”

11.10.2009 | 21:29 Uhr

Favorit Dennis Pyka von der LG Regensburg gewinnt in Essen seinen ersten Marathonlauf. Silvia Krull von der LG Lage Detmold wiederholt ihren Vorjahressieg.

Startschuss zur 47. Auflage des Marathons, der wie immer vom Tusem ausgerichtet wird. Fotos (2), WAZ, Michael Gohl

Wer den 47. RWE-Marathon gewinnen würde, war schon nach der Hälfte der 42,195 Kilometer so gut wie sicher. Einsam und allein lief Dennis Pyka (LG Regensburg) an der Spitze des Feldes, der Verfolger Manuel Meyer (TV Wattenscheid 01) hatte seinen Kontrahenten schon früh aus den Augen verloren. Aber erst als der 27-jährige Pyka – immer noch allein und immer noch leichtfüßig – hinter dem Polizei-Krad auf die Zielgerade am Regattaturm einbog, stand der Favoritensieg fest. Endzeit: 2:20:53 Stunden.

Zwar tropfte dem drahtigen Ausdauerkünstler der Schweiß nur so vom Kinn, doch so richtig ausgebrannt wirkte er nicht nach dieser Strapaze. Und als er so erzählte, wie es unterwegs gelaufen ist, konnte man ahnen, dass so ein Marathon-Lauf doch immer wieder für eine Überraschungen gut ist. „Meine Trainingswerte waren super, und eigentlich wollte ich hier viel schneller laufen”, gab Pyka zu. „Aber es ist mein erster Sieg bei einem Marathon. Jetzt bin ich gerade mal glücklich.” Was war passiert? Pyka, dem erfahrenen Langstreckler, war zuvor der häufig zitierte „Mann mit dem Hammer” begegnet. „Bei 25 Kilometer bekam ich plötzlich Seitenstiche. Dann habe ich mich zwar wieder gefangen, bin aber nur noch auf Sicherheit gelaufen. Ich wollte einfach nichts mehr riskieren.”

Seine Bestzeit von 2:19:14 Stunden, die er in diesem Jahr im italienischen Padua gelaufen war und damit bester Europäer wurde in diesem Rennen, die konnte Pyka in Essen deshalb nicht unterbieten. „Obwohl die Strecke superschnell ist. Aber manchmal ist das auch ein bisschen Glücksache.” Das Wetter jedenfalls spielte am Sonntag halbwegs mit. Etwas nasskalt war's zwar, was die Zuschauerzahl erheblich drückte im Vergleich zu den voherigen Jahren, den 2000 Aktiven aber war es recht angenehm, weil es ja auch kaum windig war.

Sein Tempomacher habe ebenfalls perfekt gearbeitet, bestätigte der Sieger. Der „Hase” Christian Glattig (TV Wattenscheid) revanchierte sich für einen Freundschaftsdienst, den ihm Pyka vor zwei Jahren erwiesen hatte. „Ich habe Christian damals als Tempomacher auf der Bahn über 10 000 Meter zur Junioren-WM geführt”, erinnerte sich Dennis Pyka. Er war zufrieden und Gerd Zachäus, Cheforganisiator des Tusem, rührte gleich an Ort und Stelle die Werbetrommel bei der Nummer eins. Beim nächsten Mal könne er es ja noch einmal versuchen. „Ich lade dich jetzt schon für 2010 ein.”

Wiederholte ihren Vorjahressieg: Sylvia Krull (Lage-Detmold) - hier mit Tusem-Organisationsleiter Gerd Zachäus.

Zum zweiten Mal war Manuel Meyer (TV Wattenscheid) am Baldeneysee dabei und wie im Vorjahr reichte zu Platz zwei in 2:22:27 Minuten. Der zähe Meyer hatte wie gewohnt sein Kämpferherz bewiesen und sich durchgebissen. Im Ziel griff er sich mit schmerzverzerrtem Gesicht an den Oberschenkel und signalisierte, dass beileibe nicht alles optimal war. Und weil er nicht für die Westdeutsche Meisterschaft gemeldet hatte, ging der Titel an den Viertplatzierten Boris Giesen vom VfR Unterbruch (2:30:11).

Favoritin Silvia Krull (LG Lage Detmold, 2:40:40) konnte indes ihren Vorjahressieg wiederholen, gewann vor Silke Optekamp (LG Mönchengladbach, 2:48:27) und wurde Westdeutsche Meisterin. Ihre Bestzeit von 2008 erreichte Krull allerdings nicht.

Die kleine Läuferin nahm es gelassen und erklärte: „Die Halbmarathonzeit war heute wie im Vorjahr, aber bei Kilometer 30 habe ich plötzlich schwere Beine bekommen. Dann musste ich mich ein bisschen quälen. Aber das ist ja auch normal.”

Rolf Hantel

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