Jan Klauke will nächsten Schritt machen

Seltene Glücksmomente mit Kray: Jan Klauke (links) im Niederrheinpokal und Philipp Gödde.
Seltene Glücksmomente mit Kray: Jan Klauke (links) im Niederrheinpokal und Philipp Gödde.
Foto: WAZ FotoPool
Aber der FC Kray verweigert ihm die Freigabe. oberligist ETB Schwarz-Weiß Essen würde den gelernten Innenverteidiger gerne übernehmen.

Nein, die vergangenen drei Halbserien sind für Jan Klauke alles andere als rund gelaufen: Hoffnungsvoll startete der heute 20-Jährige nach seiner Zeit beim U19-Bundesligisten RWE in seine Seniorenlaufbahn, wechselte nach Lotte zu den Sportfreunden in die Regionalliga. Es folgte große Ernüchterung, Klauke konnte sich nicht durchsetzen, flüchtete im Winter 2013/14 zur U23 von Schalke 04, wo es ähnlich schlecht lief. Der Wechsel im Sommer zum Viertliga-Aufsteiger FC Kray sollte so etwas wie der Neubeginn werden, nach einem klassischen Fehlstart.

„Dass es für mich nicht gut gelaufen ist, liegt in erster Linie natürlich an mir“, so Jan Klauke im Gespräch mit dieser Zeitung. Ein junger Mann, der sich selbst reflektiert. Der weiß, dass ihm so ganz langsam der nächste Schritt gelingen muss. Ob das in Kray der Fall sein wird?

Ungeliebte Außenposition

Auch an der Buderusstraße ist Jan Klauke unglücklich. Was weniger an seinen Einsatzzeiten liegt, wie der Student der Psychologie beteuert. Auf zehn kommt er bislang. Vielleicht hatte er sich mehr erhofft, aber immerhin stand er mal wieder auf der Wiese. Das Problem: Trainer Michael Lorenz beorderte den gelernten Innenverteidiger auf die defensiven Außenpositionen. Auch wenn das Duo Wagner/Alic gesprengt war, bekam Jan Klauke keine Chance im Abwehrzentrum. Dann wurde „Sechser“ Christian Mengert in die Innenverteidigung verschoben – nun hat man mit Ersan Kusakci sogar noch einen zusätzlichen Defensivspezialisten an die Buderusstraße gelotst.

Keine Einsatzgarantie

Jan Klauke sieht seine Felle davon schwimmen, zumal ihm Michael Lorenz natürlich keine Einsatzgarantie auf der gewünschten Position gegeben hat. Wer mag es ihm verdenken? Klauke will weg. Das formuliert der Abwehrmann freilich etwas zurückhaltender, betont aber: „Ich möchte spielen, auf mich aufmerksam machen. Das kann ich am besten auf der Position, wo ich zweifelsfrei meine Stärken habe.“ Und die er beim FCK bislang nicht spielen durfte.

Nach Informationen dieser Zeitung hat Oberligist ETB sein Interesse bekundet, für Jan Klauke eine Option, das bestätigt er. Es wäre ein Schritt zurück, zumindest hinsichtlich der Liga. Der Weg zurück zum Uhlenkrug könnte aber auch nur die Chance auf mehr Anlauf für die Zukunft bedeuten. Und: „Ich habe großes Interesse daran, mein Studium zu forcieren. Wenn es doch noch so richtig klappt mit dem Fußball, kann ich ja immer noch eine Pause einlegen.“

Klare Absage von Fabian Decker

Ob er die Rückrunde noch in Kray spielt? „Dazu kann ich nichts sagen, das müssen andere entscheiden.“ Da ist zum Beispiel FCK-Teammanager Fabian Decker, der den Wechselambitionen seines Abwehrmanns aber eine klare Absage erteilt.

Und zwar nicht nur für den ETB: Die Schwarz-Weißen hatten die Krayer vor einem Jahr beim Transfer von Stürmer Ibrahim Bulut mit einer sehr hohen Ablöse geärgert (der Wechsel war trotzdem letztlich zustande gekommen) – Revanchegelüste weist Decker aber von sich. „Wir wollen einfach keinen Spieler abgeben, wollen mehr, und nicht weniger Optionen für die Restrunde“, so der Teammanager. Decker rät Klauke, zu beißen und sich durchzusetzen. „Jan ist dran an der Mannschaft.“

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