Im Zeichen der Zeder
11.08.2008 | 19:01 Uhr 2008-08-11T19:01:00+0200Al-Arz Libanon Essen 08 heißt ein neuer Klub, der starke Kicker in die unterste Spielklasse lockt. Sie wollen ein Integrationsverein sein – mit vielen Nationalitäten und einem deutschen Co-Trainer in die neue Kreisliga-C-Saison.
Die Namen Fakhro und Allouche sind seit Jahren feste Begriffe im Essener Amateur-Fußball – und teilweise darüber hinaus. Jetzt haben sich die beiden libanesischen Familienstränge sportlich zusammengetan und kurzerhand einen eigenen Verein gegründet: Al-Arz Libanon Essen 08. Der im wahrsten Sinne des Wortes familiäre Charakter des neuen Klubs lockt Spieler in die unterste aller Klassen, die dafür eigentlich viel zu gut sind.
Zum Beispiel Torwart Nouri Fakhro, der zuletzt im Kader des Oberligisten VfB Homberg stand. Zwei weitere Torwarte spielen einfach auf anderen Position: Marvan Allouche (zuletzt FC Kray, Landesliga) im Sturm, Nabil Allouche (zuletzt TuS Helene, Landesliga-Aufsteiger) im Mittelfeld.
Al-Arz Libanon Essen will aber mehr sein als ein Familienverein. „Gegen diesen Begriff wehren wir uns ein bisschen. Wir wollen vielmehr ein Integrationsverein sein”, erklärt Fakhro. Türken, Afghanen, Kroaten und Marokkaner gehören inzwischen zum Kader. „Wir wollen mittelfristig auch deutsche Spieler. Aber das ist schwierig, weil bis jetzt nur Ausländer da sind.” Den Anfang haben sie aber schon mit einem deutschen Co-Trainer gemacht. Für Ingo Baginski, der einst SuS Niederbonsfeld II in die Kreisliga A führte, ist das nichts Besonderes. „Einige Spieler haben schon vorher unter mir gespielt. Da gibt es eine Verbundenheit”, begründet er sein Engagement.
Verbundenheit. So erklärt auch Präsident Fakhro, warum Ex-Landesliga-Kicker nun in der Kreisliga C spielen wollen: „Es reizt sie, in der Mannschaft dabei zu sein. Sie wollen Spaß haben, und bei uns steht das Freundschaftliche im Vordergrund.” Fakhro bestreitet hartnäckig, dass doch wenigstens auch ein bisschen Geld im Spiel sein muss. Ganz im Gegenteil! Einige Spieler hätten „sogar die Ausbildungs-Entschädigungen an ihre alten Vereine aus der eigenen Tasche finanziert”. Die Verpflichtung des Nigerianers Frederick Okonkwo (31) vom hiesigen Niederrheinliga-Aufsteiger SV Schonnebeck, der schon als Profi in Serbien und Japan gespielt hat, sei kurzfristig gescheitert: „Er hat Geld gefordert.” Es gebe zwar schon ein paar kleinere Sponsoren. „Aber davon kann ich keine Spieler bezahlen”, so Fakhro.
Sie sind trotzdem da, und entsprechend groß sind die Ambitionen. „Aufstieg, ja klar”, sagt Vize-Präsident Jihad Allouche. Nemr Fakhro bemüht sich, die Erwartungen etwas zu dämpfen: „Aber wir üben keinen Druck aus. Die guten Spieler kommen freiwillig aus höheren Klassen zu uns und kriegen kein Geld – da habe ich kein Recht, den Aufstieg zu fordern.” Ein Selbstläufer werde die erste Saison nicht. „Wir haben viele Individualisten – mehr als ein, zwei. Eine schwierige Aufgabe, daraus ein Team zu formen.”
Übernehmen soll sie Josip Cosic, der strenge Kroate. „Es ist wie zu Hause: Ohne Disziplin geht gar nichts”, sagt der Trainer. Und weiter: „Für mich ist egal, aus welcher Liga die Spieler kommen. Es zählen Disziplin, Training, Arbeit. Das ist alles. Im Training gibt's keinen Spaß.”
Der smarte Präsident Nemr Fakhro lächelt bei diesen Worten. Auch der 28-Jährige war mal ein guter Fußballer, er spielte einst beim SV Meppen II in der Verbandsliga, bis ihn vor sieben Jahren eine Sprunggelenksverletzung außer Gefecht setzte. Dauerhaft. Auch er will jetzt ein bisschen in der Kreisliga C mitkicken: „So lange es bei mir geht, und nur so lange es Bedarf gibt. Dann bin ich weg.”
20:10
Ich wünsche dem neugegründeten libanesischen Verein alles Gute.Und hoffe das von der Essener-Verensszene sofort akzeptiert werden.
Euer Andi
16:07
hallo jungs
11:17
Finde ich sehr gut.Wünsche dem Verein alles Gute und tolerante Deutsche Mitbürger.
20:01
Dann fehlt ja bald nur noch ein libanesischer Strich, vielleicht Al Zedere Libanon Libido.