Ich habe immer noch etwas im Tank

David Odonkor mit seinen Fans
David Odonkor mit seinen Fans
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Was wir bereits wissen
Ex-Nationalspieler David Odonkor freut sich auf das Spiel der Auf-Asche-Allstars am Freitag gegen eine Trainerauswahl in Essen. Der Ex-Borusse erweist sich im Interview als RWE-Kenner.

Die Essener Fußballfans werden einen früheren WM-Helden erstmals wieder aktiv auf dem Rasen bestaunen dürfen. David Odonkor wird im Vorspiel für das Team der Auf Asche Allstars auflaufen, die sich Freitag ab 18 Uhr an der Altenessener Bäuminghausstraße mit der Essener Trainerauswahl messen werden. Auf Asche sprach vorab mit dem 31-Jährigen über den Essener Fußball, seine Trainerkarriere und über sein Leben als Ex-Profi.

David Odonkor, wie ist es dazu gekommen, dass Sie das Trikot der Auf Asche Allstars tragen werden?

Ich bin seit einigen Jahren mit Frank Mill befreundet. Er hat mich vor kurzem gefragt, ob ich Lust hätte, am Auf-Asche-Fußballfest teilzunehmen. Ich habe spontan zugesagt, weil ich mich darauf freue, vor einer schönen Kulisse in Essen Fußball zu spielen

Sie waren früher für Ihre unglaubliche Geschwindigkeit gefürchtet. Die 100 Meter haben Sie zu Ihren Glanzzeiten unter 11 Sekunden geschafft. Was können die Essener Fans nach dem Karriereende von Ihnen erwarten?

Natürlich sind meine besten Jahre als Fußballer vorbei, deshalb habe ich meine Laufbahn vor zwei Jahren auch beendet. Dennoch habe ich noch immer etwas im Tank und kann durchaus noch guten Fußball spielen. Mir ist es wichtig, dass wir den Leuten an diesem Tag etwas bieten. Im besten Fall wird es ein abwechslungsreiches Spiel mit vielen Toren. Dazu möchte ich meinen Beitrag leisten.

Als langjähriger BVB-Spieler kennen Sie sich im Ruhrgebiet sicher immer noch bestens aus. Haben Sie zwischendurch auch den Essener Fußball im Blick?

Auf jeden Fall. Ich verfolge den Essener Fußball sehr intensiv, speziell die Entwicklung von Rot-Weiss Essen. Der Klub hat mittlerweile ein tolles Stadion, das inklusive der Fans für die Regionalliga eigentlich zu schade ist. In der letzten Saison sah es bis zur Winterpause sehr gut aus, danach folgte leider der Einbruch. Ich muss aber zugeben, dass ich als ehemaliger Alemannia-Spieler im Topspiel für Aachen gehalten habe. Dennoch wünsche ich RWE, dass es bald mit dem Aufstieg klappt. Das hätten die Fans und die gesamte Stadt einfach verdient.

Zuletzt waren Sie als Trainer für den Westfalenligisten TuS Dornberg tätig. Die Zusammenarbeit endete jedoch sehr unerfreulich. Werden wir Sie künftig dennoch auf der Trainerbank sehen?

Ich habe in den letzten zwei Jahren in dieses Geschäft hinein geschnuppert und es hat mir sehr gefallen. Vor allem der Job als Co-Trainer beim SC Verl war sehr lehrreich. Deshalb möchte ich in diesem Bereich weiter arbeiten. Ich bin dahingehend für alle Seiten offen. Es spielt auch keine Rolle mehr, dass es beim TuS Dornberg nicht, wie gewünscht, gelaufen ist. Dort war von A bis Z alles chaotisch, so etwas habe ich im Fußball noch nie erlebt. Trotzdem bin ich nach wie vor heiß aufs Fußball-Geschäft. Bevorzugt möchte ich als Trainer arbeiten, eine Variante als Spieler-Trainer wäre aber auch durchaus denkbar.

Ihr sensationeller Auftritt bei der WM in Deutschland ist nun mittlerweile neun Jahre her. Werden Sie auf der Straße noch immer darauf angesprochen?

Der Hype ist zum Glück nie richtig verflogen. Die Leute kommen immer noch auf mich zu und sprechen mich auf die damalige Geschichte bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land an. Damit habe ich auch überhaupt kein Problem, im Gegenteil, es ist doch eine Ehre. Dieser Augenblick war immer ein wichtiger Teil meines Fußballer-Lebens. Es macht mir daher große Freude, wenn ich mit den Leuten über die alten Zeiten reden und ihnen dadurch auch heute noch ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann.