Humänner sorgen für sportliches Märchen

Noch mal geschafft: Christoph Bielecki und Laurin Hußmann (VVH).
Noch mal geschafft: Christoph Bielecki und Laurin Hußmann (VVH).
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Der VVH schafft den vor Wochen noch scheinbar unmöglichen Klassenerhalt.

MTV Kiel -
VV Humann 0:3

Humann: Lau. Hußmann, Hildebrand, Gawryluk, B. Ketelsen, Bielecki, Hütte, T. Ketelsen, Wiesche, Lu. Hußmann, Holthausen, Kaelberlah.

Sätze: 18:25, 19:25, 26:28.

Gesamtbälle: 63:78.

Spieldauer: 79.

Die Zweitliga-Volleyballer des VV Humann haben mit dem 3:0-Erfolg beim MTV Kiel den Klassenerhalt vorzeitig perfekt gemacht und damit für ein sportliches Märchen gesorgt. Noch vor wenigen Wochen war ihr Ligaverbleib so wahrscheinlich wie ein Blitz aus heiterem Himmel.

„Wahnsinn, das ist der absolute Hammer“, jubelte VVH-Trainer Jens Bräkling, bei dem in jedem Wort eine gehörige Portion Stolz auf sein Team mitklang. „Die Jungs haben über die gesamte Saison gesehen eine enorme Entwicklung genommen. Wir haben nur ein Spiel mit 0:3 verloren, was zeigt, dass wir eigentlich immer konkurrenzfähig waren. Diesen Klassenerhalt hat sich die Mannschaft gemeinsam erarbeitet.“

Die so Gelobten gaben die Preisung direkt zurück: „Das Trainergespann hat uns zu jeder Zeit perfekt unterstützt und stets an uns geglaubt. Auch hierin liegt mit Sicherheit ein Grund dafür, dass wir es noch geschafft haben“, befand Humann-Kapitän Lukas Hußmann, wohl weißlich, dass es keineswegs leicht gewesen sein muss, nie die Hoffnung zu verlieren. Denn erst vor gut einem Monat lagen die Essener mit nur zwei Siegen aus 16 Begegnungen abgeschlagen auf dem letzten Platz. Viele knappe Niederlagen hatten am Selbstvertrauen genagt.

Es folgten gleich fünf Erfolge am Stück, wobei der Triumph in Kiel um einiges höher einzuschätzen ist als die anderen. Schließlich standen die Humänner als Vorletzter vor der Partie lediglich einen Punkt vor den Gastgebern. Und im Falle einer Niederlage wären die Essener vor dem letzten Spieltag der Saison auf den letzten und einzigen Abstiegsplatz gerutscht. „Die Jungs haben Nervenstärke bewiesen und vor allem in den ersten beiden Sätzen enorm stark gespielt“, befand Bräkling.

Auch im dritten Durchgang starteten die Humänner furios (6:1), aber kurz vor Ende lagen urplötzlich die Kieler vorn. „Insgesamt waren wir jedoch überlegen, sodass wir den Rückstand noch einmal umgebogen haben“, so der Coach.

Bei nun vier Zählern Vorsprung vor den Kielern haben die Humänner den Klassenerhalt doch noch geschafft – egal, wie sie sich beim Saisonfinale am 11. April gegen Schüttorf schlagen. „Wir machen jetzt erst einmal ausgiebig Party“, meinte Bräkling, für den der Erfolg auch eine Art „vorgezogenes Geburtstagsgeschenk“ war. Am Sonntag wurde der Trainer 29. Und dank des gemeisterten Klassenerhalts hatte er gleich doppelten Grund zum Feiern.