Hoff und Rendschmidt in guter Frühform

Max Rendschmidt und Marcus Gross (Berlin) ziehen ins Finale ein
Max Rendschmidt und Marcus Gross (Berlin) ziehen ins Finale ein
Foto: U. Freise
Was wir bereits wissen
Die beiden Aktiven der KG Essen absolvierten ihre Halbfinals im Einer- und Zweierkajak auf der Wedau in souveräner Manier. Bei der Medaillenvergabe werden sie mitreden.

Das Qualifikationsverfahren des Deutschen Kanu-Verbandes für die Weltmeisterschaft nimmt Fahrt auf. Nach der nationalen Sichtung geht es nun auf internationaler Ebene in die nächste Runde auf dem langen Weg hin zur WM in Mailand. Beim Weltcup auf der Duisburger-Wedau haben die deutschen Athleten erstmals Gelegenheit, ihr WM-Ticket zu lösen. Die nächste Chance bietet sich dann schon am kommenden Wochenende beim Weltcup in Kopenhagen.

Mit dem Ziel, die Qualifikationsnorm für Mailand zu schaffen, gehen insgesamt 36 DKV-Kanuten in Duisburg an den Start und treffen dort auf die Widersacher aus insgesamt 53 Nationen. „Die Konkurrenz ist bei einem Weltcup definitiv größer als bei der EM. Hier bekommen es die Athleten mit Konkurrenz aus allen Kontinenten zu tun, die oftmals sogar mit zwei Booten an den Start gehen. Das erhöht natürlich die Anforderungen“, weiß Chef-Bundestrainer Reiner Kießler. Und gespannt sein darf man bei dieser internationalen Standortbestimmung auch auf so manchen verbandsinternen Vergleich beim Kampf um die begehrten WM-Startplätze.

Fünf Aktive der KG Essen

Mit im Duisburger Nationalteam stehen auch die fünf Aktiven der KG Essen: Max Hoff, Max Rendschmidt, Kai Spenner, David Schmude und Fabian Kux. Auch sie möchten natürlich ihrem ganz großen Ziel „WM“ ein entscheidendes Stück näher kommen. Max Hoff im Einer und Max Rendschmidt im Zweier sind da schon auf dem richtigen Weg. Sie haben sich gestern als Sieger in ihren Halbfinals durchgesetzt und stehen am Samstagvormittag im Finale.

Auf eine Riesenkonkurrenz war bereits gestern Max Hoff im 1000m-Einerkajak getroffen. Insgesamt bewarben sich aus sechs Vorläufen Top-Fahrer um den Einzug in das A-Finale. Darunter als nationale Konkurrenz für Max Hoff auch der Potsdamer Tibor Gecsö. Als frischgebackener Europameister wollte sich Hoff natürlich durchsetzen und da weiter anknüpfen, wo er bei der EM stand. „Natürlich möchte ich weit vorne landen; wichtig ist mir aber ein gutes Rennen zu fahren. Vor allem freue ich mich nun auf diesen ersten ganz großen Wettkampf des Jahres“, zeigte sich der Champion vor dem ersten Startschuss bestens motiviert. Eine Motivation, die er auch umsetzen konnte. Denn als Sieger in einem von vier Halbfinals und mit der gefahrenen Bestzeit dürfte er Samstag mit zu den Medaillenanwärtern zählen. Zum Abschluss steht dann am Pfingstsonntag noch die 5000m-Langstrecke für den 32-jährigen an.

Schnelle Trainingseindrücke

Gemeinsam mit dem Berliner Marcus Groß war Freitag auch Max Rendschmidt im 1000m-Rennen an den Start gegangen. Als Weltmeister von 2013 und amtierende Europameister hat auch dieses Duo hohe Ambitionen beim Aufeinandertreffen mit ebenfalls umfangreicher und hochkarätiger Konkurrenz. Nicht nur die gute Zeit in der Vorbereitung stimmt optimistisch.

Auch ihre Vorstellung gestern im Halbfinale. Vom Start an zogen sie auf und davon und siegten unangefochten.

Wie Hoff dürften auch sie bei der Vergabe der Medaillen ein Wörtchen mitreden können. Zu den ganz großen Konkurrenten könnten unter anderem die Australier zählen, die laut Bundestrainer Arndt Hanisch schon beim Training auf der Wedau einen „sehr schnellen Eindruck machten“ und sich ebenfalls ins Finale fuhren.

Spannung und Brisanz sind auf jeden Fall vorprogrammiert an den kommenden drei Tagen. Und es bleibt abzuwarten, ob denn die Vorstellung von Chef-Trainer Reiner Kießler umgesetzt werden kann, der sich freuen würde, „bei jeder Entscheidung, an der wir teilnehmen, aufs Podest zu kommen“. „Jetzt geht es schon ums Ganze. Ich drück allen die Daumen; haut rein“, gab dann DKV-Präsident Thomas Konietzko den Aktiven seine Wünsche mit auf den Weg.